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Masken schützen. Hier trägt die niederländische Königin Maxima eine während eines Besuchs in einer Firma.
Masken schützen. Hier trägt die niederländische Königin Maxima eine während eines Besuchs in einer Firma.
Bild: EPA

Metastudie zeigt: So senkt Abstand halten und Masken tragen die Infektionsgefahr

05.07.2020, 07:11

Wie die verwandten Coronaviren SARS-CoV und MERS-CoV wird auch SARS-CoV-2 vornehmlich über nahen Kontakt zwischen Personen weitergegeben, via Tröpfcheninfektion oder auch Aerosole. Um die Infektionsgefahr zu verringern, werden daher Massnahmen empfohlen wie Abstand halten, Schutzmasken tragen und Augen schützen. Wie wirksam sie sind, hat eine umfassende Meta-Studie untersucht, die im Wissenschaftsmagazin «The Lancet» veröffentlicht wurde.

Das internationale Forscherteam um Derek K. Chu von der McMaster University in Hamilton, Kanada, analysierte 172 Beobachtungs- und 44 Vergleichsstudien mit insgesamt 25'697 Patienten aus 16 Ländern in medizinischen und Alltagssituationen, die bis zum 3. Mai 2020 erschienen waren. Berücksichtigt wurden nicht nur Studien zu Covid-19, sondern auch zu SARS und MERS.

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Abstand halten ist «hoch effektiv»

Die Befunde der Meta-Studie zum Abstand ergaben, dass eine Distanz von einem Meter mit einem Infektionsrisiko von 2,6 Prozent assoziiert ist. Ist der Abstand geringer, steigt das Risiko auf 12,8 Prozent. Dagegen halbierte sich das Risiko mit jedem weiteren Meter Distanz (bis maximal drei Meter). Die Forscher ziehen daher das Fazit, Abstandhalten als Massnahme im Alltag sei «hoch effektiv». Eine körperliche Distanz von mehr als einem Meter im Gesundheitswesen oder im Alltag reduziert demnach das Ansteckungsrisiko um 82 Prozent.

Das Vertrauen in die Evidenz des Befunds, der auf Auswertung der Daten von neun Vergleichsstudien mit insgesamt 7782 Teilnehmern beruht, veranschlagen die Studienautoren auf «moderat» (d. h. der wahre Effekt liegt wahrscheinlich nahe beim Effektschätzer).

Selbst gebasteltes Warnschild in Hamburg: Abstand halten verringert das Ansteckungsrisiko.
Selbst gebasteltes Warnschild in Hamburg: Abstand halten verringert das Ansteckungsrisiko.
Bild: AP

Schutzmasken senken Ansteckungsgefahr

Eine Maske zu tragen, ist laut der Meta-Studie mit einem Infektionsrisiko von 3,1 Prozent assoziiert; ohne Maske sind es 17,4 Prozent. Wer einen einfachen Mund-Nasen-Schutz trägt, senkt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung um 85 Prozent; mit einer FFP2/3-Atemschutzmaske (FFP = «Filtering Face Piece») können es bis zu 96 Prozent sein. Ärzte und Pflegepersonal könnten mit teilchenfiltrierenden Masken wie N95 besser geschützt sein als mit OP-Masken. Für die Bevölkerung geeignet seien auch wiederverwendbare Masken mit 12 bis 16 Lagen Baumwollstoff.

Hygienemasken, auch chirurgische Masken oder OP-Masken genannt, eignen sich auch für den Alltagsgebrauch.
Hygienemasken, auch chirurgische Masken oder OP-Masken genannt, eignen sich auch für den Alltagsgebrauch.
Bild: Shutterstock

Die Studienautoren, die zehn Studien (mit je einem der drei Viren) mit 2647 Teilnehmern auswerteten, verglichen vornehmlich den Maskengebrauch unter Kontakten desselben Haushalts oder bei Begegnungen mit anderen Kontaktpersonen. Das Vertrauen in die Evidenz wird hier nur mit «niedrig» veranschlagt (d. h. der wahre Effekt kann sich durchaus relevant vom ermittelten Effektschätzer entfernen).

Die Schutzwirkung der Maske hängt von der korrekten Tragweise ab: So trägst du sie richtig

Video: watson/Emily Engkent

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass einlagige Masken einen sehr viel schlechteren Schutz bieten als mehrlagige. Dies gelte es besonders bei selbstgenähten Masken zu beachten. Chu stellt zudem fest, es müsse von Seiten der Politik «sichergestellt werden, dass teilchenfiltrierende Masken, OP-Masken und Augenschutz für Mitarbeiter in der Direktversorgung von Covid-19-Patienten verfügbar sind.» Und Schutzmasken sollten auch der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden.

Augenschutz verringert Infektions-Risiko

Das Ansteckungsrisiko ist auch für Personen geringer, die eine Schutzbrille, eine Brille oder einen Gesichtsschutzschild tragen. Das Infektionsrisiko lag in diesem Fall bei 5,5 Prozent; ohne Augenschutz belief es sich auf 16 Prozent. Die Forscher ermittelten für den Augenschutz insgesamt eine Schutzwirkung von 78 Prozent. Die Verfasser der Studie wiesen darauf hin, dass die Wirkung des Augenschutzes in der Bevölkerung stark unterschätzt werde.

Die Wirkung von Schutzbrillen wird in der Bevölkerung unterschätzt.
Die Wirkung von Schutzbrillen wird in der Bevölkerung unterschätzt.
Bild: Shutterstock

Der Befund beruht auf der Auswertung von 13 Studien mit 3713 Teilnehmern; auch hier bewerteten die Autoren das Vertrauen in die Evidenz als «niedrig».

Kein vollständiger Schutz

Die Studienautoren legen Wert auf die Feststellung, dass keine der untersuchten Massnahmen zu 100 Prozent vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 schützt. Bis ein effektiver Impfstoff vorliege, sollte eine Kombination mehrerer Methoden angewendet werden – beispielsweise eine Maske zu tragen und zugleich Distanz zu halten. Zudem seien auch weiterhin grundlegende Hygiene-Massnahmen wie häufiges und intensives Händewaschen unerlässlich, um die Pandemie einzudämmen.

(dhr)

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