Gesellschaft & Politik
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Lenz und Bärfuss

Pedro Lenz (links) sagt, dass noch einiges auf Lukas Bärfuss zukommen wird.
bild: Nordwestschweiz

Schriftsteller Pedro Lenz zu Wutschreiber Lukas Bärfuss: «Ich warne dich»

Der Autor Lukas Bärfuss rechnet im deutschen Feuilleton mit der Schweiz ab, schonungslos. Der Oltner Dichter, Schriftsteller und Kolumnist Pedro Lenz antwortet in einem offenen Brief.

Benno Tuchschmid und Pedro Lenz / Aargauer Zeitung



Die beiläufige Frage der Kassierin im Grossverteiler, ob man Suisse Mania sammle, birgt seit Donnerstag politische Sprengkraft. Der Schweizer Erfolgsautor Lukas Bärfuss benutzte die Werbeaktion des grössten Schweizer Detailhändlers in einem Essay in der deutschen «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» als Sinnbild für alles, was hierzulande falsch läuft. Und das ist laut Bärfuss einiges.

ZUR VERLEIHUNG DES SOLOTHURNER LITERATURPREISES 2014 AN DEN SCHRIFTSTELLER LUKAS BAERFUSS STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Portrait von Lukas Baerfuss, Schweizer Schriftsteller und Theaterautor, aufgenommen am 28. Oktober 2008 in Zuerich, Schweiz. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Der Schriftsteller Lukas Bärfuss prangert die Schweiz an.
Bild: KEYSTONE

Wütend prangert er unter anderem die fehlende Europa-Debatte («ein vergifteter Trank, von dem zu kosten sich selbst robuste Naturen nicht trauen»), das altersschwache Atomkraftwerk Beznau («produziert ebenso zuverlässig Strom wie Störfälle») und einen Rechtsruck in den Schweizer Medien an («Muss man sich um sie Sorgen machen? Man muss nicht, aber man sollte vielleicht»).

Der Text verbreitete sich über die sozialen Netzwerke in kürzester Zeit – und wird kontrovers diskutiert. Wird die Schweiz von selbstzufriedenen Zwergen bevölkert, die erstaunt feststellen, dass sie das Ausland plötzlich auch wie Zwergen behandelt? Die Debatte ist eröffnet.

Der Oltner Dichter, Schriftsteller und Kolumnist Pedro Lenz antwortet in einem offenen Brief.

Pedro Lenz, «Mitten ins Land»

Pedro Lenz, der «Der Goalie bin ig» schrieb, unterstützt Bärfuss.
Bild: Frenetic

 

Offener Brief von Pedro Lenz

Lieber Lukas Bärfuss

Für die Ausgabe der «FAZ» von Donnerstag hast Du gehörig in die Tastatur geklopft. Mit scharfer Brillanz beklagst Du den Zustand unseres Heimatlandes, der Medien, der Kultur, der Politik. Du gehst mit Deiner Wortmacht in die Offensive, machst Querverbindungen und stellst Zusammenhänge her, die bisher niemand sonst herstellen konnte oder wollte. Bestimmt hast Du mindestens eine Nacht dafür geopfert. Die Nacht war es wert. Du tust in Deinem Text genau das, was viele von uns Schweizer Autoren aufgehört haben zu tun. Du tust das, wozu wir von der Öffentlichkeit immer wieder aufgerufen werden, wenn die Leute uns an Lesungen oder in Podien vorjammern: «Früher gab es noch Schriftsteller wie Frisch und Dürrenmatt, die etwas zur Lage der Nation zu sagen hatten. Aber heute ...»

Auch wenn es nicht zu meinen Hauptaufgaben gehört, einen Autorenkollegen zu bewerten, erlaube ich mir, Dir zu schreiben, dass mich Dein Text sehr lesenswert und mutig und vor allem richtig und wichtig dünkt. Deine Worte im Essay haben diesen beinahe vergessenen Muhammad-Ali-Flow, diese Kraft, die auf Leichtfüssigkeit beruht, sie schweben wie Schmetterlinge und stechen wie Bienen. Hab lieben Dank dafür.

Nur vor etwas will ich Dich warnen, lieber Bärfuss. Ich warne Dich vor der Rache derer, die Du herausforderst. Es gibt nichts gratis bei uns, nicht einmal die Gratispresse ist gratis. Sie werden Dich plagen. Sie werden Dir anonyme Hassmails senden. Sie werden in Kommentarforen alles Mögliche über Dich schreiben, nicht über Deinen Text, denn diesen Text werden viele derer, die Dich angreifen, gar nicht gelesen haben. Auf Dich als Person werden sie zielen, plump, aber böse, so wie es die Intellektuellen-Jäger der «Weltwoche» schon vorgemacht haben. Diese Jagd kann gnadenlos sein. Und ich bete für Dich, dass Du die Kraft hast, Dich nicht mundtot machen zu lassen.

Die gleichen Leute, die heute mit verklärtem Blick von der guten alten Zeit reden, als es in der Schweiz noch Intellektuelle vom Format eines Frisch oder Dürrenmatt gegeben habe, werden sich nicht zu schade sein, Dir mit breitem Strahl ans Bein zu pinkeln. Auch Frisch und Dürrenmatt mussten für ihre, heute offenbar so vermissten, politischen Texte bezahlen. Manche haben vielleicht schon vergessen, wie Dürrenmatt unmittelbar nach seiner Rede an Havel als nicht mehr zurechnungsfähig abgeurteilt wurde. Und die Fiche, die der Staatsschutz über Max Frisch angelegt hat, zeugt vom Hass vieler kleiner Zuträger, die sich für keine Denunziation zu schade waren. Es nützt Dir auch nichts zu wissen, dass in einigen Jahren, wenn wir längst tot und verfault sind, die Kinder Deiner heutigen Kritiker sagen werden: «Früher gab es noch Autoren wie Lukas Bärfuss, die etwas zur Lage der Nation zu sagen hatten. Aber heute ...»

Dein Vorteil ist, dass Du breit aufgestellt bist, dass viele Deiner Stücke und Bücher auf der ganzen Welt gespielt und gelesen werden. Du bist in dem Sinn privilegiert, dass Du nicht auf einen sicheren Job bei diesem oder jenem Medienhaus angewiesen bist. Doch ausser Dir gäbe es noch andere, die ähnliche Freiheiten geniessen und trotzdem den Mund halten, weil es einfacher ist, bei Sturmwind den Kopf tief zu halten. Und genau das, lieber Bärfuss, genau diese Unabhängigkeit, die Du Dir im Lauf vieler arbeitsreicher Jahre erarbeitet hast, werden Dir diejenigen um die Ohren hauen, die auf einen Monatslohn bei irgendeinem Konzern angewiesen sind. Ich höre sie schon aufschreien. «Der freie Künstler hat es leicht, der kann einfach kritisieren, muss ja selbst niemandem Rechenschaft ablegen!» Womit dann bewiesen sein wird, dass es um die Redefreiheit hierzulande nicht so gut bestellt ist, wie manche noch immer glauben. Der Aufschrei wird von den gleichen Leuten kommen, die unser Land seit Jahren international ins Abseits stellen. Es werden Dich die gleichen Volksverhetzer denunzieren, die mit Begriffen wie Swissness und Heimat um sich werfen, während sie mit der ganzen Welt Geschäfte jeder Art machen, die gleichen, für die Steuerbetrug noch immer eine Lappalie ist. Es werden Dich die abschiessen, die so lange wiederholt haben, sie seien die Retter der Heimat, bis niemand mehr daran gedacht hat, sie zu fragen, vor wem und vor was sie wessen Heimat retten wollen.

Vielleicht brauchst Du meine Warnungen nicht, weil Du selber längst haargenau weisst, was Du mit Deinem Essay in der «FAZ» ausgelöst hast und noch auslösen wirst. Und möglicherweise war Dir auch längst klar, dass die Debatte nicht über den Inhalt Deines Textes gehen wird, sondern über die Tatsache, dass Du Dich erfrecht hast, ihn überhaupt zu schreiben.

Wenn Du also meine Warnungen alle gar nicht brauchst, so sei wenigstens sicher, dass Du in Olten noch einen Berufskollegen hast, der Dich achtet und der sich zuweilen ein bisschen dafür schämt, dass er selbst nicht die Kraft und die Schreibmacht aufbringt, es Dir gleichzutun. Häb der Sorg Lüggu.

Herzliche Grüsse, Pedro Lenz 

 

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 1337pavian 16.10.2015 22:59
    Highlight Highlight Der öffentliche Brief an den Autoren-Kollegen, vielleicht die beste Art, in die Kritik mit einzustimmen. Sehr "erhellend" auch die Rüblicke von Pedro Lenz; besten Dank an die Herren!

    Das mit der 88: Honni soit qui mal y pense.
  • Dewar 16.10.2015 14:34
    Highlight Highlight Viele hier kritisieren, dass Bärfuss nur Probleme anspricht, anstatt konstruktive Lösungen vorschlägt. Meiner Meinung nach geht es aber im konkreten Fall genau darum: Einmal laut werden, eine Breitseite abfeuern gegen all das, was einem eigentlich stört, aber worüber man bisher geschwiegen hat. Das ist vielleicht nicht sehr sachlich, aber die harten Worte schafften es trotzdem, das zu mir als Leser zu transportieren, was ich selbst nicht in Worte fassen könnte. Für Lösungen sind nicht die Schriftsteller, sondern die Politiker verantwortlich; also lasst uns jene wählen, denen wir das zutrauen.
  • smoking gun 16.10.2015 14:15
    Highlight Highlight Na Pedro und Lukas, was ist denn so übel an Suisse miniatur? Was ist falsch an politischem Pluralismus? Du Lukas, wäre Dir eine Hegemonie à la USA lieber? Die von Dir so gelobte US-Rechtssprechung als weltweiter Standard? Habt Ihr beide denn noch nicht geschnallt, dass der Erfolg der Rechtspopulisten auf der Verweigerungshaltung der Linken beruht? Themen, welche die "kleinkarierten" Schweizer und Schweizerinnen beschäftigen, werden einfach als "Pfui" abgetan? Wieso versucht Ihr beide nicht, einen Diskurs über den Stadt-Land-Graben hinweg in Gang zu bringen?
    • blueberry muffin 16.10.2015 17:22
      Highlight Highlight Das die Linke zuweilen vergisst, das sie eigentlich fuer den kleinen Mann und nicht nur fuer theoretische Ideale eintretten sollte, ist leider so.

      Schon viel zu lange so. Dabei sind aber auch alle Linken und Links-Mitte Menschen Schuld die das politisieren den Politikstudierenden Cueppli Sozis ueberlassen.
    • 1337pavian 16.10.2015 23:50
      Highlight Highlight @blueberry Ideale machen den kleinen Mann grösser.

      Die Linke hat ihre Forderungen durchgesetzt! Der "kleine Mann" kann sich heute viel leisten - für Essen muss er nur noch einen Zehntel seines Budgets opfern, wir haben sozialen Frieden - hinter jeden dieser Teilsätze gehört ein Ausrufezeichen, Herrgott!

      If you're up look down from above
      Help the weak if you are strong now

      Nüchterner Nachtrag: Leider verbrauchen sowohl Stadt als auch Land zu viel Energie. Daran können wir alle arbeiten, und an den Ängsten, die von Rechtspopulisten, die ja Berufspolitiker sind, geschürt werden, die Linke.
  • magicfriend 16.10.2015 13:42
    Highlight Highlight Da können die beiden Intellektuellen noch so poltern und aufrütteln. Sie liegen wohl gar nicht so falsch. Ich habe jedoch mit ihnen genau soviel Mühe, wie mit den Wutbürgern. Nur Phrasen bringen keine Besserung. Sollen Herr Bärfuss wie Herr Lenz sich dem stellen und spätestens für die übernächste Legislaturperiode kandidieren. Ansonsten aber schweigen. Die Ausreden werden folgen. Herr Lenz schämt sich ja bereits, nicht die notwendige Kraft aufzubringen. Für einen offenen Brief reicht es aber noch.
  • Ordo Malleus 16.10.2015 13:38
    Highlight Highlight Haha nice try Bärfuss. Versucht sich als Intellektueller aufzuspielen und das einzige was rauskommt, ist stumpfe Stammtischplauderei, von welcher er sich eigentlich abgrenzen möchte. Ein klassischer Fail. :D

    Der Inhalt seines Essays ist nicht wirklich beeindruckend. Es werden plump (extrem)-linke Parolen aneinander gekettet. Dieser Kultur-und Klassenkampf war schon anfangs des 20. Jahrhunderts ermüdend. Leider wird er bis heute von Leuten wie Bärfuss kultiviert. An Lösungen sind sie gar nicht interessiert. Und genau hier liegt der Hund begraben. :/
    • Yosh Eden 16.10.2015 14:11
      Highlight Highlight Ein wahres Wort. Dumpfes Gepoltere. Er spricht ja wahre Probleme an, aber derart undifferenziert, dass es weh tut. Er vergisst zu erwähnen, dass unser Land, unsere Wirtschaft, unsere Ethik und Moral und Entwicklungshilfe und und und, noch immer zu den Besten aller Länder gehören. Verbesserungsvorschläge fü Misstände sind willkommen, aber zu poltern wie am Trotzki-Stammtisch und der undemokratischen Pleite-EU beitreten zu wollen, ist sträflich unintelligent. Er glaubt ECHT dass er dort dann mitbestimmen dürfte? Wach auf Lukas und informier dich!
    • Toerpe Zwerg 16.10.2015 14:26
      Highlight Highlight Dein Name ist geklaut. Er gehört Thomas Meyer.
    • Yosh Eden 16.10.2015 14:50
      Highlight Highlight @Toerpezwerg wtf is thomas meyer? Wieso heisst thomas meyer hans schmerz? Also entweder oder (?). Oder gibts ein patent? Wenn dann hätte dies john hurt. 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheMan 16.10.2015 12:53
    Highlight Highlight Liebe Linken. Mit Eurer Heissen Luft die ihr Rauslässt bedenkt ihr mehrere Sachen nicht. Der Euro ist Faktisch bei Null. Sogar im Minus. Er wird nur Künstlich Hochgehalten. Das Stimmvolk hat in der EU nichts zu sagen da sie nach der Regierung zu dumm sind. (Passt ja zum Linken Lager. Alles was nicht Studiert hat ist dumm. Und alles das nicht Linker Meinung ist auch). Die Wirtschaft Zerstört sich dank den Linken immer mehr selber. Das wollen die Linken auch nicht sehen. Die Preise werden Steigen wen wir in der EU sind und der Lohn fallen. Mit 600 Euro dan eine Wohnung bezahlen die 1200
    • TheMan 16.10.2015 13:02
      Highlight Highlight dan viel vergnügen. Dabei kann man gleichzeitig die AHV und die IV vergessen. Aber die Linken Politiker wollen das Komunistische System. Viel Geld in die Eigne Tasche und das Dumme Volk muss selber schauen. Unsere 3 Gründer würden sich im Grab drehen und Schreien (Ich nehm hier mal Tell kurz weg. Aber er würde das auch machen) Sie haben uns Frei von Knechtschaft gemacht. Die Linken wollen aber wieder zurück in die Knechtschaft. Lieber SVP und Dumm als in Knechtschaft durch die SP und den Linken. Übrigens auch ohne EU würde es uns Wirtschaftlich gut gehen wen nicht sogar besser.
    • Kamy 16.10.2015 13:11
      Highlight Highlight Hallo Sebastian

      Vielen Dank für deine freie Interpretation der deutschen Rechtschreibung. Es sollten mehr Menschen den Mut aufbringen Sätze in ihrere Struktur neu zu gestalten. Besonders hervorheben möchte ich deine Leistung aber auch im Kontext der Tatsache, dass das Kommentarfeld von watson über eine Rechtschreibkorrektur verfügt.
    • gaba 16.10.2015 13:13
      Highlight Highlight Weil es andere noch schlechter machen, ist doch kein Grund, unsere Situation hier gut zu reden.
      Wir wollen unser Erfolgsmodell ausbauen, nicht abbauen. Jedes Land, das ich bereist habe, hält sich für einen Bauernstaat. Das ist klar, da kommen auch alle Länder her. Wie alle Länder, sind auch wir nicht nur ein Bauernstaat. Wir sind eines der innovativsten und stabilsten Länder der Welt. Daran müssen wir weiter arbeiten. Das ist anstregend. Das Spiegelbild, das uns Bärfuss vorhält ist kaum zu ertragen, aber in vielen Punkten leider wahr. Soll uns ein Ansporn sein. Hohe Löhne, hohe Preise.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ChiefJustice 16.10.2015 12:02
    Highlight Highlight Also bitte, watson, dieser reisserische Titel, der impliziert, Lenz greife Bärfuss jetzt dann gleich auf's Übelste an, ist unteres Boulevard-Niveau..
    Wird dem guten Inhalt des Artikels leider nicht gerecht. Das könnt ihr besser.
    • 1337pavian 17.10.2015 01:49
      Highlight Highlight Die Überschrift «Sie werden Dich plagen. Sie werden Dir anonyme Hassmails senden.» erschien mir eindeutig.
      Ich will euch 116 oder mehr keinesfalls Paranoia unterstellen, sondern habe das selbst einfach nicht so wahrgenommen.
      Faszinierend!
  • felixJongleur 16.10.2015 11:45
    Highlight Highlight Ich kenne L. Bärfuss leider nicht auch wenn man ihn offensichtlich kennen muss? (was sagt das nun über mich aus? keine Ahnung ), seinen Beitrag in der FAZ habe ich gelesen. Was soll ich sagen, ich kann mit all dem nichts anfangen. Wie in jedem Land gibt es bei uns viel negatives und aber auch viel positives. Was nun so ein verallgemeinender Text genau bewirken soll ist mir schleierhaft, ist vor allem gute Werbung um im Gespräch zu bleiben. Die (huch!) negativen Reaktionen darauf und die wiederum solidarische Antwort dann sind sowas von absehbar. Naja, Mediencoup geglückt, Ergebnis: ?
  • Tatwort 16.10.2015 11:04
    Highlight Highlight Der breite, gelbe Strahl fliesst bereits, auch hier, in den Kommentarspalten, in seiner zähesten, trübsten und breitesten Variante.
    Nein, ich muss weder mit Lukas noch mit Pedro einig sein - und bin es in einigen Punkten durchaus nicht.
    Aber ich heisse die Diskussion willkommen, bin bereit - auch mit meinen ärgsten, politischen Gegnern - die Inhalte zu diskutieren, über sie zu streiten.
    Dies jedoch bedingt eine Streitkultur, auch ein Wissen darüber, was nicht gut läuft in der Schweiz, ein Nachdenken.
    Die blosse Diffamierung via Kommentare zeigt: Beide haben leider recht.
    • Tatwort 16.10.2015 17:46
      Highlight Highlight @BeWi: Was du offensichtlich nicht verstanden hast ist, dass Diskussionen auch zur Erweiterung des Wissensstandes beitragen. Fruchtbare Diskussionen jedoch bedingen minimale Kenntnisse des Themas. Nur: Wer sich weigert, an der Diskussion teilzunehmen oder sich vorgängig zu informieren disqualifiziert sich selber als das, was du einen "Depp" nennst.
      Aber gerne lese ich von Dir, wo Bärfuss in seiner Polemik die SVP respektive deren Wähler als Deppen hinstellt.
    • Tatwort 16.10.2015 20:54
      Highlight Highlight @BeWi: Ich weiss ja nicht, weshalb du dich hier lächerlich machen willst, aber über 180 Kommentare nennst du "keine Kommentare"?
  • Toerpe Zwerg 16.10.2015 10:58
    Highlight Highlight Ich mag Bärfuss. Ein brillianter Kopf, ehrlich, geradlinig, wortgewaltig. Politisch haben wir das Heu nicht auf der gleichen Bühne, aber das ist sekundär. Dass Lenz aber versucht, sich hier anzuhängen, ist erbärmlich. Wer selber nichts zu sagen hat, fährt schwarz ... inhaltlich hätte ich einiges zu kontern zum Text von Bärfuss, das gehört aber nicht hierher. Zu Lenz hingegen habe ich inhaltlich nichts zu kontern - es fehlt der Inhalt.
    • daenu 16.10.2015 16:47
      Highlight Highlight Das Du dich hier aber Lenz und Bärfuss anhängst scheint OK zu sein. Aus meiner Sicht fehlt auch deinem Kommentar der Inhalt ... meinem übrigens auch.
    • Toerpe Zwerg 16.10.2015 17:23
      Highlight Highlight Quatsch. Ich bin kein Schriftsteller und brauche keine Aufmerksamkeit. Lenz schon.
  • Amboss 16.10.2015 10:32
    Highlight Highlight Die Texte dieser beiden Schriftsteller sind wahrlich rethorisch brilliant, aber die Aussage die dahinter steckt ist dermassen banal.
    Barfuss drischt auf die konservative Schweiz, speziell auf die SVP, aber auch auf ein paar andere ein. Lenz macht dasselbe und bestärkt ihn.
    Dann noch beklagen, die Schweiz wolle sich einigeln und der richtige Ausweg sei irgendwie das Ausland, die Europäische Union oder was auch immer. Was dort nicht gut läuft, wird aussen vor gelassen.

    Das wirkt intellektuell. Ist es aber nicht. Sondern nur banal. Nichts neues seit über 20 Jahren.






    Eine

    • Amboss 16.10.2015 12:15
      Highlight Highlight @tösstaler:
      "die verbohrte Rütlischwur-Mentalität"
      "unfähig, der Neuzeit und deren Anforderungen ins Auge zu sehen."

      Sie machen in diesem Kommentar genau das gleiche. Auch sie feuern eine (rethorisch weniger brilliante) Breitseite gegen diese sogenannte SVP-Schweiz ab.

      Und auch sie lassen die Fragen aussen vor, welche wirklich intressant und wichtig ist:

      Was ist denn der Wunschzustand? Wie sieht denn eine moderne Schweiz aus?

      Die beiden Autoren gehen nicht auf diese Frage ein. Und das ist aus meiner Sicht die Schwäche dieser Texte.
      Können sie mir die Frage beantworten?
    • Amboss 16.10.2015 13:59
      Highlight Highlight @tösstaler:
      Aber genau so ist doch die Schweiz heute. Unsere Kumpels, Arbeitskollegen kommen aus aller Welt und es ist kein Problem.
      Wir bewegen uns ganz selbstverständlich im Ausland, betreiben Handel, sind in wichtigen Organisationen vertreten, bringen uns dort ein.

      Nicht EU-Mitglied zu sein bedeutet nicht, dass man nicht weltoffen ist.
      Grenzen zu setzen bedeutet nicht, dass das andere nicht respektiert wird.



  • Wilhelm Dingo 16.10.2015 10:30
    Highlight Highlight Wie Barfüss äussert sich Lenz völlig frei von Lösungsansätzen. Schade.
    • saukaibli 16.10.2015 10:43
      Highlight Highlight Lösungsansätze sollten von Politikern kommen, das ist deren Aufgabe, Schriftsteller machen etwas anderes.
      Und genau da liegt das Problem. Viele Politiker, ja ganze Parteien sind vollkommen frei von Lösungsansätzen. Politiker sollten, nicht wie Schriftsteller, Probleme nur ansprechen, sie sollten Lösungen suchen. Leider machen vor allem die Aussenparteien dabei eine eher schlechte Figur, denn nur immer die andere Seite zu kritisieren ist so weit von einem Lösungsansatz entfernt wie nur irgendwie möglich.
    • Charlie Brown 16.10.2015 10:49
      Highlight Highlight @ Wilhelm: Ist meines Erachtens auch nicht die Aufgabe von Schriftstellern. Sonst wären sie Politiker. Wobei auch das nicht (mehr) unbedingt zutrifft, leider.
    • karl_e 16.10.2015 12:55
      Highlight Highlight Dann ist er ja auf einer Linie mit der $VP. Die hat auch niemals irgendwelche Lösungen für irgendein Problem.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pater Noster 16.10.2015 10:29
    Highlight Highlight Starke Worte, gut geschrieben. Danke!
  • klugundweise 16.10.2015 10:22
    Highlight Highlight Danke Lukas Bärfuss, danke Pedro Lenz !
  • Lowend 16.10.2015 10:13
    Highlight Highlight Wie recht doch Pedro Lenz mit seiner Replik auf das hervorragende, weil punktgenau die Lage unseres verlogenen Landes beschreibende Essay von Lukas Bärfuss hat! Die Wut der ferngesteuerten Schafe der Blocher-Sekte wird beiden sicher sein, denn es sind genau diese selbstgefälligen Scheinpatrioten, die sich in ihrer vermeintlichen Grösse und Macht suhlen und dabei doch nur ihre faschistoide Gesinnung ausleben, die Schweiz in echte rechte Eidgenossen und die, in deren kleingeistigen Vorstellung, unechten, unrechten Schweizern aufzuspalten. Faschismus funktioniert eben durch Hass und Ausgrenzung!
    • atomschlaf 16.10.2015 17:41
      Highlight Highlight Billige Schlagworte wie "Blocher-Sekte" und "faschistoid" tragen auch nicht zu einer sinnvollen und konstruktiven Diskussion bei...
    • Lowend 16.10.2015 18:06
      Highlight Highlight Ich habe ja schon auf diese typische Provokation eines SVP-Sympathisanten gewartet! Sie beweisen aber mit ihren Anwürfen bloss, dass Pedro Lenz recht hat und genau die richtigen warnenden Worte über den allgegenwärtigen braunen Hass und die hinterhältigen persönlichen Angriffe der Neofaschisten an Lukas Bärfuss gerichtet hat.
    • atomschlaf 16.10.2015 18:40
      Highlight Highlight Ich hege weder Wut noch Hass gegen Bärfuss, ich bin bloss nicht sonderlich beeindruckt von diesem Rundumschlag eines linken Wutbürgers.
      Sicher, es hat ein paar gute Punkte drin, z.B. betr. Beznau oder den braven Gewerkschaften (wie schon heute morgen erwähnt, Link siehe unten), aber gesamthaft dominiert das übliche SVP- und Blocher-Bashing, das in intellektuellen Kreisen nun mal zum guten Ton gehört.
      Den Tiefpunkt stellt jedoch die Lobhudelei auf die US-amerikanische Justiz dar. Das ist nur noch peinlich.
      http://www.watson.ch/!805855399#discussion_805855399
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bullet-Tooth-Joni 16.10.2015 09:53
    Highlight Highlight Pedro Lenz ist und bleibt einfach "ä geile Siech"... besten Dank an die beiden Berner, es gibt sie also doch noch da drausse, die wahren Schriftsteller...
    • 1337pavian 17.10.2015 02:12
      Highlight Highlight Las einmal ‘Koala’, danach war ich wütend auf den Autor.
      Lukas Bärfuss kann schreiben, ob es einem passt oder nicht.

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