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Platini bat Blatter unter Tränen um Rücktritt – die Antwort: «Es tut mir leid, ich kann nicht. Nicht jetzt, zu Beginn dieses Kongresses. Es ist zu spät»

Michel Platini hat Joseph Blatter aufgefordert, sein Amt niederzulegen. Doch der amtierende FIFA-Präsident lehnte ab. Nun sei ein Rückzug der UEFA von FIFA-Wettbewerben möglich, sagte Platini. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

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Michel Platini und Joseph Blatter kennen sich seit Jahrzehnten und glaubt man dem Franzosen Platini, sind er und der Schweizer gute Freunde. Umso schwieriger muss es für Platini, den UEFA-Boss, gewesen sein, den FIFA-Präsidenten Blatter um dessen Rücktritt zu bitten. «Ich hatte Tränen in den Augen, es tat mir sehr weh», sagte Platini auf einer Pressekonferenz in Zürich, auf der er vom Beratungstreffen der Europäischen Fussball-Union zu ihrem weiteren Vorgehen im FIFA-Skandal berichtete.

Am Vormittag hatte es eine Zusammenkunft von Abgeordneten der sechs FIFA-Konföderationen gegeben, an dem auch Blatter teilgenommen hatte. Im Anschluss daran habe Platini Blatter in einem Vieraugengespräch noch einmal gebeten, sein Amt niederzulegen. «Ich habe Sepp in die Augen geschaut und gesagt: Tritt zurück! Hör auf!» Doch Blatter, 79, habe abgelehnt mit den Worten: «Es tut mir leid, ich kann nicht. Nicht jetzt, zu Beginn dieses Kongresses. Es ist zu spät.»

Die UEFA habe deshalb beschlossen, den Kongress und die Wahl nicht zu boykottieren, sondern ihre Stimmen abzugeben – und zwar mehrheitlich für Prinz Ali Bin Al Hussein. Platini rechnet mit 45 bis 46 der 53 UEFA-Stimmen für den Jordanier, den einzigen verbliebenen Herausforderer Blatters. Der Schweizer sei besiegbar, sagte Platini.

Sollte Blatter erneut zum Präsidenten gewählt werden, hat Platini einen Rückzug der europäischen Mannschaften aus allen FIFA-Wettbewerben nicht ausgeschlossen. Bei einer Sondersitzung rund um das Champions-League-Finale in Berlin werde man in der kommenden Woche «alle Möglichkeiten ins Auge fassen», sagte er. Auf eine entsprechende Nachfrage konkretisierte er, dass er einen WM-Boykott nicht ankündige, aber das es «demokratische Entscheidungen» der Landesverbände geben werde.

Eine weitere Option ist laut Platini ein kollektiver Austritt der europäischen Mitglieder aus dem FIFA-Exekutivkomitee. «Wenn wir diese Abstimmung nicht gewinnen, dann treffen wir uns mit allen Generalsekretären und Präsidenten beim Champions-League-Finale in Berlin. Je nach Ausgang der Wahl werden wir sehen, ob wir dabei sind oder nicht im Exko.»

psk/dpa/sid

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    Alle Leser-Kommentare
  • dr_b 28.05.2015 19:04
    Highlight Highlight Jetzt mal im Ernst.
    Man kann von Blatter halten was man will, aber bitte lasst euch nicht von jemadem wie Platini etwas vormachen.
    Er sollte lieber mal vor der eigenen Haustüre kehren.
    In der Uefa läuft auch einiges schief.

  • SanchoPanza 28.05.2015 18:53
    Highlight Highlight das ist doch nur Geplänkel. Platini will doch irgendwann selber auf den Fifa-Thron, er ist mindestens so machthungrig wie Blatter und wittert jetzt Morgenluft. Er ist einfach ein geschickter Taktiker.

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