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Ein Landkreis bei Leipzig kann wegen einer Ransomware-Attacke vorübergehend keine Dienstleistungen mehr erbringen für die Bürgerinnen und Bürger.
Ein Landkreis bei Leipzig kann wegen einer Ransomware-Attacke vorübergehend keine Dienstleistungen mehr erbringen für die Bürgerinnen und Bürger.
bild: watson / shutterstock

Erstmals «Cyber-Katastrophenfall» in Deutschland ausgerufen – das steckt dahinter

Es handelt sich um eine Ransomware-Attacke, wie sie zuletzt auch den Schweizer Vergleichsdienst comparis.ch betraf.
12.07.2021, 10:1412.07.2021, 13:48
«Die Situation ist beschissen, aber nicht hoffnungslos.»
Uwe Schulze (CDU), Landrat Anhalt-Bitterfeld

Eine Ransomware-Attacke auf den Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat zum Ende der vergangenen Woche den ersten «Cyber-Katastrophenfall» in Deutschland ausgelöst.

Die Verwaltung des Landkreises in Sachsen-Anhalt muss nach eigenen Angaben fast zwei Wochen lang ihre Dienstleistungen für die Bevölkerung weitgehend einstellen, weil Kriminelle das Computersystem am 6. Juli attackiert hatten.

«Wir sind praktisch vollkommen lahmgelegt», zitierte die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag einen Sprecher. Der Landkreis mit rund 157'000 Einwohnern könne unter anderem keine Sozialleistungen mehr auszahlen.

Der Katastrophenfall gebe dem Landrat die Möglichkeit, schneller zu entscheiden und Hilfe anzufordern. Der letzte Katastrophenfall sei im Jahr 2013 wegen des Hochwassers ausgerufen worden.

Erneut Ransomware-Attacke

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) teilte am Samstag mit, dass es eingeschaltet wurde und vor Ort sei. «Es gab in Deutschland schon Angriffe auf Kommunen, aber keine, die daraufhin einen Katastrophenfall ausgerufen hat», sagte eine Sprecherin.

Zu den Angreifern wollte der Landkreis Anhalt-Bitterfeld zunächst mit Verweis auf die polizeilichen Ermittlungen keine Angaben machen. In Sicherheitskreisen wurde schnell vermutet, dass es sich um Online-Erpressung handle, respektive eine weitere Ransomware-Attacke.

Am Dienstag seien mehrere Server des Landkreises aus unbekannter Quelle infiziert worden, berichtete mdr.de. In der Folge sei in der Verwaltung eine noch nicht bekannte Menge von Daten verschlüsselt worden. Derzeit konzentriere man sich auf drei Schwerpunkte, wurde der Politiker Uwe Schulze (CDU), abtretender Landrat in Anhalt-Bitterfeld, zitiert:

  • «Zum einen wird nach der genauen Quelle für die Infizierung gesucht. Derzeit wird eine Microsoft-Sicherheitslücke bei den Druckern vermutet.»
  • Zweitens werde am Wiederaufbau der IT-Infrastruktur gearbeitet, damit drittens schnellstmöglich die Dienstleistungen für die Bürger wieder zur Verfügung stehen.

In der Vorwoche hatte eine Ransomware-Attacke der Erpressergruppe REvil in den USA und anderen Staaten Hunderte Firmen betroffen. Am vergangenen Freitag wurde der Schweizer Internet-Vergleichsdienst Comparis angegriffen und musste vorübergehend vom Netz gehen.

Quellen

(dsc)

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