Fussball
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FIFA President Gianni Infantino gestures during an awarding ceremony in the Kremlin in Moscow, Russia, Thursday, May 23, 2019. Putin awarded FIFA President Gianni Infantino with the Order of Friendship and praised the World Cup that Russia hosted last year as the best ever. (Evgenia Novozhenina/Pool Photo via AP)

Ist sich das Verlieren nicht gewohnt: Gianni Infantino. Bild: AP/Pool Reuters

Gianni Infantinos ungewohnte Pleite

Stolperfalle Weltpolitik: Der Fifa-Präsident hat offenbar unterschätzt, wie tief die Gräben in der Golfregion tatsächlich sind. Seine 48er-WM in Katar ist gescheitert.

Pirmin Closse / ch media



Dass die geplante Aufstockung des Teilnehmerfeldes der Winter-WM in Katar schon vor dem Fifa-Kongress Anfang Juni vom Tisch ist, kommt überraschend. Für Fifa-Präsident Gianni Infantino ist es eine Niederlage.

Im Moment der unerwarteten Niederlage blieb Gianni Infantino stumm. Nachdem die von ihm anvisierte Aufstockung der Winter-WM 2022 in Katar überraschend vorzeitig geplatzt war, gab es dazu kein Statement vom Fifa-Präsidenten. Stattdessen veröffentlichte der Fussball-Weltverband lediglich eine knappe Mitteilung: Die vorgezogene Mega-WM ist vom Tisch, eines von Infantinos Lieblingsprojekten schon vor dem Kongress am 5. Juni in Paris begraben.

Es ist ein mittlerweile ungewohntes Gefühl für den mächtigen Schweizer. Infantino liebt es, wenn ein Plan funktioniert – und das tat er zuletzt häufig. Mit der Ausweitung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Teams für die WM 2026 löste er im Vorjahr ein Wahlversprechen an die vielen kleineren Verbände ein. Dazu boxte er Anfang März erfolgreich die Reform der Klub-WM durch und auch seine Wiederwahl im Juni ist angesichts eines fehlenden Gegenkandidaten nur noch Formsache.

Die Idee wurde zur Chefsache

Doch das offizielle Ende der Pläne für Katar ist für Infantino nun eine persönliche Niederlage. Schliesslich hatte er das Vorhaben zur Chefsache gemacht. «Warum nicht?», fragte er zu Beginn seiner Werbetour Ende Oktober rhetorisch. Im Dezember sah er dann eine «Mehrheit» für seine Pläne, sprach im Januar davon, «Ideen und Träume» zu haben, zeigte sich im Februar noch immer «optimistisch» und präsentierte im März stolz die positiven Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie.

Letztlich aber stolperte ausgerechnet der gewiefte Machtpolitiker Infantino über die Weltpolitik. Die Suche nach dem zwingend notwendigen Co-Gastgeber gestaltete sich aufgrund der komplexen politischen Verhältnisse in der Golfregion zu schwierig. Eine Staatengruppe unter Führung Saudi-Arabiens boykottiert Katar seit 2017 politisch und wirtschaftlich.

Alle Stadien der WM 2022 in Katar

Lediglich Kuwait und der Oman waren als Mit-Ausrichter denkbar, wobei Letzterer bereits abgewunken hatte. «Nach einem gründlichen und umfassenden Konsultationsprozess unter Einbeziehung aller relevanten Interessengruppen wurde der Schluss gezogen, dass unter den derzeitigen Umständen ein solcher Vorschlag nicht umgesetzt werden kann», hiess es deshalb leicht verklausuliert in der Fifa-Mitteilung: «Es wird kein Vorschlag für den nächsten Fifa-Kongress am 5. Juni eingereicht.»

Auch Katar selber war skeptisch

Die Schlappe für Infantino hatte sich angedeutet. Viele Experten hatten den Fifa-Boss wiederholt davor gewarnt, die Situation in der Krise am Persischen Golf zu unterschätzen. Auch WM-Gastgeber Katar schlug zuletzt deutlich vorsichtigere Töne an und betonte, dass die Entscheidung nicht zum Alleingang der Fifa werden könne. Das muss nun auch Infantino spüren, der ohnehin zuletzt an mehreren Fronten zu kämpfen hatte.

Wegen der «Amigo-Affäre» um Geschenke an einen Jugendfreund, den heutigen Schweizer Staatsanwalt Rinaldo Arnold, sowie vermeintliche Geheimtreffen mit dem im Fifa-Korruptionsskandal ermittelnden Bundesanwalt Michael Lauber geriet Infantino zuletzt in die Schlagzeilen. Auch für die neue Klub-WM und sein Vorhaben einer globalen Nations League für Nationalteams gibt es Gegenwind. Beim Kongress in Paris muss sich Infantino in zwei Wochen wohl auch unangenehme Fragen gefallen lassen. Dann sollte der 49-Jährige auch wieder redseliger sein. (aargauerzeitung.ch)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ChrigeL_95 24.05.2019 09:10
    Highlight Highlight Man könnte doch die Gastgeber einfach tauschen! Dann hätte man auch gleich mehr Zeit den Quatsch in Katar abzusagen 🤔
  • Aliminator 24.05.2019 09:03
    Highlight Highlight Die WM in Quatar ist und bleibt der grösste Fehler der FIFA. In so vieler Hinsicht ein Desaster 🙈
    Korruption bei Vergabe, fehlende Menschenrechte im Land, Sklavenarbeit beim Bau der Stadien, Umweltverschmutzung durch Klimatisierung in der Wüste, keine Nachhaltigkeit nach der WM u.v.m. 🙄
  • sichernit 24.05.2019 07:54
    Highlight Highlight Jedes Mal wenn ich Gianni Infantio sehe, denke ich an die Coneheads...
  • Don Carlos 24.05.2019 06:55
    Highlight Highlight Wie viel und von wem wurde für eine 48er WM an wen bezahlt obwohl es jetzt keine 48er WM mehr gibt?!?

    Aus Nächstenliebe wurde sicher keine 48er WM geplant!

    Wird das jetzt etwas gekauftes nicht geliefert?

    Fragen über Fragen!?!
  • Linus Luchs 24.05.2019 06:13
    Highlight Highlight Infantino versteht die Welt nicht mehr. Bis jetzt hat man doch alles kaufen können?
  • T13 24.05.2019 04:52
    Highlight Highlight Er sollte es wie ein mann nehmen und abdanken.
  • Cpt Halibut 24.05.2019 04:03
    Highlight Highlight Dem Himmel sei Dank.
  • edögähn 24.05.2019 03:35
    Highlight Highlight tja da fallen einem sofort die qualitäten eines gewissen herrn vor infantinos ein. der wusste die leute zu überzeugen - und dass mit erfolg! ob moralisch korrekt ist natürlich fraglich aber fakt ist: darum ist der fussball heute was er ist.
  • Kong 23.05.2019 23:56
    Highlight Highlight Mit den Neubauten und den Reisen rund um die WM wird Katar wohl seine CO2 Ziele knapp verfehlen?

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Erst vergangenen Donnerstag wurde bekannt, das Premier-League- und Champions-League-Sieger Petr Cech seine Karriere fortsetzt. Im Eishockey und nicht etwa im Fussball. Der Tscheche unterschrieb beim englischen Amateurteam Guildford Phoenix – natürlich als Torhüter.

Gestern Abend feierte er nun bereits sein Debüt – und wie! Beim Stand von 2:2 ging das Spiel zwischen Guildford und den Swindon Wildcats 2 ins Penaltyschiessen. Cech hielt zwei der ersten vier Penaltys, sein Gegenüber allerdings auch.

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