Klischeekanone
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Kenne deinen Feind – 7 Gründe, weshalb sich Stechmücken wie Vollidioten verhalten

Kommt Wärme, kommen Mücken. Und zwar unweigerlich. Gerade in dieser Angelegenheit ist es eminent wichtig, den Feind und sein Weltverständnis zu kennen. Hier die 7 wichtigsten Punkte.



Das Leben als Mensch ist ja ohnehin schon beschwerlich. Und dann kommen zu allem Überfluss noch jene geflügelten Quälgeister hinzu, die es vermögen, uns mit einem Kampfgewicht von eindrücklichen 2 Milligramm in die Ecke zu drängen und um den Schlaf zu bringen. Das kann's ja nicht sein. WIESO? – Das ist die Frage.

Um deinem Unmut einen Begründungskontext zu verschaffen, beleuchten wir im Folgenden jene 7 Gesetzmässigkeiten, nach denen Stechmücken agieren. Nur wenn wir uns im Kopf unserer Feinde auskennen, können wir sie besiegen. Zumindest mental.

Es gibt nur eine ideale «Zapfzeit»

Es mag einem so vorkommen, als kämen Stechmücken just dann, wenn es am ungelegensten ist. Jener Moment abends im Bett zum Beispiel, wenn endlich die richtige Position gefunden wurde und sich die schwere Pforte zum Schlaf um einen Spalt öffnet, der gerade genug gross ist, um einen hastigen Blick auf die dahinter hervorlugende Erholung zu werfen.

Sssssss. Zurück auf Feld 1. Figgdi.

Keine Angst. Du bist nicht der Spielball des Schicksals. Das alles hat seinen Grund.

Und zwar in der Wissenschaft:

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Bild: Watson / unsplash

Der ganze Stress und Unmut, der sich den Tag hindurch in dir anstaut, verwandelt sich gegen Abend in einen süssen Nektar, der sich im Blut ablagert. Je mehr Stress und Unmut, desto besser das Bouquet. Kurz vor dem Einschlafen gezapft, ist dieser Saft der 1986er Château Margaux in Sachen Blut.

Mücken sind geduldige Geniesser und sparen sich das Blut vom Saugrüssel ab, ehe es kurz vor dem Einschlafen des Wirts Perfektion in Nase, Gaumen und Abgang erreicht. Bewundernswert.

Es gibt nur einen idealen Ton

Damit eine Mücke auch wirklich wie eine Mücke klingt, sind drei tonale Grundelemente vonnöten.

Hier graphisch dargestellt:

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Das «EEEEE» im Lied «Call on MEEEEE» von Eric Prydz, ein Nagel, der auf einer Wandtafel kratzt, und ein Kleinkind, das sich die Seele aus dem Leib schreit. Bild: watson / shutterstock

Die originale Zusammensetzung des klassischen Mückentons ist 40% «EEEEE», 40% Fingernagel auf Wandtafel und 20% Saugoof. Eine Symphonie, die Experten zufolge Satans lila Phase zuzuordnen ist und bis heute unverändert so besteht.

Sie ist denn auch die bis heute einzig gesellschaftlich goutierte Äusserungsform für Mücken, wobei insbesondere lyrisch und harmonisch veranlagte Exponenten kategorisch mundtot gemacht werden. Dies mag auch der Grund sein, weshalb sich deren Existenz unserer Wahrnehmung grösstenteils entzieht.

Es gibt nur einen idealen Ort

Um zu verstehen, wieso die Mücken ihre Litanei verhältnismässig oft im unmittelbaren Umfeld unseres Gehöreingangs vortragen, muss ihre Anatomie in Betracht gezogen werden.

Hier 1 Anatomie (oder 1 Physiognomie, reicht auch) von 1 Mücke:

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Bild: shutterstock

Fokussiert man sich nun auf die Augenpartie, so wird klar, dass Mücken ihre Umwelt unweigerlich anders wahrnehmen, als wir das tun. Forschungen haben (womöglich) ergeben, dass Mücken beispielsweise unser Ohr wie folgt wahrnehmen, was ihr Verhalten um einiges erklärbarer macht.

Klicke aufs Bild, um die Mücken-Perspektive anzusehen:

bild: watson / shutterstock

Sie wollen demnach nur eins. Brillieren. Wie wir auch.

Es gibt nur einen idealen Flugrhythmus

Es mag besonders sadistisch wirken, dass uns Stechmücken dazu verleiten, uns selbst zu schlagen, uns dann eine Sekunde glauben lassen, wir hätten sie erwischt, bevor sie unter penetrantem Getöse davonfliegen. Fast so, als wäre es ihr seelischer Jungbrunnen.

*Stimmungsbild*

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Bild: watson / shutterstock

Natürlich ist auch das eine krasse Fehlwahrnehmung. Denn Mücken sind in dieser Hinsicht dem Menschen viel ähnlicher, als uns das gewahr ist. Sie empfinden Klatschen als besonders motivierend. Wir wollen sie töten, sie hingegen meinen, wir wollen sie spielend zur Höchstleistung pushen.

Was Mücken tatsächlich hören, wenn unsere Hand nach ihnen schlägt:

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Bild: watson / unsplash

Ruhen sie sich nach langem Herumgefliege kurz auf unserer Stirn oder Wange aus, schlagen wir danach, was für sie nichts anderes als der motivierende Startschuss für das nächste Set ist, welchem sie als verspielte Individuen Folge leisten.

Es gibt nur ein ideales Muster

Das vermeintliche Piesacken beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Nacht. Doch auch bei Tage gelten strikte Anstandsregeln. Die wichtigste ist dabei das Respektieren der Klassengesellschaft.

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Das dazugehörige Bonmot: «Eine Menschengesellschaft muss nicht gestört werden beim Speisen, das Blut aus den Schenkeln bietet genug an Eisen.» Bild: watson / shutterstock

Dies ist der Grund, weshalb sich anständige Mücken möglichst unbemerkt an unseren Schenkeln aufhalten, während die gesellige Runde nichtsahnend vor sich hin vegetiert. Es ist nichts weiter als ein Zeichen des Respekts.

Natürlich haben sich über die Jahre gewisse Vorlieben entwickelt, was die Schenkelspeise angeht.

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Bild: watson / shutterstock / unsplash

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bild: watson / shutterstock / unsplash

Und plötzlich macht auch der sogenannte Filet-Schutz Sinn:

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Bild: shutterstock

Es gibt nur eine ideale Seite des Mückennetzes

Hier muss gleich zu Beginn angemerkt werden, dass «Mückennetz» ein irreführender Terminus ist. Aus Mückenkreisen heisst es, dass er zu humanzentristisch und abwertend Mücken gegenüber sei. Diese Stimmen wurden in jüngster Zeit zunehmend lauter.

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Gegenstand definitorischer Grabenkämpfe: das Mückennetz. Bild: shutterstock

Denn was die Funktionalität des Netzes angeht, so kann ebenfalls argumentiert werden, dass es sich dabei eigentlich um einen Spinnenschutzwall handelt, wobei für ausreichend Verpflegung in der Schutzzone gesorgt ist. Dieser Aspekt werde durch den Begriff Mückennetz jedoch ausgeklammert.

Das Mückennetz durch Mückenaugen:

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Bild: watson / shutterstock

Es gibt nur ein adäquates Mindset

Bei all den negativ anmutenden Aspekten, die Stechmücken mit sich bringen, blieb eine zentrale Frage bislang ungeklärt:

Wieso zur Hölle können Mücken nicht einfach Blut saugen, ohne Juckreiz zu injizieren?

Die Antwort ist verblüffend simpel. Mücken gelten seit jeher als solidarisch organisiert. Diese Solidarität tragen sie als eine der wenigen Lebewesen über Spezies-Grenzen hinaus. Kein Nehmen ohne Geben – egal in welcher Beziehung.

Und vielleicht merken wir erst da: So verschieden sind wir eigentlich gar nicht ...

BildBild aufdecken

Bild: AP

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