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Israeli soldiers work on their Merkava tanks in an army deployment area near Israel's border with the Gaza Strip on July 12, 2014. Israel pounded Gaza for a fifth day today, vowing no let-up in its air campaign to halt rocket attacks by militants which has killed more than 120 Palestinians. AFP PHOTO /MENAHEM KAHANA

So ähnlich hat es auch schon 2009 ausgesehen: Israelische Panzer tanken in der Nähe von der Grenze zum Gaza-Streifen. Eine Bodenoffensive ist angekündigt.  Bild: AFP

Neue Eskalation in Gaza

Im Nahen Osten wiederholt sich die Geschichte – ohne gute Vermittlung wahrscheinlich bis zum bitteren Ende

13.07.14, 14:27 13.07.14, 16:04

Die aktuellen Berichte aus dem Gazastreifen und Südisrael erscheinen wie eine Wiederholung der Nachrichten aus den Jahren 2012 oder 2009. Auch bei der achttägigen Gaza-Eskalation im November 2012 mobilisierten die israelischen Streitkräfte Reservebrigaden für eine Bodenoffensive, bevor doch noch eine Waffenruhe erreicht wurde; im Jahr 2009 gab es dagegen eine Bodenoffensive mit dem Namen «Gegossenes Blei».

Israeli soldiers work on their Merkava tanks in an army deployment area near Israel's border with the Gaza Strip on July 13, 2014. Israeli strikes on Gaza killed a teenager and a woman, medics said, raising the overall death toll to 166 as the punishing air campaign entered its sixth day.  AFP PHOTO / JACK GUEZ

Die Zahl der Toten Palästinenser stieg am Wochenende auf 156, insgesamt 163 Menschen kamen bisher bei der neusten Eskalation im Gazastreifen ums Leben.   Bild: AFP

Sollte sich nun kein aussichtsreicher Vermittlungsversuch abzeichnen, wird für die nächsten Tage mit einem Vorrücken der israelischen Armee in den dichtbesiedelten palästinensischen Küstenreifen gerechnet. Wie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren sollen radikalislamische Palästinensergruppen am weiteren Raketenbeschuss Israels gehindert werden.

Operation «Gegossenes Blei» brachte vor allem Blut

Am 3. Januar 2009 rückte die israelische Armee nach einwöchigen Luftangriffen auf Stellungen der Hamas in den Gazastreifen ein. Bei dem insgesamt dreiwöchigen Militäreinsatz «Gegossenes Blei» wurden nach UNO-Angaben mehr als 1400 Palästinenser getötet, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Mehr als 6200 Häuser wurden zerstört. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben.

Bewohner des Gazastreifens fliehen gegen Süden.  Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Israels Armee drang mit Soldaten, Panzern und Artillerie vor. Die Truppen umzingelten die Stadt Gaza und lieferten sich in mehreren Vierteln tagelang Gefechte mit bewaffneten Palästinensern, gleichzeitig wurde das Stadtzentrum aus der Luft bombardiert. Bei den Kämpfen wurden auch UNO-Einrichtungen und Schulen getroffen.

2009 war ein Fehlschlag, die Geschichte wiederholt sich dennoch

Appelle der UNO, der EU-Länder und anderer Staaten nach einem Waffenstillstand verhallten tagelang ungehört. Am 17. Januar 2009 verkündete Israel schliesslich eine einseitige Waffenruhe, tags darauf rief auch die Hamas zu einer Feuerpause auf. Die israelische Armee begann daraufhin mit dem Abzug.

Menschen in Tel Aviv suchen Schutz in einem Einkaufszentrum. Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE

Die israelische Offensive schwächte zwar die Hamas militärisch, doch wurde die Palästinenserorganisation letztlich politisch gestärkt. Das erklärte Ziel, den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen dauerhaft zu unterbinden, erreichte Israel nicht – deshalb gilt die Offensive als Fehlschlag.

Ein UNO-Bericht warf Israel ebenso wie den Palästinensern mögliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der gut dreiwöchigen Gefechte vor. Zu einer internationalen Untersuchung der Vorwürfe kam es jedoch nie. (rar/sda/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 14.07.2014 10:40
    Highlight Wer will kann mit den Juden in Frieden leben. Israel ist das einzig zivilisierte Land im nahen Osten.
    4 1 Melden
  • Markus Noach Meister 14.07.2014 09:00
    Highlight Habe selbst in Israel gelebt,1971 bis 1980!Jom Kippurkrieg hautnah miterlebt. Hört auf die Situation schönzureden.Was ist lustig daran immer wieder von Raketen aus Gaza beschossen tu werden?Habe vollstes Verständnis für Israel.Die Hamas ist eine gemeine Truppe die ihre Leute als Schutzschilde missbraucht .Sie Muss weg! Das sagen auch viele Palästinenser die in Frieden Leben wollen!Wie die Israelis auch.
    5 0 Melden
  • cogito 13.07.2014 22:45
    Highlight Die Hamas will Israel beseitigen. Das ist das Ziel gemäß Charta der Hamas.
    2 0 Melden
  • quark 13.07.2014 21:56
    Highlight Israels Ziel ist die Auslöschung Palästinas. Je mehr Zivile getötet werden desto grösser wird Hamas. Israel hat diesem Volk grausamste Lebensbedingungen mit Gewalt aufgezwungen. Da ist Hass nicht weit.
    2 6 Melden
    • goschi 14.07.2014 21:13
      Highlight Quark...
      2 0 Melden
  • zombie1969 13.07.2014 18:49
    Highlight Syrien, Irak, Libanon, Jordanien, Sinai.
    Was sich dort gerade abspielt, ist nicht isoliert von der Situation in Israel zu betrachten.
    Benjamin Netanyahu am 11. Juli:
    "Ich sagte John Kerry und dem amerikanischen Experten General Allen: Wir leben hier, ich lebe hier, ich weiss, was wir brauchen, um die Sicherheit der israelischen Bevölkerung zu gewährleisten"

    Hamas und Islamic Jihad sind zwei Terrorgruppen, die den Weg der Gewalt gegen Israel wieder neu entfacht haben.
    Israel schickt Raketen, um seine Zivilbevölkerung zu schützen.
    Hamas schickt seine Zivilbevölkerung, um die eigenen Raketen zu schützen.
    5 5 Melden
  • SandroSommer 13.07.2014 16:37
    Highlight die jungen isrealis checken ihre mails und facebook-updates in einem sauberen luftschutzraum. junge palestinänser suchen nach ihren vergrabenen familienangehörigen, wenn sie nicht gerade selber in 1000 stücken herumliegen.
    Welt! öffne die Augen!
    6 9 Melden
    • goschi 13.07.2014 19:35
      Highlight Und was sagt uns das?
      zB, dass die Israelische Regierung für ihre Bevölkerung sorgt, der Hamas aber menschliche Opfer sehr recht sind, um sie propagandistisch auszuschlachten.
      5 4 Melden