Russland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ukrainischer Regisseur Senzow zu 20 Jahren Haft verurteilt



Ukrainian film director Oleg Sentsov (L) and activist Alexander Kolchenko look on from a defendants' cage as they attend a court hearing in Rostov-on-Don, Russia, August 25, 2015. A Russian court on Tuesday sentenced Sentsov to 20 years in a high-security penal colony for

Oleg Senzow (links) und Alexander Koltschenko: Lange Haftstrafen für den Regisseur und seinen Mitangeklagten, einen ukrainischen Aktivisten.  Bild: STRINGER/RUSSIA/REUTERS

Ein russisches Gericht hat den ukrainischen Regisseur Oleg Senzow zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Die Richter im südrussischen Rostow am Don sprachen den 39-Jährigen am Dienstag wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und Waffenschmuggels schuldig.

Gegen Senzows Mitangeklagten, den ukrainischen Aktivisten Alexander Koltschenko, verhängte das Militärgericht eine zehnjährige Freiheitsstrafe.

«Gamer» (2012) – Trailer

abspielen

YouTube/FestivalgoEast

Den beiden Männern wurde in dem international umstrittenen Prozess vorgeworfen, im Mai 2014 das Büro einer prorussischen Partei auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim in Brand gesetzt und geplant zu haben, eine Lenin-Statue in Simferopol in die Luft zu sprengen.

«Es wird eine Zeit kommen, in der diejenigen, die diesen Prozess gegen dich organisiert haben, selbst auf der Anklagebank sitzen»»

Petro Poroschenko

Bei der Urteilsverkündung zeigten die beiden Angeklagten das Victory-Zeichen und stimmten die ukrainische Nationalhymne an. Nach Angaben seines Verteidigers will Senzow Berufung gegen das Urteil einlegen. Der Richterspruch sei «der Gipfel der Ungerechtigkeit und Rechtlosigkeit», sagte Dmitri Dinse.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sprach dem Regisseur unmittelbar nach der Urteilsverkündung Mut zu. «Warte ab, Oleg! Es wird eine Zeit kommen, in der diejenigen, die diesen Prozess gegen dich organisiert haben, selbst auf der Anklagebank sitzen», schrieb er im Online-Dienst Twitter.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einer «himmelschreienden Ungerechtigkeit» und einem «offenkundig unfairen Verfahren, das von glaubwürdigen Foltervorwürfen überschattet wurde». Den beiden Verurteilten wurde als Russen der Prozess gemacht, obwohl sie nie die russische Staatsbürgerschaft beantragt hatten.

Neben namhaften Regisseuren, unter ihnen der Deutsche Wim Wenders, der Spanier Pedro Almodóvar und der Brite Mike Leigh, hatten auch die EU und die USA die Freilassung der beiden Männer gefordert. Die Unterstützer der Angeklagten bezeichneten die Vorwürfe als politisch motiviert.

Folter während Untersuchungshaft

Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche 23 Jahre Straflager für Senzow verlangt. Für seinen Mitangeklagten Koltschenko, einem Kritiker des russischen Vorgehens auf der Krim, forderte die Anklage zwölf Jahre Haft. Die beiden Ukrainer wiesen die Vorwürfe zurück. Senzow berichtete in seinem Abschlussplädoyer am vergangenen Mittwoch über Folter während seiner Untersuchungshaft. Der Regisseur sass seit Mai 2014 in einem Hochsicherheitsgefängnis in Moskau.

Nach Angaben von Anwälten der Angeklagten waren auch Zeugen gefoltert worden, um sie zu Aussagen gegen Senzow und Koltschenko zu zwingen. Die Zeugen sollten Belege dafür liefern, dass die beiden Männer der rechtsextremen ukrainischen Gruppierung Rechter Sektor angehören. Zwei Zeugen, die sich weigerten auszusagen, wurden im Zusammenhang mit dem Fall zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die Regierung in Kiew betrachtet Senzow und Koltschenko als zwei von insgesamt elf politischen Häftlingen mit ukrainischem Pass, die derzeit in russischen Gefängnissen sitzen. Unter ihnen befindet sich auch die Kampfpilotin Nadja Sawtschenko, die sich wegen der mutmasslichen Beteiligung an der Tötung zweier russischer Journalisten vor Gericht verantworten muss. (wst/sda/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hauptdarsteller in US Opioid-Krise soll Milliarden-Strafe zahlen – so reagiert Trevor Noah

In der Klage gegen das Pharmaunternehmen und OxyContin-Hersteller Purdue Pharma, kam es am Mittwoch zu einer vorläufigen Einigung mit den insgesamt 23 klagenden Staaten und den 2000 Städten. Das Unternehmen muss sich für seine Rolle in der verheerenden Opioid-Krise verantworten.

Die Opioid-Krise mit rezeptpflichtigen Medikamten wie OxycContin, fand ihren Ursprung Ende der 90-er Jahre. Seither fielen ihr mehr als 200'000 Menschen direkt zum Opfer. Weitere 200'000 sollen durch den Umstieg auf das …

Artikel lesen
Link zum Artikel