Italien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Hat Luigi di Maio den falschen nominiert? Jurist Giuseppe Conte hat seinen Lebenslauf geschönt.  Bild: AP/AP

Wegen Schummeleien in seinem Lebenslauf: Wird Conte nun doch nicht Ministerpräsident?

23.05.18, 05:07 23.05.18, 07:04


Die Ernennung einer neuen italienischen Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega lässt weiter auf sich warten. Der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, sorgt mit Unklarheiten in seinem Lebenslauf für Aufregung.

Italienische Medien berichten, dass sich die Entscheidung über einen Regierungsauftrag für Conte somit in die Länge ziehen könnte. Der Präsidentenpalast machte keine Angaben, wann Staatschef Sergio Mattarella eine neue Regierung ernennen wird.

Der Rechtswissenschaftler Conte hatte in seinem Lebenslauf angegeben, unter anderem an der New York University tätig gewesen zu sein. Eine Sprecherin erläuterte der Deutschen Presse-Agentur, man habe alle Aufzeichnungen durchgesehen. Conte sei an der NYU weder Student noch Mitglied einer Fakultät gewesen.

Er habe auch keinen offiziellen Status gehabt. Conte habe lediglich zwischen 2008 und 2014 die Erlaubnis gehabt, in der Bibliothek der Rechtswissenschaften zu forschen. Ausserdem habe er einen Jura-Professor der NYU in den Vorstand eines italienischen Rechtsmagazins eingeladen.

Geschönter Lebenslauf

In Italien entspann sich eine hitzige Debatte, ob der 53-Jährige der richtige Kandidat und sein Lebenslauf geschönt ist. Auch wurde spekuliert, dass sich Sterne-Chef Luigi Di Maio wieder ins Rennen um das Amt des Regierungschefs werfen könnte.

Der jedoch wies das zurück: «Unser Name bleibt Conte», sagte Di Maio nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa. Auch Lega-Chef Matteo Salvini erklärte, Conte sei der Kandidat der Koalition.

Die Sterne, die als Anti-Establishment-Bewegung gross geworden sind, waren bei der Wahl am 4. März mit rund 32 Prozent stärkste Einzelpartei geworden. Die fremdenfeindliche Lega hatte 17 Prozent bekommen. Sowohl Di Maio als auch Salvini hatten das Premiersamt nach der Wahl für sich beansprucht.

Europakritischer Kurs

Der europakritische Kurs der beiden Parteien und die geplanten Ausgaben unter anderem für Steuersenkungen hatten in der EU und in Deutschland Sorgen über eine neue Instabilität Italiens ausgelöst.

Die künftige italienische Koalitionsregierung stellt aus Sicht des Chefs des Münchner IFO-Instituts, Clemens Fuest, die Grundlagen der Eurozone in Frage. «Der Eurozone droht eine neue Krise. Die EZB sollte überprüfen, ob sie weiterhin italienische Staatsanleihen kaufen kann.»

Lega-Chef Salvini erklärte in einem Facebook-Video, er lasse sich durch Kritik nicht einschüchtern. «Wenn wir die Rezepte befolgen, die uns Brüssel, Paris und Berlin und die Linken auferlegen, dann steigt die Verschuldung und es gibt weniger Arbeit. Wir wollen das Gegenteil machen. Und darum muss man Nein sagen.» (sda/dpa)

Bus verpasst? Scheiss Wetter? Keine Milch mehr?

Video: watson/Lya Saxer

Das könnte dich auch interessieren:

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Haris Seferovic: «Irgendwann ist genug und dann platzt der Kragen»

EXKLUSIV: Hier erfährst du, wer die WM gewinnen wird! (Spoiler: Ich, der Picdump 😒)

«Die roten Linien werden eher dunkelrot»: Wie man in Brüssel die Schweiz sieht

Traum oder Albtraum? So ist es, als CH-Rock'n'Roll-Band in den USA auf Tour zu sein

Erdogans Schlägertrupp auf dem Vormarsch in die Schweiz

Mit dieser Begründung brechen 37 Studenten Prüfung ab

Schweizer Fussballfans verirren sich an die ukrainische Front

Netta sang zum Abschluss der Pride – aber vorher gab es wüste Szenen

13 seltsame Dinge, die uns am Trump-Kim-Gipfel aufgefallen sind

«Wieso sagen Schweizer gemeine Dinge über meine Schwester?»

Das absurdeste Museum der Welt und wir waren da – und bereuen es jetzt noch

Diese 7 Zeichnungen zeigen dir, wie es am Open Air wirklich wird

Du weisst noch nicht, wem du an der WM helfen sollst? Hier findest du DEIN Team!

präsentiert von

Diese 19 Fails für bessere Laune sind alles, was du heute brauchst

Warum das Kämpfchen gegen Netzsperren erst der Anfang war

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Anschnallen bitte! So sieht der Formel-E-Prix von Zürich aus der Fahrerperspektive aus

15 Jahre ist es her: Das wurde aus den «DSDS»-Stars der 1. Stunde

Die Bernerin, die für den Sonnenkönig spionierte

Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor

Fertig mit Rosinenpicken: Es ist Zeit, dass auch Frauen bis 65 arbeiten

Wegen hoher Verletzungsgefahr: Diese Sportarten mögen Versicherungen gar nicht

Diese 18 genialen Cartoons über die Liebe und das Leben haben uns kalt erwischt 😥😍

«Pöbel-Sina» scheitert bei «Wer wird Millionär» an dieser super einfachen Frage – und du?

Was vom Bordmenü übrig bleibt – das kannst du gegen den Abfallwahnsinn im Flugzeug tun

Shaqiri ist der «dickste» Feldspieler – und 9 weitere spannende Grafiken zur Fussball-WM

Die ausgefallensten Hotelzimmer der Schweiz

Als muslimische Piraten Europäer zu Sklaven machten 

33 unfassbar miese Hotels, die so richtig den Vogel abgeschossen haben

Unerträgliche Regelschmerzen: Melanies Kampf gegen Endometriose

Diese Frau stellt absurde Promi-Fotos nach – 17 Lektionen, die wir von ihr lernen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

13
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sophia 23.05.2018 11:34
    Highlight Ist wahrscheinlich nicht so einfach, in Italien, wo das Schummeln zum tagtäglichen Muss gehört, jemanden mit ganz reiner Weste zu finden. Der, mit einer ziemlich besudelten Weste, zieht im Hintergrund die Fäden, daran stört sich niemand, aber der vorne am Faden hängt, die Marionette des grossen Zampano, soll nun aber fleckenlos sein? Na, gut, moralische Vorstellungen sind nirgenwo genormt.
    0 0 Melden
  • Nothingtodisplay 23.05.2018 09:19
    Highlight Schafft es denn wirklich kein Mensch mehr, sauber und ohne (gröberen) Schummeleien an eine führende Position zu kommen?

    Wenn die klügeren immer nachgeben, wird die Welt von Idioten regiert...
    2 0 Melden
  • why_so_serious 23.05.2018 08:39
    Highlight Er macht, was Politiker nun mal machen: Lügen und die Wahrheit verbergen zu seinen Gunsten. Surprise
    0 1 Melden
  • ceterum censeo 23.05.2018 08:16
    Highlight fatti alternativi :-)
    2 0 Melden
  • Nelson Muntz 23.05.2018 08:10
    Highlight Der sieht aus wie Charlie Sheen :-D
    1 1 Melden
  • Alice36 23.05.2018 07:56
    Highlight Ist doch ziemlich "wurscht" wer in Italien Ministerpräsi wird. In 6 Monaten ist die Erste Krise da, spätestens, und dann geht's nochmal 6 Monate bis zu den nächsten Wahlen. Wenn der gute geschummelt hat ist er wohl in Italien nicht alleine, immerhin er hat die Bibliothek besucht und hoffentlich auch was gelesen was man nicht von allen Politikern sagen kann.
    2 1 Melden
  • Howard271 23.05.2018 06:34
    Highlight Ach herrje, wie kleinlich die Leute doch sind...
    Keine Ahnung, ob der Herr fachlich und persönlich geeignet wäre als Ministerpräsident, aber ein (nicht weiter ausgeführter) CV-Eintrag, ob er an der Uni in NY evtl nur ein Kürsli gemacht hat, darf doch über sowas nicht entscheiden?
    13 74 Melden
    • Troxi 23.05.2018 07:36
      Highlight Betrug gehört Strafrechtlich verfolgt und bestraft und nicht belohnt. Es gibt immer wieder Leute die solche Tricks anwenden. Aber das fällt oft auf, manchmal etwas früher und manchmal etwas später und Urkundenfälschung kommt wohl ebenfalls hinzu.
      2 1 Melden
    • Schneider82 23.05.2018 08:14
      Highlight Naja, der Herr sollte Chef der Regierung eines G7 Land werden. Glaube da sind Qualitäten und Qualifikationen schon noch wichtig, inkl Kürsli.
      2 1 Melden
    • ThomasHiller 23.05.2018 08:25
      Highlight In Italien vielleicht nicht, in anderen Ländern erwartet man manchmal, wenigstens in einigen Grundbereichen nicht zu sehr von Politikern belogen zu werden ... 😉
      2 1 Melden
    • Triumvir 23.05.2018 08:27
      Highlight Nein, denn wer einmal lügt...der taugt nicht zu einem der höchsten politischen Ämter in Italien...wer weiss, was dieser Typ noch alles für andere Leichen im Keller hat...
      3 1 Melden
    • PVJ 23.05.2018 08:57
      Highlight Genau, eine kleine Dosis fake news gehört doch heute zum guten Ton. Funktioniert bei anderen populistischen Bewegungen ja auch bestens.
      2 0 Melden
    • äti 23.05.2018 09:07
      Highlight Tja, wenns die grossen Dinge nicht richten, müssens eben die kleinen. Aber, zu dieser Polit-Szene passt es schon. Je schwächer die Regierung, desto mehr freuts Ndrangheta, was ja Sinn der Sache ist.
      3 0 Melden

«Nie da gewesener Affront» – Türkei verweigert zwei Wahlbeobachtern Einreise

Kurz vor der türkischen Parlaments- und Präsidentenwahl hat die Regierung in Ankara zwei Wahlbeobachtern aus Deutschland und Schweden die Einreise verweigert.

Dem Linken-Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko wurde am Donnerstag kurz vor seinem Abflug von Wien nach Ankara über die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mitgeteilt, dass ihm die Teilnahme an der OSZE-Beobachtermission nicht gestattet werde. Den deutsch-türkischen Beziehungen droht damit eine neue Belastungsprobe.

Die Parlamentarische Versammlung der OSZE bestätigte am Abend, dassch der schwedische Parlamentarier Amin Jabar keine Einreiseerlaubnis erhalten habe. …

Artikel lesen