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epa05421988 Democratic Presidential candidate Hillary Clinton (L) with former Democratic Presidential candidate Bernie Sanders as they appear together at an event at Portsmouth High School in Portsmouth, New Hampshire, USA, 11 July 2016. Sanders, who had run against Clinton in the Democratic Primary endorsed Clinton at the event.  EPA/CJ GUNTHER

Hillary Clinton und Bernie Sanders: Kommt es zum grossen Bruch? Bild: CJ GUNTHER/EPA/KEYSTONE

«Jetzt kann er sie nicht mehr unterstützen» – kommt es zum grossen Bruch bei den US-Demokraten?



Kurz vor dem Nominierungsparteitag der US-Demokraten sorgt die Veröffentlichung parteiinterner E-Mails für Wirbel, die eine Voreingenommenheit der Parteiführung gegenüber dem Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders belegen sollen.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hatte am Freitag mehr als 19'000 E-Mails veröffentlicht, die sieben Mitglieder der Parteiführung versendet oder erhalten hatten. Die Nachrichten könnten die mühsam erreichte Einheit der Partei beeinträchtigen und den Republikanern Wahlkampfstoff liefern.

Donald Trump twitterte bereits, dass es für Sanders nun unmöglich sei, Hillary Clinton zu unterstützen, ausser er sei ein Schwindler.

Das Sanders-Lager forderte am Samstag Aufklärung. Die Parteiführung der Demokraten müsse gemäss ihrer Satzung in den Vorwahlen neutral bleiben, sagte Sanders' Wahlkampfleiter Jeff Weaver dem Sender ABC. «Sie war es aber ganz eindeutig nicht.»

Die E-Mails legten den Verdacht nahe, die Parteiführung habe «ihr Gewicht für Clinton in die Waagschale geworfen». Die Verantwortlichen müssten sich erklären, forderte Weaver.

epa05074505 Democratic Presidential hopeful Bernie Sanders' Campaign Manager Jeff Weaver responds to a question from the news media during a press conference at Bernie Sanders campaign headquarters in Washington DC, USA, 18 December 2015. Weaver commented on and responded to questions about a data breach between Democratic campaigns at DNC headquarters.  EPA/SHAWN THEW

Hat keine Freude an den veröffentlichten Mails: Jeff Weaver, Sanders' Wahlkampfleiter.
Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

Frage nach Religion

In einer von Wikileaks veröffentlichten E-Mail vom 5. Mai fragt der Finanzvorstand der Partei, Brad Marshall, ob jemand eine namentlich nicht genannte Person, mutmasslich Sanders, in den konservativen Bundesstaaten Kentucky und West Virginia nach seinen religiösen Überzeugungen fragen könne.

«Glaubt er an Gott?», heisst es in der E-Mail. «Ich glaube, ich habe gelesen, er sei Atheist.» Das Hervorheben dieses Umstands könnte beim Wahlergebnis in den religiösen Bundesstaaten «einige Prozentpunkte Unterschied machen».

Marshall sagte nun der Nachrichtenseite «Intercept», er könne sich an diese E-Mails nicht erinnern. Die E-Mail müsse sich auch nicht unbedingt auf Sanders beziehen, sondern könnte auch einen seiner Unterstützer gemeint haben.

Parteichefin bewertet Kandidatur als «aussichtslos»

Wikileaks veröffentlichte ausserdem eine E-Mail vom 21. Mai, in der die Vorsitzende der Demokratischen Partei, Debbie Wasserman Schultz, die Kandidatur von Sanders für aussichtslos erklärt. In dem E-Mail-Wechsel ging es um Sanders' Ankündigung, er würde Wasserman Schultz nach seiner Wahl zum Präsidenten von ihrem Posten ablösen. «Das ist eine alberne Geschichte», schrieb Wasserman Schultz. «Er wird nicht Präsident werden.»

Sanders war als völliger Aussenseiter in das Nominierungsrennen gegen die haushohe Favoritin Hillary Clinton gestartet. Mit seinen Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und Zähmung der Finanzmärkte hatte er jedoch rasch eine breite Anhängerschaft vor allem unter jungen linksgerichteten Wählern hinter sich versammelt und in einer Reihe von Bundesstaaten die Vorwahlen gewonnen.

Clinton setzt nun darauf, dass der Senator seine Millionen von Anhängern in ihr Lager einbringt. Am Montag beginnt der Parteitag, der sie offiziell zur Präsidentschaftskandidatin machen soll. (cma/sda/afp)

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