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Ein im Wallis von Wildhütern erschossener Wolf, 3. August 2021, Gomstal.
Ein im Wallis von Wildhütern erschossener Wolf, 3. August 2021, Gomstal.
Bild: keystone

Bündner Wildhut erlegt Jungwölfe des Beverinrudels

08.09.2021, 16:46

Die Bündner Wildhut hat zwei Jungwölfe aus dem Beverinrudel erlegt, weil sich dieses mehrmals Menschen genähert hatte. Die Abschüsse gelangen innert nur zwei Tagen nach deren Anordnung durch den Kanton Graubünden.

Die Kadaver der geschossenen Wölfe werden im Tierspital der Universität Bern untersucht und an der Universität Lausanne genetisch identifiziert. Details zu Ort oder Zeit der Abschüsse will der Kanton vorerst nicht machen, wie das Amt für Jagd und Fischerei am Mittwoch mitteilte. Der Grund dafür ist die noch nicht abgeschlossene Regulation des Beverinrudels. Dieses lebt im Umfeld des Piz Beverin in Mittelbünden.

Der Bündner Regierungspräsident Marion Cavigelli (Mitte) hat erst am Montag den Abschuss von drei Jungwölfen des auffälligen Rudels angeordnet. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hatte zuvor einem entsprechenden Abschussgesuch aus Graubünden zugestimmt.

Der Bündner Regierungspräsident Marion Cavigelli (Mitte).
Der Bündner Regierungspräsident Marion Cavigelli (Mitte).
Bild: keystone

Auf die Wolfsjagd hatte sich die Wildhut bereits seit Wochen vorbereitet. Ziel war ein rascher Eingriff. Zudem versuchen die Wildhüter die Jungtiere zu schiessen, während sie sich im Rudelverbund bewegen. Das Rudel soll die Abschüsse direkt mitbekommen. Damit soll eine «zusätzliche vergrämende Wirkung» erzielt werden.

Das Amt für Jagd und Fischerei, dem die Wildhut angehört, will periodisch über den Verlauf der Regulierung informieren.

Wiederholt Menschen genähert

Die Wölfe des Beverinrudels hatten sich zuletzt wiederholt Menschen genähert. Der Kanton stufte die Begegnungen als gefährlich ein.

So begegnete eine Hirtin im August beim Erkunden einer Alp am Schamserberg zweimal Wölfen. Einmal griffen die Wildtiere den Hirtenhund an und entfernten sich erst, als die Frau mit lauter Stimme rief.

Und vor zwei Wochen folgten mehrere Jungwölfe Wanderern und liessen sich kaum vertreiben. Weiter soll das Rudel wiederholt Schafe gerissen haben, die laut dem Amt für Jagd und Fischerei durch Herdenschutz gesichert waren. Letztes Jahr hatte das Rudel sogar einen Esel und ein Kalb gerissen.

Der Kanton wollte nun nebst den Jungwölfen auch den Leitwolf des Beverinrudels erlegen. Dieser habe «schon wiederholt ein problematische Verhalten aufgezeigt». Die Befürchtung ist, dass das Vatertier dieses Verhalten an den Nachwuchs weitergibt. Das Bafu erachtete aber die Voraussetzungen für den Abschuss des Wolfsrüden als «zurzeit nicht erfüllt».

Dass Jungtiere des Rudels geschossen werden, ist hingegen bereits zum zweiten Mal der Fall. 2019 bewilligte der Bund den Abschuss von vier Jungwölfen. Drei konnte die Wildhut dann tatsächlich schiessen, ein viertes wurde überfahren. (jaw/sda)

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