Fussball
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epa06819143 Swiss players Breel Embolo (L) and Michael Lang (R) attend their team's training session in Togliatti, Russia, 18 June 2018. Switzerland will face Serbia in the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match on 22 June 2018.  EPA/LAURENT GILLIERON   EDITORIAL USE ONLY

Embolo (links) und Lang könnten gegen Costa Rica starten. Bild: EPA/KEYSTONE

Wie sehr soll Petkovic seine Stammelf nun durcheinander wirbeln?

Die Schweiz steht nach dem Sieg gegen Serbien mit anderthalb Beinen in den WM-Achtelfinals. Eröffnet sind nun personelle Planspiele im Hinblick auf das weitere Turnier. Zumindest die Degradierung von Haris Seferovic auf die Ersatzbank drängt sich auf.

Stefan Wyss, togliatti / sda



Rund 12 Stunden nach dem Sieg gegen die Serben ist das Schweizer Nationalteam gestern von Kaliningrad ins Trainingscamp nach Togliatti zurückgereist. Es war ein Flug mit Symbolcharakter. In Kaliningrad waren die Schweizer der Heimat geographisch näher als im vom Spielort 1900 km entfernten Togliatti. Doch statt die frühe Rückkehr in die Schweiz vorzubereiten, stehen sie mehr denn je mitten in dieser WM in Russland. Die Achtelfinal-Qualifikation ist greifbar.

A fan from Switzerland reacts during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia at the Arena Baltika Stadium, in Kaliningrad, Russia, Friday, June 22, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Nati-Fan «Trompeten-Sigi» bläst in Kaliningrad zur Attacke. Bild: KEYSTONE

Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag in der Gruppe E ist derart komfortabel, dass sich die Schweiz am Mittwoch in Nischni Nowgorod gegen das bereits ausgeschiedene Costa Rica sogar eine Niederlage mit einem Tor Differenz leisten kann – sofern Serbien gegen Brasilien nicht gewinnt und bei einem allfälligen Unentschieden höchstens ein Tor mehr erzielt als die Schweiz bei ihrer knappen Niederlage gegen Costa Rica. Siegt Brasilien gegen Serbien, ist die Schweiz so oder so weiter.

Wegweisende zweite Hälfte gegen Serbien

Das erste Ziel hat die Schweiz also mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erreicht. Die Frage stellt sich nun, wie weit kann der Weg gehen in der K.o.-Phase? Wer gegen Brasilien nach einem Rückstand einen Punkt holt und gegen Serbien die Wende zum Sieg schafft, der darf die Latte etwas nach oben schieben. Die Schweizer wollen erstmals seit 1954 in einen WM-Viertelfinal. Doch ab den Achtelfinals zählt nur noch der Sieg. Um weiterzukommen, braucht es nicht nur eine solide Defensive und eine gute Organisation, es braucht auch die individuelle Klasse, um im Angriff mit einer Szene das Gleichgewicht zu seinen Gunsten aufzuheben.

Die zweite Halbzeit gegen Serbien hat aufgezeigt, welches der Weg der Schweiz sein könnte. Nationalcoach Vladimir Petkovic hat in der Pause seinen Fehler in der Startformation korrigiert und den einmal mehr schwachen Haris Seferovic durch Mario Gavranovic ersetzt. Knapp eine Viertelstunde vor dem Ende wechselte er dann Blerim Dzemaili aus und brachte Breel Embolo auf dem rechten Flügel, Xherdan Shaqiri rückte ins Zentrum. Es waren Änderungen, die zukunftsweisend sein könnten.

Switzerland's forward Haris Seferovic, reacts during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia at the Arena Baltika Stadium, in Kaliningrad, Russia, Friday, June 22, 2018. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Stürmer Seferovic: Der «Mann aus Sursee» fand in zwei Spielen den Tritt nicht. Bild: KEYSTONE

Es ist zweifelsfrei so, dass Gavranovic schon gegen Costa Rica eine Chance von Beginn weg verdient hat. Auch der Tessiner, in der abgelaufenen Saison 15-facher Torschütze in der kroatischen Meisterschaft, ist kein potenzieller WM-Torschützenkönig. Aber im Gegensatz zu Seferovic fand er sofort eine Bindung zum Team. Er machte das Angriffsspiel mit ein paar Seitenwechseln variabel, er kam immerhin zu einer sehr guten Chance und bereitete das Siegestor von Shaqiri mit einem feinen Steilpass vor. Das ist deutlich mehr, als es Seferovic vor der Pause mit seinen bloss drei Ballberührungen zu bieten hatte.

Shaqiri fürs Zentrum bereit

Die Frage, ob Seferovic oder Gavranovic spielt, darf sich also im Prinzip nicht mehr stellen. Heikler ist vor den nächsten WM-Tagen eine andere Personaldebatte. Soll Petkovic wie in den letzten 20 Minuten gegen Serbien Shaqiri im Zentrum spielen lassen und Embolo auf dem Flügel? Und dafür Dzemaili opfern? Shaqiri hätte mit dem Wechsel kein Problem. «Ich fühle mich auf dieser Position wohl und schoss auch ein Tor.»

epa06831814 Serbia's midfielder Luka Milivojevic (C) in action against Swiss players Xherdan Shaqiri (R) and Blerim Dzemaili (L) during the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia in Kaliningrad, Russia, 22 June 2018. 

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/LAURENT GILLIERON   EDITORIAL USE ONLY

Soll Shaqiri (hier gefoult) den Platz im Zentrum von Dzemaili (im Hintergrund) übernehmen? Bild: EPA/KEYSTONE

Die Frage ist taktisch allerdings heikel. Gerade in Partien gegen Teams von gehobener internationaler Klasse, gegen die Widersacher in der WM-K.o.-Phase also, sind die defensive Disziplin und die Laufwege von Dzemaili für das Gleichgewicht der Mannschaft nicht zu unterschätzen. Petkovics Vorgänger Ottmar Hitzfeld hatte auf dieser Position jeweils Granit Xhaka nominiert. Dieser war auch kein «Zehner», hat aber dank seinem defensiven Gewissen jeweils Druck gemacht auf die Angriffsauslöser beim Gegner und deren Passwege zugestellt.

Bei Dzemaili ist es das Gleiche. Ausserdem ist der Zürcher im Gegensatz zu Seferovic gegen Serbien nicht abgefallen. In der ersten Halbzeit hatte er die einzigen gefährlichen Aktionen der Schweizer. Nach der Personalrochade und mit Shaqiri in der Mitte und Embolo auf dem Flügel hat die Schweiz vorgestern zwar den Sieg erzwungen. Petkovic hat dies registriert – und doch dürfte dies auch bei den kommenden WM-Aufgaben eher die Lösung für eine taktische Änderung im Verlauf des Spiels bleiben.

Erholungspause für Routiniers?

Andere mögliche Planspiele sind bloss von kurzfristiger Bedeutung und betreffen das Spiel gegen Costa Rica. Soll Petkovic seinem Captain Stephan Lichtsteiner eine Pause gönnen? Mit seinen 34 Jahren braucht der Aussenverteidiger mehr Zeit für die Regeneration als andere Spieler. Bei Juventus Turin hatten sie dies in der letzten Saison erkannt. Lichtsteiner hat in der Rückrunde der Serie A nur zweimal in zwei aufeinanderfolgenden Partien von Beginn weg gespielt.

epa06832004 Swiss players Stephan Lichtsteiner (C) and Valon Behrami (R) celebrate after the FIFA World Cup 2018 group E preliminary round soccer match between Switzerland and Serbia in Kaliningrad, Russia, 22 June 2018. Switzerland won 2-1.

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/LAURENT GILLIERON   EDITORIAL USE ONLY

Gönnt Petkovic seinem Captain Lichtsteiner (links) und Behrami gegen Costa Rica eine Pause? Bild: EPA/KEYSTONE

Ausserdem ist Lichtsteiner schon einmal verwarnt. Holt er gegen Costa Rica eine gelbe Karte, ist er im Achtelfinal gesperrt. Die gleichen Überlegungen gelten auch für Valon Behrami. Der Kämpfer im Mittelfeld braucht wohl eher früher als später eine Pause und ist ebenfalls vorbelastet (wie auch Shaqiri und Fabian Schär). Mit oder ohne Lichtsteiner gegen Costa Rica? Mit oder ohne Behrami? Auch diese Fragen beschäftigen Petkovic, im Wissen, dass der letzte Schritt in die Achtelfinals, so klein er auch sein mag, trotz allem zuerst noch getan werden muss.

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 24.06.2018 14:22
    Highlight Highlight Oder aber Shakiri und Xhaka werden gesperrt ... adieu Planspiele
    5 5 Melden
  • c_meier 24.06.2018 11:31
    Highlight Highlight sonst kann man immer noch Lang als Stürmer einsetzen 😂😉
    21 0 Melden
  • Lucernefan 24.06.2018 11:18
    Highlight Highlight den mann aus sursee am besten gleich nach hause schicken. wo war der in den 2 spielen? gavra und embolo fanden sofort den tritt!!!!
    13 11 Melden
  • Noblesse 24.06.2018 10:08
    Highlight Highlight Zwingend einige wechseln. Es ist ein Turnier und Erholung sehr wichtig. Wenn die Adler fliegen, werden sie müde... (was für ein schöner Vogel!)
    48 5 Melden
  • Eric Lang 24.06.2018 09:59
    Highlight Highlight Embolo?
    Zieht doch mal die rosarote Brille ab!
    Embolo ist weiterhin total neben den Schuhen, weshalb er bei jedem zweiten Ballkontakt Probleme hat, selbigen zu kontrollieren.
    Aus diesem Grund spielt er mehr Rugby als Fussball und versucht seine Defizite mit seiner Physis zu kompensieren.
    Dzemaili ist zum einen, erfreulicherweise selbstkritisch und wird eine seiner nächsten Chancen verwandeln.
    Den Mann aus Sursee, kann man getrost in die Sommerferien entlassen.
    Michael Lang hat es verdient, seinen ersten WM Einsatz gegen Costa Rica zu bestreiten, dazu ist er auch sehr torgefährlich.
    25 98 Melden
  • Gasosio 24.06.2018 09:53
    Highlight Highlight Gavra
    Zuber - shaqiri - embolo
    Xhaka - zakaria
    Rodriguez - elvedi - akanji - lang
    Sommer

    Keine Gelbsperre für das Achtelfinale riskieren und den Herren Lichtsteiner und Behrami eine verdiente Pause gönnen. Die Qualität der Startelf sinkt nur minimal. Einwechslungen: Freuler, Dzemaili und Drmic
    84 2 Melden
    • Claudi92 24.06.2018 10:39
      Highlight Highlight Perfekt!
      5 0 Melden
    • leu84 24.06.2018 11:18
      Highlight Highlight Eine Pause für Behramis Knie tut ihm gut. Wenn es gegen Costa Rica ihn trotzdem braucht, dann kann man ihn einwechseln.
      11 0 Melden
  • Roro Hobbyrocker 24.06.2018 09:49
    Highlight Highlight Nach dem Serbienspiel hat Petkovic gesagt er möchte den Gruppensieg, damit sie in der Nähe spielen können. Es braucht somit Tore im letzten Spiel. Ich gehe davon auf, dass er somit schon weiss wie er spielen muss.
    22 1 Melden
    • huck 24.06.2018 11:26
      Highlight Highlight WO sie spielen ist doch egal, gegen WEN ist die Frage.
      (Ich würde meinen: lieber gegen Mexico in Wladiwostok als gegen Deutschland in WasWeissIchWo.
      16 1 Melden
    • Roro Hobbyrocker 24.06.2018 17:37
      Highlight Highlight Natürlich könnten Sie Achten gegen wenn sie spielen da die Gruppe F vorher spielt. Aber der Aussage der Spieler und Trainer spielt es keine Rolle wer der Gegner ist. Und ich kaufe ihnen dies ab. Dazu kommt es das man es trotzdem nicht so gut kontrollieren kann wer erster oder zweiter wird. Also sagen sie sich egal sie wollen gut spielen und als erster Weiterkommen. Wollen sie im Turnier etwas erreichen müssen sie sowieso mindestens einen Grossen schlagen. Also geniessen wir es wenn sie spielen und unterstützen sie.
      1 0 Melden
  • Macci 24.06.2018 09:39
    Highlight Highlight Ich denke, dass man gegen Costa Rica die offensive Variante mit Embolo und Gavranovic testen sollte, da die Zentralamerikaner eher defensiv spielen und schwer zu knacken sind... Im Achtelfinale müsste man dann schauen wie es gegen Xosta Rica funktioniert hat und ob man wieder defensiver (mit Dzemaili) spielen sollte..
    27 1 Melden
  • ecritex 24.06.2018 09:35
    Highlight Highlight Gavranovic hat meiner Meinung nach defidefinitv einen Einsatz von Beginn an verdient, zu mal Severovic bisher nicht überzeugen konnte. Dzemaili soll einen weiteren Einsatz in der Startelf bekommen, da es eine Frage der Zeit ist, bis er eine seiner vorhandenen Chancen verwandelt und dadurch Selbstvertrauen gewinnt. Berami und Lichtsteiner würde ich eine Pause gönnen, besonders da die Ersatzbank doch einiges zu bieten hat.

    HOPP SCHWIIZ
    156 6 Melden
    • leu84 24.06.2018 11:23
      Highlight Highlight Bei Seferovic kann man sagen, wenn es nicht läuft und man ein Tor braucht, dann hat er als Einwechselspieler gut gespielt und auch schon Tore erzielt. Aber als Startspieler hat er Ladehemmung und kann keine Räume aufreissen. Obwohl es als einziger Stürmer noch schwieriger ist.
      11 0 Melden
  • sägsäuber 24.06.2018 09:33
    Highlight Highlight Shaqiris gelbe Karte für blödsinniges Leibchenausziehen könnte Spielsperre zur Folge haben, wenn er noch eine erhält! Ob man diesen Risikoposten jetzt ins Zentrum oder zuerst mal ins Schämdi-Eggli stellen soll?!
    28 53 Melden
  • Posersalami 24.06.2018 09:20
    Highlight Highlight „Gerade in Partien gegen Teams von gehobener internationaler Klasse, gegen die Widersacher in der WM-K.o.-Phase also, s“

    Costa Rica ist kein solcher Gegner.
    9 29 Melden
    • Posersalami 24.06.2018 11:57
      Highlight Highlight Offensichtlich war Costa rica damals „etwas“ stärker.
      9 0 Melden

Ein Spiel für die Geschichtsbücher – hier alle Tore des 5:2-Wahnsinns gegen Belgien

Die Schweiz schlägt Belgien nach 0:2-Rückstand mit 5:2 und feiert einen der grössten Siege ihrer Geschichte. Seferovic erzielt drei Tore, Shaqiri zeigt ein Wahnsinnsspiel und die Belgier wissen kaum, wie ihnen geschieht.

Wer hätte das gedacht? Die Schweizer Nati dreht einen frühen und deutlichen Rückstand gegen Belgien und qualifiziert sich für das Final-Four-Turnier der UEFA Nations League.

Wie das Team von Vladimir Petkovic gegen die Weltnummer eins Moral gezeigt hat, zeugt von ganz, ganz grosser Klasse. Keine Mannschaft der gesamten Nations League hat mehr Treffer als die Schweiz erzielt, das zeugt von einer gewaltigen Offensiv-Power.

Alle Treffer der heutigen Partie gibt's hier im Video.

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