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Amsterdam ist eine der sechs Städte, in der Fairbnb nächste Woche startet. Bild: shutterstock

Nachhaltig reisen mit Fairbnb: Diese neue Plattform will Airbnb die Stirn bieten

Aufstand gegen Airbnb: Ab nächster Woche will ein Start-Up aus Amsterdam die Wohnungsvermietung fairer machen.



Bei Airbnb hagelt es seit längerem Kritik: Die Bewohner geben der Plattform die Schuld für Wohnungsknappheit. Weil die Wohnungen zu Ferienapartments werden, gibt es in Stadtzentren immer weniger bezahlbaren Wohnraum. Es kommt zu Gentrifizierung, die Einheimischen müssen an den Stadtrand ziehen – so lautet der Vorwurf.

Darauf reagiert jetzt eine neue Plattform aus Amsterdam: «Fairbnb» will Airbnb die Stirn bieten. «Wir merkten, dass es eine Alternative braucht, die die Interessen der Bevölkerung in den Vordergrund stellt», sagt Sito Veracruz, Mitgründer von Fairbnb.

Die anderen Vermietungsplattformen würden nur an die Gäste und Vermieter denken. Bei Fairbnb sehe das anders aus, so Veracruz. 50 Prozent der Provision werde in lokale Non-Profit-Projekte, Genossenschaften oder Verbände investiert. So würden die Städte und Bewohner auch wirklich vom Tourismus profitieren. Zudem sollen die Umsätze in der jeweiligen Stadt versteuert werden.

Opponents of Airbnb hold a rally outside City Hall, Tuesday, Jan. 20, 2015, in New York. With home-as-hotel sites like Airbnb doing booming business, New York City lawmakers are holding a hearing to scrutinizing how the trend affects the housing market and economy. (AP Photo/Bebeto Matthews)

Die Stadtbewohner von New York demonstrieren immer wieder gegen Airbnb. Bild: AP/AP

Airbnb setzt jedes Jahr Milliarden um

Ursprünglich wollte Airbnb den Touristen ermöglichen, bei Locals zu wohnen. Die Stadt authentisch zu erleben. Eine Alternative zu Hotels bieten.

Mittlerweile vermittelt die Plattform weltweit mehr Übernachtungen als die fünf grössten Hotelketten zusammen und macht knapp drei Milliarden Dollar Umsatz. 2017 sollen die Buchungen laut Financial Times um 150 Prozent gestiegen sein.

In Palma de Mallorca ist es deshalb seit einem Jahr sogar komplett verboten, seine Wohnung oder ein Zimmer an Touristen zu vermieten. Vorreiter war Barcelona: Die Anzahl vermieteter Appartments wurde limitiert – wer seine Wohnung vermieten will, braucht eine Lizenz. Ebenso ist es in Amsterdam und Berlin.

Fairbnb setzt darum bei dem Hauptproblem des Marktführers an und will von Anfang an mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten. Die Städte wissen also, wer welche Wohnung vermietet und können so einfach überprüfen, ob die Vermietungsdauer die erlaubten 60 Tage überschreitet.

Ausserdem darf pro Person nur eine Wohnung oder ein Haus inseriert werden. Aber: «Wir akzeptieren keine Appartments, die Firmen gehören», stellt Veracruz klar. So wollen die Initianten sicherstellen, dass die Plattform und der Aufenthalt persönlich bleibt. «Wir glauben, dass die Ferienwohnung-Vermietung nur fair sein kann, wenn sie reguliert wird.»

Die steigenden Zahlen bei Airbnb lassen jedoch nicht vermuten, dass Touristen eine Alternative wollen. Der holländische Start-Up-Gründer ist sich trotzdem sicher, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Fairbnb ist: «Die Leute sind sich mehr denn je über die Auswirkung vom Tourismus bewusst und wollen nachhaltig reisen.»

Dem widerspricht Michael Fux, Tourismus-Professor der Hochschule für Wirtschaft in Siders: «Darauf hat niemand gewartet. Dem Grossteil der Touristen ist die Auswirkung von Airbnb nicht wichtig.» Zudem seien die Städte schon vor Airbnb populär gewesen und nicht erst als die Plattform dort aktiv wurde. «Es wird ein Nischenprodukt bleiben und mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder eingehen», sagt Fux, dessen Forschungsschwerpunkt der E-Tourismus ist.

Seit April ist Fairbnb online – bis jetzt kann man sich jedoch lediglich anmelden aber noch nichts buchen. Gemäss Mitgründer Sito Veracruz seien inzwischen bereits 6000 User auf der Plattform registriert. Rund 1500 davon seien Hosts, also solche, die eine Unterkunft vermieten wollen. Ende nächste Woche startet dann die Airbnb-Alternative richtig, vorerst aber nur in sechs Städten: Barcelona, Valencia, Amsterdam, Bologna, Venedig und Genua.

Ob es Fairbnb bald auch in der Schweiz geben wird? «Wir sind offen für Partner-Anfragen», sagt Veracruz.

Die günstigsten Airbnb-Unterkünfte in den beliebtesten Städten auf Airbnb

Das übelste Airbnb der Schweiz

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    Alle Leser-Kommentare
  • Michael Kienzler 26.07.2019 22:37
    Highlight Highlight Ich verstehe die ganze Diskussion über Airbnb nicht. Ich bin unglaublich zufrieden mit Airbnb. Der Support und der Kundendienst sind toll. Und wenn du Hilfe brauchst bist du nicht alleine. Der Grundgedanke ist meiner Meinung nach immer noch vorhanden. Egal ob Nord-, Mittel-, Südamerika oder Asien. So nah war ich den Menschen, die dort leben noch nie.
    Und wenn sich jemand eine Wohnung kauft. Lange dafür gespart und gearbeitet hat, muss er sie so vermieten können, wie er es möchte. So etwas darf man nicht regulieren.
  • lilie 26.07.2019 11:36
    Highlight Highlight Der Idealismus der Initianten in Ehren, aber ich wage zu bezweifeln, dass man damit Airbnb Konkurrenz machen kann. Denn die grosse Masse, die zufrieden ist mit Airbnb, hat ja keinerlei Anreiz, auf Fairbnb zu wechseln.

    Ganz im Gegenteil, ich fürchte eher, dass sich das Problem eher verschärft, weil Leute, die Airbnb bisher boykottiert haben, jetzt Fairbnb nutzen, da ja sozial vertretbar - damit zieht man noch mehr Leute in die sowieso schon übertouristisierten Städte.

    Und das Engagement in den Städten ist zwar schön, wird aber kaum weltweit möglich sein. Das wird ein Nischenprodukt bleiben.
  • Kyle C. 26.07.2019 11:30
    Highlight Highlight Hier werden unterschiedliche Problematiken vermischt. Das eine ist, wenn reiche Investoren Wohnungen kaufen um diese über AirBnb zu vermieten. Das andere sind Menschen, die ihre eigene Wohnung weitervermieten und damit Hotels Konkurrenz machen. Die hier genannten Städte waren schon vor diesen Plattformen kaum bezahlbar, was sich leider stetig verschlimmert (normale Entwicklung). Aber sicher nicht wegen AirBnb. Der organisierte Tourismus (inkl. teuren Hotelketten) hat hier wohl einen Sündenbock gefunden. Quasi den Uber der Taxibranche.
  • PC Principal 26.07.2019 10:15
    Highlight Highlight Also im Prinzip das gleiche wie Airbnb, aber man zahlt einfach viel mehr, weil das Geld an die lokale Stadt "gespendet" wird? Wäre es nicht sinnvoller, Geld an wirklich Notleidende Menschen zu spenden? Zumindest in Westeuropa/ Nordamerika sollten die Städte genügend Geld haben, um ausreichend Wohnuraum zu bauen, da ist man nicht auf Spenden von Touristen angewiesen.
  • sa5 26.07.2019 09:42
    Highlight Highlight «Darauf hat niemand gewartet. Dem Grossteil der Touristen ist die Auswirkung von Airbnb nicht wichtig.»
    Das Problem liegt wohl in dem:
    Das den meisten Menschen, die Auswirkungen ihre Existenz, einen feuchten Kerr interessiert.
  • Arts 26.07.2019 09:41
    Highlight Highlight Die Idee ist ja gut, ob es das Problem der Gentrifizierung löst ist für mich fraglich, das Grundproblem bleibt ja das Selbe, Wohnungen werden an Touristen vermietet. Das Problem der Spekulation mit Wohnraum bleibt bestehen. Auch wenn die Provisionen für Mietvergünstigungen eingesetzt würden, die Anzahl Mietwohnungen steigt dadurch nicht. Es wird immer noch lukrativer sein bestehende Mietwohnungen an Touristen zu vermieten.
  • Philboe 26.07.2019 09:40
    Highlight Highlight Ha klar doch. Vermiete meine Wohnung selber. Selbst mit Reinungsfrau jeden Tag den Schäden, Unterhalt etc. Verdiene ich das 6 Fache einer Miete. Dabei habe ich pro Tag ca 2h Arbeit. Gibt eine schöne Summe. Ganz ehrlich mir egal ob Fair oder nicht da bin Ich Kapitalist
  • Senape 26.07.2019 09:40
    Highlight Highlight Oder man geht einfach ins Hotel, B&B oder eine Pension... da geht das Geld dann auch in Löhne und damit an die lokale Bevölkerung. Nur so als Idee.
  • SJ_California 26.07.2019 09:32
    Highlight Highlight Auch Airbnb hat klein gestartet und anfangs hauptsächlich private Vermieter gehabt, die nur 1 Zimmer oder 1 Wohnung vermietet haben. Aber wie es halt ist, der rasche Erfolg hat viele angelockt, welche das einfache und schnelle Geldmachen reizt. Die Wohnungen sind dann oft viel billiger eingerichtet und der Host oftmals nicht mehr vor Ort.
    Nach mehreren Jahren Ferienaufenthalte mit Airbnb sind wir dieses Jahr wieder vermehrt in Hotels untergekommen.
    Denn: wieso Airbnb buchen, wenn es genauso unpersönlich ist wie ein Hotel?
    • Arts 26.07.2019 10:00
      Highlight Highlight Wenn ich mir die Preise der AirBnB ansehe, da gehe ich lieber ins Hotel, da habe ich Service, jeden Tag das Bett gemacht, das Zimmer gereinigt, Handtücher etc..
  • Lucie Weisswas 26.07.2019 09:21
    Highlight Highlight Ich finde, jeder sollte mit seinem Eigentum machen was er will. Wenn er nur gewerblich vermieten will, seine Sache. Wenn er leer stehen lassen will, seine Sache.
    • Michael Kienzler 26.07.2019 22:40
      Highlight Highlight Ich stimme dir vollkommen zu. Niemand hat da mitzureden, was du mit deinem Eigentum machst.
  • PC Principal 26.07.2019 09:10
    Highlight Highlight Airbnb ist sicher nicht schuld an der Wohnungsknappheit. Wenn es Airbnb nicht gäbe, würden diese Touristen eben in Hotels wohnen, und diese brauchen genau so viel, wahrscheinlich noch mehr Platz.

    Was ist die Lösung? Tourismus ganz verbieten? Viel einfacher wäre es, mehr Wohnungen zu bauen, damit die Mietpreise endlich sinken.
    • thelastpanda 26.07.2019 12:28
      Highlight Highlight Eben, die Touristen würden in Hotels wohnen. Und nicht in Wohnungen, welche man eigentlich für die einheimische Bevölkerung gebaut hat. Cheggsch? 😉
    • PC Principal 26.07.2019 14:22
      Highlight Highlight Thepalastpanda: Und dann weinen alle, weil die Hotels die Wohnungen verdrängen. Cheggsch? :)

      Nein ich glaube du hast nicht ganz begriffen. Was ist besser daran, wenn Hotels statt das böse Airbnb die Wohnungen verdrängen? Airbnb ist viel besser als Hotels, weil in der grossen Zahl der Wohnungen auch noch Leute leben. Das heisst der benötigte Platz pro Tourist ist viel kleiner. Cheggsch?
  • Sarkasmusdetektor 26.07.2019 08:37
    Highlight Highlight Das ist für Airbnb wahrscheinlich eine ähnlich grosse Bedrohung wie das Fairphone für Apple und Samsung. Leider.
  • Findolfin 26.07.2019 08:36
    Highlight Highlight Ich weiss, das interessiert vermutlich niemanden, aber:

    Gott, ist das Logo schrecklich. Erinnert mich eher an irgendwas anderes. Ne Versicherung oder eine Bank. Vielleicht sogar einen Heizöllieferanten. Aber bestimmt nicht an eine Ferienwohnungsvermietung.
    Benutzer Bild
  • jinglejanglee 26.07.2019 08:36
    Highlight Highlight könnte auftrieb erhalten wenn die politik und die betroffenen städte der airbnb-plage das unterstützen und fördern.
  • nachwievor 26.07.2019 07:29
    Highlight Highlight «Darauf hat niemand gewartet.»?

    Äh, doch.

    Die Gier hat die Vermieter vom damals kostenlosen Couchsurfing nach Airbnb gebracht, es ist an der Zeit die Sache wieder zu drehen. Ich finde die Lösung ein guter Kompromiss. Zudem haben die Vermieter hier den Vorteil zumindest am Anfang von nachhaltig denkenden Kunden zu profitieren, diese werden wahrscheinlich auch mit den Räumlichkeiten entsprechend umgehen.

    Ich habe mich gerade registriert unter https://beta.fairbnb.coop
  • Xonic 26.07.2019 07:19
    Highlight Highlight Das gibt definitiv eine Klage wegen dem Namen. 😂
    • anundpfirsich 26.07.2019 07:45
      Highlight Highlight Ich denke auch. Aber meinste nicht wenn die so ne Firma gründen dass die das vorher abgeklärt haben ob das geht mit dem Namen?
    • weissauchnicht 26.07.2019 09:09
      Highlight Highlight Glaube nicht, dass eine Klage eine Chance hat. BnB für „bed and breakfast“ ist kaum ein geschütztes Kürzel. Und „fair“ ist ein Adjektiv wie „green“, „cosy“, etc.
      Auch wenn das Wort 3 gemeinsame Buchstaben mit „air“ hat, können die nur wegen dem Namen wohl kaum erfolgreich klagen.
    • Forrest Gump 26.07.2019 10:12
      Highlight Highlight Naja, da Bnb steht ja meines Wissens für "Bed n' breakfast", das wird sich kaum schützen lassen..
  • thelastpanda 26.07.2019 06:53
    Highlight Highlight Darauf hat niemand gewartet? Ähm, doch! Ich verzichte aus den im Artikel genannten Gründen bewusst auf AirBnB, da ich solches Geschäftsverhalten nicht unterstützen möchte. Man muss dazu aber auch sagen, dass ich in den letzten Jahren generell relativ selten gereist bin. Aber FairBnB wäre für mich persönlich definitiv eine gute Alternative.
    • The Real Deadpool 26.07.2019 07:11
      Highlight Highlight Ja, mit keine Alternative meint er ja auch nicht, dass gar niemand das will. Nur, dass die Wenigsten sowas wollen.

      Das andere Problem ist ja auch, dass Airbnb einfach alle kennen nd darum auch nutzen. Oder sagt dir Wimdu, 9flats, HomeAway, Interflats, usw. etwas? Vermutlich nicht. Kaum jemand sucht nach Alternativen, wenn man Airbnb kennt.
    • Vesparianer 26.07.2019 07:47
      Highlight Highlight Die Diskussionen über AirBnB bestehen ja schon länger, da kommt Fairbnb eigentlich gerade richtig.
      Airbnb wird sich auch noch einschränken müssen, der Protest ist ja nicht umsonst.
    • Fly Baby 26.07.2019 08:28
      Highlight Highlight @the Real, bei uns in der Provence sind 90% der Buchungen über FeWo, HomeAway, Abritel. Man kann also nicht sagen, dass diese Plattformen niemand kennt. Vor allem aus Nordamerika, da läuft nichts über Airbnb.
      Der Rest teilt sich auf über Airbnb und über unsere Website.
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