USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Warum erscheint Trump, wenn ich «Idiot» suche? Google-CEO erklärt Algorithmus im Kongress



Die Situation ist bekannt: Ein Verantwortlicher einer grossen Tech-Firma sitzt inmitten des US-Kongresses auf einem Stühlchen und muss die Fragen der Abgeordneten über sich ergehend lassen, die – gelinde gesagt – nicht gerade Digital Natives sind.  

Diesmal war es nicht Mark Zuckerberg, der da «gegrillt» wurde, sondern Sundar Pichai, CEO von Google. In der Anhörung ging es um Gerüchte, Google plane eine Suchmaschine für den chinesischen Markt, und allgemein um die Datensammlung des Konzerns. Die demokratische Abgeordnete Zoe Lofgren fragte: 

«Ich google das Wort ‹Idiot› in der Bildersuche und bekomme ein Foto von Donald Trump. Wie kann das passieren? »

abspielen

Video: YouTube/GAO GAO

Pichai versucht zu erklären, wie der Algorithmus die Suchergebnisse generiert: Websites crawlen, Faktoren wie Beliebtheit, Stichwörter und so weiter. Versteht natürlich niemand so genau, soll man ja auch gar nicht. Lofgren aber scheint mit der Antwort ganz zufrieden und fasst noch einmal zusammen:

«Da sitzt also nicht irgendein kleiner Mann hinter dem Vorhang und entscheidet, was wir zu sehen bekommen.»

Pichai betont noch einmal, dass täglich drei Billionen Suchanfragen eingehen und sie nicht manuell in die Ergebnisse eingreifen. 

Sorry, falsche Firma

Der Google-CEO musste sich noch anderen Fragen im Kreuzverhör stellen. Der Republikaner Steve King etwa habe seine Enkeltochter beim Spielen eines Kinderspiels auf einem iPhone beobachtet. Dort sei ein Foto erschienen, das offenbar King selbst zeigte und ihn nicht im besten Licht darstelle: Er werde nicht zu Protokoll geben, welche Art von Sprache um dieses Bild herum verwendet wurde. King fragt:

«Wie kommt das auf das iPhone einer Siebenjährigen, die ein Kinderspiel spielt?»

Pichai bewahrte die Fassung: «Herr Abgeordneter, das iPhone wird von einer anderen Firma gemacht.» King fand aber, das sei eigentlich egal: «Es könnte genauso gut ein Android gewesen sein».

Auch auf die Frage des Republikaners Ted Poe, ob Google verfolgen könne, wenn er sich mit seinem iPhone durch den Raum bewege, antwortete Pichai gelassen: «Nicht standardmässig.» Er setzt zur Erklärung an: «Möglicherweise würde ein Google-Dienst, den Sie nutzen ...» Doch Poe unterbricht ihn und fordert ein klares Ja oder Nein. «Sie verdienen 100 Millionen Dollar pro Jahr, Sie müssen diese Frage beantworten können.» Pichai bleibt ratlos. 

Im Video ab Minute 2:30

abspielen

Video: YouTube/CNET

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass Zoe Lofgren eine republikanische Abgeordnete sei. Das ist natürlich falsch und wurde korrigiert. 

(tam)

«Es war mein Fehler», Zuckerberg vor dem US-Kongress

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

37
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • RandyRant 13.12.2018 20:10
    Highlight Highlight Schon lustig wie gegensätzlich hier die Reaktionen im Vergleich zu Merkels Kommentar neulich sind...
    "Ja stimmt ist für uns alle ja Neuland" vs. "Haha voll schlimm wie die Dinosaurier keine Ahnung haben"
  • Paedu87 13.12.2018 07:02
    Highlight Highlight Ich vergesse manchmal, dass der digitale Graben soo krass ist. Traurig, dass diese Dinosaurier die Geschicke des Landes lenken... und kein Wunder wenn die Chinesen alle überholen.

    Gilt auch für die Schweiz, wo die viel zu mächtige Bauernlobby sogar den Bundesrat im Wirtschaftsdepartement stellt, während die IT praktisch gar nicht im Parlament vertreten ist.

    #ichkönntkotzen
  • Schnurri 13.12.2018 06:38
    Highlight Highlight "Das Internet ist für uns alle Neuland"
  • Gawayn 12.12.2018 22:31
    Highlight Highlight Zu Zeiten Sarkozys konnte man nach
    "Trou du cul de France" googlen.
    Tja da erschien sein Name.

    Bei Trump passt es. Der ist wirklich ein Idiot...
  • postscriptum 12.12.2018 19:26
    Highlight Highlight es wären denn 3 milliarden suchanfragen pro tag, nicht 3 billionen.
  • aglio e olio 12.12.2018 19:16
    Highlight Highlight Es funktioniert auch mit DuckDuckGo und anderen.
    Das wäre mein Argumentationsansatz...

  • Jol Bear 12.12.2018 18:05
    Highlight Highlight Didaktisch anschaulich hätte er die Frage nach der Bildersuche als Einführung zur Antwort ja anhand eines Beispiels beantworten können, z. B. "Sehen Sie, wenn ich in der Bildersuche das Wort "Staubsauger" eingebe, werden als Resultat Bilder von Staubsaugern gezeigt."
    • Mattse73 12.12.2018 20:14
      Highlight Highlight You made my day! :-p
  • hansdampfinallengassen 12.12.2018 17:21
    Highlight Highlight Also, diese Kausalisierung ist wahrlich nicht schwierig zu begründen.
  • Menel 12.12.2018 16:39
    Highlight Highlight Schönes Beispiel dafür, dass die Politiker zum Teil absolut keine Ahnung von der heutigen Technik davon haben. Das schlimme daran, es gibt in unsere Zeit wohl kaum etwas, das so einen starken Einfluss auf die Gesellschaft und ihre Entwickung hat wie diese Technologie und die Politik überlässt alles den Unternehmern.
    • You will not be able to use your remote control. 12.12.2018 19:03
      Highlight Highlight Da möchte ich jetzt schon darauf hinweisen, dass auch Pichai nicht weiss, wie das funktioniert. Ist halt KI - sorry...

      "Versteht natürlich niemand so genau, soll man ja auch gar nicht."
    • Menel 12.12.2018 22:16
      Highlight Highlight Ich bezog meine Aussage auf die Basics und nicht Deep Learning Algorithmen.
    • You will not be able to use your remote control. 13.12.2018 17:28
      Highlight Highlight Ich habe nicht deine Aussage kritisiert, sondern den Gedanken aufgeworfen, dass wir allgemein auf dem Weg sind, die Kontrolle abgeben zu wollen, weil wir vieles einfach nicht richtig überlegen.

      Was mich verwundert, sind die geistigen Totalausfälle der Politiker, auch wenn ihnen Experten die technischen Details erklären. Das OSI-Modell muss man nicht kennen, um zu verstehen, dass Vorratsdatenspeicherung Generalverdacht bedeutet oder dass E-Voting für Wahllokale und Wahlbeobachter überhaupt nicht nachvollziebar ist.
  • Nachbarino 12.12.2018 16:30
    Highlight Highlight Fun Fact: Das funktioniert auch mit diversen anderen unfreundlichen englischen Wörtern.😂
  • Linus Luchs 12.12.2018 15:59
    Highlight Highlight Wenn Google zum Stichwort "Idiot" Bilder von Trump liefert, dann scheinen diese Algorithmen ja durchaus tauglich zu sein.
  • Jamaisgamay 12.12.2018 15:46
    Highlight Highlight Haha, tatsächlich. 50% aller Bilder :-)
  • x4253 12.12.2018 14:45
    Highlight Highlight Danke an Mr. Lieu (8:30 im Video).

    "If you want positive search results, do positive things. If you don't want negative search results, don't do negative things. (...) If you getting bad press articles and bad search results, don't blame google, facebook or twitter. Blame yourself" :D
  • Skeptischer Optimist 12.12.2018 13:59
    Highlight Highlight "Pichai betont noch einmal, dass täglich drei Billionen Suchanfragen eingehen und sie nicht manuell in die Ergebnisse eingreifen."

    Die Frage war, wieso Bilder von Trump erscheinen, wenn als Suchwort "Trump" eingegeben wird. Vielleicht muss man NICHT Digital Native sein um zu begreifen, dass das oben zitierte beim besten Willen die Frage NICHT beantwortet.

    Pichai hätte durchaus eine Antwort geben können. Wäre er ehrlich, hätte er zu Protkoll gegeben, dass Google irgend etwas programmiert hat, dass irgendwelche Daten verwendet um irgendein Ergebnis zu liefern, das er auch nicht ganz kapiert.
    • Bart-Olomäus 12.12.2018 15:13
      Highlight Highlight Korrekt !!! Btw, ich verkaufe noch Aluhüte, hast du Interesse ?
    • Bits_and_More 12.12.2018 15:24
      Highlight Highlight "Pichai versucht zu erklären, wie der Algorithmus die Suchergebnisse generiert: Websites crawlen, Faktoren wie Beliebtheit, Stichwörter und so weiter."

      Damit ist die Frage doch zumindest im Ansatz beantwortet. Den detaillierten Suchalgorithmus technisch zu erklären wäre hier auch der falsche Ansatz.
    • Skeptischer Optimist 12.12.2018 16:10
      Highlight Highlight @Bits_and_More:

      Google hält den Algorithmus geheim, man darf annehmen weil er ziemlich dämlich und manipulierbar ist.

      Angesichts der Bedeutung der Reihenfolge der Suchergebnisse ist die Frage der Senatorin alles andere als dumm. Auch wenn dies für die Google Fanboys etwas zu hoch ist. Wollen wir uns wirklich in vielen Lebensbereichen den nicht erklärbaren "Resultaten" einer Maschine unterwerfen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baba 12.12.2018 13:58
    Highlight Highlight Das ist ungefähr, wie wenn man Kindergärtnern die Relativitätstheorie erklären müsste. Pichai kann einem wirklich leid tun...
  • Chili5000 12.12.2018 13:47
    Highlight Highlight Diese Pfeife soll der CEO von Google sein... Der kann ja nicht mal argumentieren...
    • Bruno S.1988 12.12.2018 16:37
      Highlight Highlight "Was argumentiere?!"
      Benutzer Bild
  • Bart-Olomäus 12.12.2018 13:42
    Highlight Highlight Ich habe grade gestern wider dieses Video angesehen... einfach lustig und Traurig ...

    Senator I have not heard that,
    Senator I don’t know,
    Senator I am not aware of that,

    SeNaToR I dOn’T cArE



    Play Icon
  • swisskiss 12.12.2018 13:27
    Highlight Highlight Sind das nun diesselben Abgeordneten, die in den Geheimdienstausschüssen die digitale Arbeit von NSA und CIA beurteilen und kontrollieren müssen?

    Aber irgendwie habe ich ein deja vue, wenn ich die unbedarften Amis betrachte und mit Merkel und co. , samt Mehrheit des Schweizer Parlaments vergleiche.

    Sich Sorgen machen, dass man die Funktion von google nicht versteht?

    Das ist in bei der aktuellen Weltlage mit den Aktivitäten der Weltmächte im Cyberbereich wohl das kleinste Problem.
  • Gurgelhals 12.12.2018 12:38
    Highlight Highlight Zoe Lofgren ist eine Demokratische Abgeordnete. Wenn man den Clip ansieht, wird der Kontext ihrer Frage auch klar: Sie bringt das "Trump = Idiot" Beispiel, damit Pichai daran erklären kann, wie der Suchalgorithmus zu diesem Resultat kommt, und die absurden Behauptungen von den technischen Analphabeten bei den Republikanern, dass da irgendwo ein anti-republikanisch gesinnter Mitarbeiter im Google-Hauptquartier hockt und die Suchresultate verfälscht, widerlegen kann.
  • Tomoko 12.12.2018 11:54
    Highlight Highlight Bitte...lässt Leute, mit ein wenig Technikverständnis solche Anhörungen führen..das tut doch weh.
    • Butschina 12.12.2018 12:21
      Highlight Highlight Ist aber lustiger zu verfolgen wenn sie weniger technik Verständnis haben. Allerdings hätte ich von einem Kongressmitglied schon etwas mehr Grundkentnisse erwartet.
    • Chriguchris 12.12.2018 12:27
      Highlight Highlight Man kann sich doch zwischen "weh tun" und belustigen entscheiden. Also ich habe mich ganz klar für Belustigung entschieden ;-D
      aber du hast schon Recht.
    • Mariokart-Luigi 12.12.2018 12:33
      Highlight Highlight Lustig bzw fremdbeschämend ist es trotzdem...
    Weitere Antworten anzeigen

Greta segelt los – und so sieht ihre Jacht aus

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich an Bord einer Hochsee-Segeljacht auf den Weg in die USA gemacht. Gemeinsam mit den beiden Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi stach die 16-Jährige am Mittwoch im englischen Plymouth in See.

Die Jacht «Malizia» soll sie nun innerhalb von knapp zwei Wochen bis nach New York bringen. Nach einem Jahr der Klimaproteste in Stockholm und anderen Städten Europas will Thunberg ihren Einsatz gegen die Klimakrise in Übersee auf eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel