Italien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this photo taken on Thursday, March 1, 2018, Giuseppe Conte, right, shakes hands with leader of the Five-Star Movement, Luigi Di Maio, during a meeting in Rome. Italian media describe Conte as most likely to be the choice of Italy's main populist leaders to head the coalition government they hope to form. (AP Photo/Alessandra Tarantino)

Hat Luigi di Maio den falschen nominiert? Jurist Giuseppe Conte hat seinen Lebenslauf geschönt.  Bild: AP/AP

Wegen Schummeleien in seinem Lebenslauf: Wird Conte nun doch nicht Ministerpräsident?



Die Ernennung einer neuen italienischen Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega lässt weiter auf sich warten. Der Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, sorgt mit Unklarheiten in seinem Lebenslauf für Aufregung.

Italienische Medien berichten, dass sich die Entscheidung über einen Regierungsauftrag für Conte somit in die Länge ziehen könnte. Der Präsidentenpalast machte keine Angaben, wann Staatschef Sergio Mattarella eine neue Regierung ernennen wird.

Der Rechtswissenschaftler Conte hatte in seinem Lebenslauf angegeben, unter anderem an der New York University tätig gewesen zu sein. Eine Sprecherin erläuterte der Deutschen Presse-Agentur, man habe alle Aufzeichnungen durchgesehen. Conte sei an der NYU weder Student noch Mitglied einer Fakultät gewesen.

Er habe auch keinen offiziellen Status gehabt. Conte habe lediglich zwischen 2008 und 2014 die Erlaubnis gehabt, in der Bibliothek der Rechtswissenschaften zu forschen. Ausserdem habe er einen Jura-Professor der NYU in den Vorstand eines italienischen Rechtsmagazins eingeladen.

Geschönter Lebenslauf

In Italien entspann sich eine hitzige Debatte, ob der 53-Jährige der richtige Kandidat und sein Lebenslauf geschönt ist. Auch wurde spekuliert, dass sich Sterne-Chef Luigi Di Maio wieder ins Rennen um das Amt des Regierungschefs werfen könnte.

Der jedoch wies das zurück: «Unser Name bleibt Conte», sagte Di Maio nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa. Auch Lega-Chef Matteo Salvini erklärte, Conte sei der Kandidat der Koalition.

Die Sterne, die als Anti-Establishment-Bewegung gross geworden sind, waren bei der Wahl am 4. März mit rund 32 Prozent stärkste Einzelpartei geworden. Die fremdenfeindliche Lega hatte 17 Prozent bekommen. Sowohl Di Maio als auch Salvini hatten das Premiersamt nach der Wahl für sich beansprucht.

Europakritischer Kurs

Der europakritische Kurs der beiden Parteien und die geplanten Ausgaben unter anderem für Steuersenkungen hatten in der EU und in Deutschland Sorgen über eine neue Instabilität Italiens ausgelöst.

Die künftige italienische Koalitionsregierung stellt aus Sicht des Chefs des Münchner IFO-Instituts, Clemens Fuest, die Grundlagen der Eurozone in Frage. «Der Eurozone droht eine neue Krise. Die EZB sollte überprüfen, ob sie weiterhin italienische Staatsanleihen kaufen kann.»

Lega-Chef Salvini erklärte in einem Facebook-Video, er lasse sich durch Kritik nicht einschüchtern. «Wenn wir die Rezepte befolgen, die uns Brüssel, Paris und Berlin und die Linken auferlegen, dann steigt die Verschuldung und es gibt weniger Arbeit. Wir wollen das Gegenteil machen. Und darum muss man Nein sagen.» (sda/dpa)

Bus verpasst? Scheiss Wetter? Keine Milch mehr?

abspielen

Video: watson/Lya Saxer

Das könnte dich auch interessieren:

Die Geschichte zu diesem Foto mit Pogba ist wirklich unglaublich lustig

Link zum Artikel

Dieser Bündner Lokführer hat wohl gerade den besten Job der Welt

Link zum Artikel

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

Vor 50 Jahren: Als der Traum von der Schweizer Atombombe platzte

Link zum Artikel

Von frierenden Möpsen und fliegenden Vibratoren: Eine kleine Abrechnung mit Hollywood

Link zum Artikel

«Ken ist nur ihr schmuckes Anhängsel»: Soziologin über Geburtstagskind Barbie

Link zum Artikel

«Steigende Mieten!» – «Nur noch Beton!»: Das Streitgespräch zur Zersiedelungs-Initiative

Link zum Artikel

Ist die #10YearChallenge gefährlich? Die Fakten zum Internet-Phänomen

Link zum Artikel

Hunderte Millionen geklaute Zugangsdaten im Netz – so prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Link zum Artikel

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sophia 23.05.2018 11:34
    Highlight Highlight Ist wahrscheinlich nicht so einfach, in Italien, wo das Schummeln zum tagtäglichen Muss gehört, jemanden mit ganz reiner Weste zu finden. Der, mit einer ziemlich besudelten Weste, zieht im Hintergrund die Fäden, daran stört sich niemand, aber der vorne am Faden hängt, die Marionette des grossen Zampano, soll nun aber fleckenlos sein? Na, gut, moralische Vorstellungen sind nirgenwo genormt.
  • Nothingtodisplay 23.05.2018 09:19
    Highlight Highlight Schafft es denn wirklich kein Mensch mehr, sauber und ohne (gröberen) Schummeleien an eine führende Position zu kommen?

    Wenn die klügeren immer nachgeben, wird die Welt von Idioten regiert...
  • why_so_serious 23.05.2018 08:39
    Highlight Highlight Er macht, was Politiker nun mal machen: Lügen und die Wahrheit verbergen zu seinen Gunsten. Surprise
  • ceterum censeo 23.05.2018 08:16
    Highlight Highlight fatti alternativi :-)
  • Nelson Muntz 23.05.2018 08:10
    Highlight Highlight Der sieht aus wie Charlie Sheen :-D
  • Alice36 23.05.2018 07:56
    Highlight Highlight Ist doch ziemlich "wurscht" wer in Italien Ministerpräsi wird. In 6 Monaten ist die Erste Krise da, spätestens, und dann geht's nochmal 6 Monate bis zu den nächsten Wahlen. Wenn der gute geschummelt hat ist er wohl in Italien nicht alleine, immerhin er hat die Bibliothek besucht und hoffentlich auch was gelesen was man nicht von allen Politikern sagen kann.
  • Howard271 23.05.2018 06:34
    Highlight Highlight Ach herrje, wie kleinlich die Leute doch sind...
    Keine Ahnung, ob der Herr fachlich und persönlich geeignet wäre als Ministerpräsident, aber ein (nicht weiter ausgeführter) CV-Eintrag, ob er an der Uni in NY evtl nur ein Kürsli gemacht hat, darf doch über sowas nicht entscheiden?
    • Troxi 23.05.2018 07:36
      Highlight Highlight Betrug gehört Strafrechtlich verfolgt und bestraft und nicht belohnt. Es gibt immer wieder Leute die solche Tricks anwenden. Aber das fällt oft auf, manchmal etwas früher und manchmal etwas später und Urkundenfälschung kommt wohl ebenfalls hinzu.
    • Schneider82 23.05.2018 08:14
      Highlight Highlight Naja, der Herr sollte Chef der Regierung eines G7 Land werden. Glaube da sind Qualitäten und Qualifikationen schon noch wichtig, inkl Kürsli.
    • ThomasHiller 23.05.2018 08:25
      Highlight Highlight In Italien vielleicht nicht, in anderen Ländern erwartet man manchmal, wenigstens in einigen Grundbereichen nicht zu sehr von Politikern belogen zu werden ... 😉
    Weitere Antworten anzeigen

1 Jahr Haft für 234 Menschenleben: An diesem Mann soll ein Exempel statuiert werden

Claus-Peter Reisch, früher konservativer Bayer und CSU-Wähler, heute Seenotretter im Mittelmeer. Für sein Engagement soll er nun in Malta verurteilt werden. Im Interview mit watson rechnet er mit Horst Seehofer, Matteo Salvini und der europäischen Flüchtlingspolitik ab. 

Eigentlich könnte Claus-Peter Reisch ein ruhiges, geordnetes Leben haben. Als selbstständig Erwerbender steht er finanziell auf sicherem Boden, mit seinem eigenen Segelboot zieht es ihn immer wieder in die Ferne. Doch jetzt ist Reisch zwischen die Fronten geraten. In Deutschland prangte sein Antlitz auf jeder Tageszeitung. 

Es ist 2015 als Reisch mit seiner Lebenspartnerin im Sommer nach Griechenland segelt. Die Flüchtlingskrise ist bereits in Gang. Er stellt sich die Frage: «Was tun wir, …

Artikel lesen
Link zum Artikel