Justiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zürcher soll Ehefrau zwölf Jahre eingesperrt und misshandelt haben – stimmt nicht, sagt das Gericht

Angeblich hatte ihr Ehemann sie zwölf Jahre lang in der Wohnung eingesperrt, misshandelt und vergewaltigt. Das Zürcher Obergericht glaubte der Frau nicht. 



Gemäss Anklage hatte ein heute 58-jähriger Schweizer seine algerische Ehefrau zwischen 2000 und 2012 in der Wohnung in der Stadt Zürich eingesperrt, misshandelt und immer wieder vergewaltigt. Sie durfte laut Anklageschrift mit niemandem Kontakt haben und weder Deutsch lernen, noch telefonieren noch das Internet nutzen. 

Der Beschuldigte wies die Vorwürfe dezidiert zurück und machte einen Racheakt der Frau geltend. Auch die Bezirksrichter hatten grosse Zweifel am Wahrheitsgehalt von deren Ausführungen. 

Die Frau habe die Vorfälle wenig konkret, unterschiedlich und wenig glaubhaft geschildert und ihre Vorwürfe seien im Laufe der Untersuchung stets noch schwerer geworden. Auch hätten die Nachbarn nie etwas Verdächtiges gehört, obwohl das Paar in einer sehr schlecht schallisolierten Wohnung lebte. 

Wöchentlich einvernehmlicher Sex

Angesichts der geltend gemachten Übergriffe sei zudem völlig unverständlich, dass sie nach eigenen Angaben jeweils auch ein-, zweimal wöchentlich einvernehmlich Sex mit ihrem Mann gehabt habe. 

Schliesslich blieb einzig ein Faustschlag ins Gesicht der Frau. Diesen Vorfall habe sie – anders als die anderen Vorwürfe – konkret und lebensnah geschildert, so das Gericht. 

Es verurteilte den Mann wegen einfacher Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagen zu 50 Franken. Gemäss dem am Dienstag veröffentlichten Urteil muss er der Frau – von der er heute getrennt lebt – eine Genugtuung von 500 Franken zahlen, erhält seinerseits jedoch eine Prozessentschädigung von 10'000 Franken. (whr/sda) 

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Am Samstag redeten wirklich die Schwarzen: So liefen die «BLM»-Demos in der Schweiz

Die Proteste flauen nicht ab: Nicht nur in den USA, auch in der Schweiz demonstrieren in Zürich, Bern, Luzern und St.Gallen Tausende gegen Rassismus.

Von Minneapolis nach New York, von New York nach London, von London nach Zürich. «Black Lives Matter»-Demonstrationen gibt es nicht erst seit der gewaltsamen Tötung von George Floyd. Seit vielen Jahren protestieren schwarze Menschen gegen strukturellen Rassismus, der überall auf der Welt auftritt. Doch jetzt hat der Protest Feuer gefangen. Und die Flammen breiten sich rund um den Globus immer weiter aus – auch in der Schweiz.

In Zürich beginnt die BLM-Demo am frühen Samstagnachmittag mit einem …

Artikel lesen
Link zum Artikel