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Loveparade-Strafprozess in Düsseldorfer Kongresshalle hat begonnen

08.12.17, 11:12


Gut sieben Jahre nach dem Loveparade-Unglück in Duisburg mit 21 Toten hat am Freitag in Düsseldorf ein Strafprozess gegen zehn Beteiligte begonnen. Ihnen werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Bei dem Unglück am 24. Juli 2010 waren in einem Gedränge am einzigen Zu- und Abgang der Technoparade 21 Personen im Alter von 17 bis 38 Jahren erdrückt worden. Mindestens 652 wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Das Landgericht Duisburg verlegte die Hauptverhandlung aus Platzgründen in eine Kongresshalle nach Düsseldorf. Rund 500 Personen finden darin Platz. Die Angeklagten werden von 32 Anwälten verteidigt. Der Anklage haben sich 65 Nebenkläger angeschlossen.

Sie werden von weiteren 38 Anwälten vertreten. 45 Besucherinnen und Besucher hatten sich am Freitag zu Beginn im Saal eingefunden, das Gericht hatte mit einem wesentlich grösseren Andrang gerechnet. Insgesamt 234 Plätze sind für Besucher reserviert. Ein vierköpfiges Notfallseelsorge-Team stand am ersten Tag als Beistand für Angehörige, Traumatisierte und Besucher bereit.

Schwerwiegende Fehler

Die Anklageschrift umfasst 556 Seiten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg spricht darin von schwerwiegenden Fehlern bei Planung und Genehmigung. Auch seien Sicherheitsauflagen nicht überwacht worden. Im Prozess verlesen werden sollen aber nur 23 Seiten.

Das Verfahren steht unter Zeitdruck: Ende Juli 2020 verjähren die Vorwürfe. Der grosse Umfang des Verfahrens spiegelt sich auch in der Menge der Akten wider: Die sogenannte Hauptakte, die beim Prozess in Griffweite der Richter steht, umfasst derzeit 117 Bände mit 53'500 Seiten. Hinzu kommen rund 1000 Ordner mit Beweismitteln und weiteren Unterlagen sowie rund 1000 Stunden Videomaterial mit den Aufnahmen von Überwachungskameras und Handys.

Nicht angeklagt sind der später abgewählte Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) sowie der Fitnessstudio-Unternehmer Rainer Schaller («McFit»), der einige Jahre vor dem Unglück über sein Tochterunternehmen Lopavent die Rechte an der Loveparade erworben hatte. Beide sollen im Verlauf des Prozesses als Zeugen aussagen.

Der Gründer der Loveparade, der Musiker Dr. Motte, erwartet vom Loveparade-Strafprozess eine «lückenlose Aufklärung» des Unglücks. «Das ist das, was die Eltern wollen, und das ist das Wichtigste», sagte der 57-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Matthias Roeingh heisst. Es sei gut, dass der Prozess jetzt beginne und die lange Wartezeit vorbei sei. (sda/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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