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Ein häufiges Bild in dieser Saison: lange Gesichter beim HC Lugano.
Ein häufiges Bild in dieser Saison: lange Gesichter beim HC Lugano.
Bild: KEYSTONE/Ti-Press
Analyse

Halbzeit in der National League – diese 7 Dinge sind uns besonders aufgefallen

Das ging aber fix! Die Hälfte der Regular Season in der National-League-Saison ist bereits vorbei. Zeit, Bilanz zu ziehen und zu schauen, wer bislang überzeugt hat und wer nicht.
02.12.2019, 15:3203.12.2019, 11:20

Lugano in grossen Schwierigkeiten

Neun Niederlagen in den letzten zehn Spielen. Absturz unter den Strich. Der HC Lugano befindet sich in einer tiefen Krise, nachdem er sich nach schwachem Saisonstart eigentlich gefangen zu haben schien.

Probleme ziehen sich durch die ganze Mannschaft. Man hat mit den Abgängen von Elvis Merzlikins, Grégory Hofmann, Luca Cunti, Maxim Lapierre und Routinier Sébastien Reuille viel Substanz verloren und diesen Verlust wohl unterschätzt. Das hat zur Folge, dass die Tessiner nun die drittschlechteste Offensive (2,44 Tore pro Spiel) und die viertschlechteste Defensive (2,92 Gegentore pro Spiel) haben.

Das defensive System des neuen Trainers Sami Kapanen scheint nicht richtig zu greifen. Zwar lässt keine andere Mannschaft in der Liga weniger Schüsse auf das eigene Tor zu. Aber dennoch fallen die Pucks regelmässig rein. Das liegt auch daran, dass die beiden Torhüter Sandro Zurkirchen und Stefan Müller schwache Leistungen zeigen. Beide erhalten mehr Tore, als es ein durchschnittlicher National-League-Goalie bei derselben Anzahl Schüsse tun würde.

Es gibt aber Hoffnung auf Besserung im Sottoceneri. Mit 97,64 hat Lugano den tiefsten PDO-Wert der Liga. Das heisst, das Team ist momentan auch etwas vom Pech verfolgt. Laut der Expected-Goals-Statistik von nlicedata.com sollte der HCL bei ausgeglichenem Spielerbestand (5 vs. 5, 4 vs. 4 oder 3 vs. 3) nur 1,91 Gegentore pro Spiel erhalten, also deutlich weniger als die tatsächliche Anzahl. Falls das tatsächlich irgendwann eintrifft, werden die Tessiner wieder mehr Siege einfahren.

Davos weiterhin in Form, aber …

In einer ganz anderen Lage als Lugano befindet sich der HC Davos. Trotz der 0:5-Klatsche im Spitzenkampf gegen die ZSC Lions befinden sich die Bündner weiterhin in Bestform. Acht Siege resultierten aus den letzten zehn Spielen. Mit zwei Punkten pro Spiel verfügt man über den besten Schnitt der Liga. Dass der HCD trotzdem «nur» auf Platz vier steht, liegt daran, dass er noch einige Partien weniger absolviert hat als der Rest der Liga.

Wie lange dauert der Höhenflug des HCD noch an?
Wie lange dauert der Höhenflug des HCD noch an?
Bild: KEYSTONE

Man muss sich aber die Frage stellen, ob es in der zweiten Saisonhälfte auch so weitergehen wird. Der PDO-Wert ist mit 104,11 sehr hoch. Davos hatte in der ersten Saisonhälfte also vermehrt auch Glück. Ein hoher PDO bedeutet auch, dass sowohl Schusseffizienz als auch Fangquote der Torhüter derzeit wohl etwas zu hoch sind.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Bündner die ganze Saison durch mit einer Schusseffizienz von über 10 Prozent (bei Even-Strength) spielen. Anlass zur Sorge dürfte Trainer Christian Wohlwend auch das Unterzahlspiel seiner Mannschaft geben. Davos übersteht nur 69 Prozent aller Penalty-Killing-Situationen schadlos – mit Abstand der schlechteste Wert der Liga.

Simpson funktioniert

Als Ende Oktober die Meldung die Runde machte, dass Sean Simpson bei Fribourg auf Mark French folgen könnte, löste das einiges Stirnrunzeln aus. Als bestätigt wurde, dass Simpson tatsächlich zu Gottéron stösst, allerdings nicht als Chefcoach sondern als Berater von Sportchef und Neo-Trainer Christian Dubé, wurde aus diesem Stirnrunzeln ein vehementes Kopfschütteln. Doch der bisherige Erfolg gibt der Vereinsspitze Recht.

Freiburger Erfolgsduo: Sean Simpson und Christian Dubé.
Freiburger Erfolgsduo: Sean Simpson und Christian Dubé.
Bild: KEYSTONE

Holten die Drachen unter French noch erbärmliche 0,33 Punkte pro Spiel, sind es unter Dubé/Simpson mittlerweile 1,76 Zähler. Das Duo hat die Verteidigung stabilisiert und die Special Teams verbessert. Zwar kontrolliert Fribourg mittlerweile die Spiele etwas weniger, aber das liegt auch daran, dass es schlicht öfter in Führung liegt und darum das Spiel nicht machen muss.

(Noch) niemand abgeschlagen

Vor einem Jahr lagen Davos und die Lakers abgeschlagen auf den letzten zwei Tabellenplätzen. Die Bündner hatten bereits 17 Punkte Rückstand auf den Strich, bei Rapperswil waren es gar deren 21.

Dieses Jahr präsentiert sich die Lage im Tabellenkeller etwas anders. Schlusslicht Ambri liegt nur fünf Punkte unter dem Strich. Auch die Lakers präsentieren sich durchaus konkurrenzfähig, derweil mit Lugano und Bern momentan zwei finanzielle Schwergewichte auf einem Playout-Platz liegen. Der Strichkampf ist also schon bei Saisonhälfte lanciert.

Erfolgreiche Youngster

Nach dem vierten Platz an der vergangenen U20-WM richtete der damalige Trainer Christian Wohlwend einen Appell an die Klubs der National League. Er bat sie, junge Spieler vermehrt auch in wichtigen Situationen einzusetzen.

Man scheint den jetzigen HCD-Coach zumindest teilweise erhört zu haben: Diese Saison schaffen es diverse junge Spieler, sich immer wieder positiv in Szene zu setzen.

  • Dominik Egli (Rapperswil): Der 21-Jährige Verteidiger ist bislang wohl die grösste Überraschung der Saison. Egli ist auch nach Saisonhälfte weiterhin der Topskorer der Lakers (5 Tore, 18 Assists). Er erhält genau dieses Vertrauen, von dem Wohlwend letzten Januar gesprochen hat. Der Youngster darf in Überzahl und Unterzahl ran und bezahlt es mit guten Leistungen zurück.
Dominik Egli gab im November auch sein Debüt als Nationalspieler.
  • Pius Suter (Zürich): Suter ist schon so lange dabei, man vergisst gerne, dass er erst 23 Jahre alt ist. In dieser Saison hat er bereits 14 Tore und elf Assists erzielt und damit sein Punktetotal aus der Vorsaison bereits überflügelt. Damit ist er nach Grégory Hofmann auch der zweitbeste Schweizer Skorer der Liga.
  • Benjamin Baumgartner (Davos): Noch jünger als Egli und Suter ist der erst 19-jährige Benjamin Baumgartner. Der Österreicher ist der beste nicht-ausländische Skorer des HCD (er spielt mit einer Schweizer Lizenz). Neben seinen sechs Toren und elf Assists überzeugt der Stürmer auch mit seiner Nervenstärke. Mit dem letzten Penalty ein Spiel entscheiden? Für den Youngster gar kein Problem. Allerdings fehlt er Davos in den nächsten zwei Wochen, weil er mit Österreich die U20-WM der zweithöchsten Stufe bestreitet.
Benjamin Baumgartner gibt Auskunft über seine Saison.
  • Luca Hollenstein (Zug): Der 19-jährige Goalie hat in Zug das geschafft, was Niklas Schlegel und Pascal Caminada in Bern nicht gelang: Leonardo Genoni würdig ersetzen. Weil der EVZ-Stammgoalie derzeit verletzt ist, kommt Hollenstein öfter zum Zug als geplant. Nach sieben Einsätzen in der höchsten Liga steht er bei einer Fangquote von 92,8 Prozent. Ende Dezember wird er dann versuchen, die Schweizer U20-Nati zu einer Medaille zu hexen.
  • Simon Le Coultre (Genf): Noch ein junger Verteidiger, der überzeugt. Zwar erhält Le Coultre mit rund elf Minuten pro Spiel verhältnismässig wenig Eiszeit, dennoch kommt er sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl zum Einsatz. Und er weiss seine Chancen zu nutzen: Nach 26 Spielen hat er drei Tore und sieben Assists auf dem Konto.

Berns Probleme halten an

Bereits bei der ersten Zwischenbilanz nach zehn Runden schrieben wir von den Problemen, mit denen sich der SCB herumschlägt. Und die halten weiterhin an.

Die Mutzen sind defensiv gemeinsam mit Rapperswil das schlechteste Team der Liga (3,28 Gegentore pro Spiel). Und weiterhin sind die Stürmer nicht ausreichend in der Lage, den Karren für die Hintermannschaft aus dem Dreck zu ziehen (2,64 Tore pro Spiel). Die Berner lassen sich von ihren Gegnern meistens immer noch dominieren und kontrollieren in ihren Spielen nur etwas mehr als 48 Prozent der Schussversuche.

Auch die zwei Schweizer Torhüter Niklas Schlegel und Pascal Caminada vermochten sich nicht zu steigern. So hat man ihnen nun den Finnen Tomi Karhunen vor die Nase gesetzt, der zumindest in seinen ersten zwei Einsätzen einigermassen überzeugt hat.

Der Spitzenstürmer, der (fast) nicht trifft

Als überlegener Topskorer der EBEL kam Peter Schneider in die Schweiz. Doch bislang findet der Österreicher beim EHC Biel den gegnerischen Kasten nicht nach Wunsch. Sechs Tore erzielte er in bislang 19 Spielen. Zuletzt war er in fünf Partien vier Mal überzähliger Ausländer.

Alle Schussversuche von Peter Schneider diese Saison:

Bild: nlicedata.com

Alle Schussversuche von Grégory Hofmann diese Saison:

Bild: nlicedata.com

Woran Schneiders schlechte Ausbeute liegt, ist schwierig zu sagen, denn er spielt eigentlich gut. Er schiesst oft (rund 17 Schussversuche pro 60 Minuten Eiszeit) und er schiesst aus gefährlichen Positionen (ligaweit die meisten Schüsse aus dem Slot pro Spiel). Dennoch wollen die Pucks irgendwie nicht rein.

Laut der Expected-Goal-Statistik von nlicedata.com müsste der 28-Jährige relativ zur Eiszeit eigentlich der produktivste Spieler der Liga sein und rund drei Tore mehr auf dem Konto haben. Doch irgendwie klappt es dennoch nicht. Und so langsam scheint auch Trainer Antti Törmänen die Geduld mit seinem Schützling zu verlieren.

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