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China sucht Neuanfang in Beziehungen zu Japan bei Abes Besuch



China sucht beim Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am heutigen Donnerstag in Peking einen Neuanfang in den Beziehungen zu seinem wichtigen Nachbarn. Auch der Zeitpunkt der Reise ist geschickt gewählt.

Vor der Ankunft von Abe in Peking zum ersten Besuch eines japanischen Regierungschefs in China seit 2011 hiessen ihn chinesische Staatsmedien mit wohlwollenden Kommentaren willkommen.

«Es ist ein Meilenstein, der signalisiert, dass die Beziehungen zwischen China und Japan auf den richtigen Weg zurückkehren», schrieb die englischsprachige «Global Times», die vom kommunistischen Parteiorgan «Volkszeitung» herausgegeben wird. Die Staatsagentur Xinhua zitierte Experten mit der Überzeugung, dass der dreitägige Besuch die Entwicklung der Beziehungen verbessern wird.

Als Partner sollten beide Länder «einen neuen Entwurf für das künftige Wachstum unserer bilateralen Beziehungen zeichnen», sagte zudem eine Sprecherin des Pekinger Aussenministeriums am Donnerstag.

Höhepunkt mit Xi Jinping

Zum Auftakt wird Chinas Ministerpräsident Li Keqiang den japanischen Premier empfangen. Beide Seiten feiern den 40. Jahrestag der Unterzeichnung des Freundschaftsabkommens, das 1978 die Beziehungen nach der alten Feindschaft im Zweiten Weltkrieg normalisierte. Höhepunkt des Besuches ist am Freitag der Empfang durch Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping.

Das Verhältnis ist wegen der Kriegsvergangenheit schwierig - zuletzt auch wegen des rechtskonservativen Kurses von Abe. Spannungen gab es besonders 2012, als sich der Territorialstreit um Inseln im Ostchinesischen Meer verschärfte. Japans Premier und Chinas Präsident Xi haben sich zwar wiederholt am Rande internationaler Gipfel gesehen, doch war Abe seit seinem Amtsantritt 2012 bisher noch nicht zu einem bilateralen Besuch in Peking.

China und Japan gegen die USA?

Als zweit- und drittgrösste Volkswirtschaften der Welt wollen China und Japan auch die Wirtschaftskooperation ausweiten. Ihr Handelsvolumen erreichte 2017 mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Beobachter spekulierten, dass China auch wegen seines Handelskrieges mit den USA und der zunehmend konfrontativeren China-Politik von US-Präsident Donald Trump engere Beziehungen zu Japan sucht.

Angesichts der jahrelangen Spannungen ist die Tatsache, dass Abe jetzt nach Peking reist, an sich schon von Bedeutung und ein Zeichen für die Annäherung. Wobei China dabei nach Ansicht japanischer Beobachter schon wegen des Handelskonflikts mit den USA das grössere Interesse haben dürfte. Peking könnte auch versuchen, einen Keil zwischen Tokio und seinem wichtigsten Verbündeten USA zu treiben. (sda/dpa)

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