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Baugewerbe besonders gefährdet durch Pleiten

22.12.17, 11:52


Die meisten Unternehmenspleiten in der Schweiz gibt es im Baugewerbe. Das Risiko eines Konkurses ist dort fast drei Mal so hoch wie im Durchschnitt aller Branchen.

Dies geht aus Zahlen für die Monate Januar bis November 2017 hervor, die das Beratungsunternehmen Bisnode D&B am Freitag veröffentlicht hat. Gemäss dieser Analyse sind auch das Gastgewerbe und die Handwerksbetriebe stark insolvenzgefährdet.

Auf der anderen Seite gibt es Branchen, in denen es nur zu sehr wenigen Pleiten kommt. Besonders sticht die Immobilienbranche heraus. Dort ist das Insolvenzrisiko nur rund ein Drittel so hoch ist wie im Durchschnitt aller Branchen. Ebenfalls verhältnismässig tief ist die Gefahr bei Holdings und Investitionsgesellschaften sowie in der Unternehmens- und Steuerberatung.

Mehr Konkurse

Insgesamt mussten die Konkursämter in der Schweiz von Januar bis November über 4298 Unternehmen ein Insolvenzverfahren eröffnen. Dies ist eine Zunahme um drei Prozent gegenüber der Vorjahresperiode.

Am häufigsten kreiste der Pleitegeier im Tessin (+12 Prozent). Dahinter folgen die Südwestschweiz und der Espace Mittelland (beide +6 Prozent) und die Zentralschweiz (+4 Prozent). In der Nordwestschweiz stagnierten die Insolvenzen, während sie in Zürich (-3 Prozent) und in der Ostschweiz (-6 Prozent) zurückgingen.

Zusätzlich zu den Insolvenzfällen wurden in der Schweiz auch 1920 Unternehmen wegen Organisationsmängeln aufgelöst.

Mehr neue Firmen

Doch es kam nicht nur zu mehr Pleiten, es gab auch mehr Neugründungen. Insgesamt 39'197 Firmen wurden neu im Handelsregister eingetragen. Das entspricht einer Zunahme um fünf Prozent.

Im Branchenvergleich war die Holz- und Möbelindustrie die gründungsstärkste Branche. Bei ihr gab es mehr als doppelt so viele neue Neugründungen als im schweizerischen Durchschnitt. Auch die Unternehmensdienstleister, das Gastgewerbe und die chemisch-pharmazeutische Industrie wiesen viele Gründungen auf.

Weniger Firmen gründeten Unternehmer in den Kantonen Obwalden (-15 Prozent), Glarus (-14 Prozent), Appenzell Innerrhoden (-12 Prozent), Nidwalden (-9 Prozent), Tessin (-6 Prozent) und Graubünden (-4 Prozent).

In allen anderen Kantonen stieg die Zahl der Gründungen im Vergleich zum Vorjahr. Besonders ragen hier die Kantone Zug (+17 Prozent), Schaffhausen (+15 Prozent) und Baselland (+13 Prozent) heraus. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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