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Familie und Freunde gedenken dem verstorbenen Bergsteiger



Familie, Freunde und die Bevölkerung haben am Dienstag in Interlaken BE an einer Feier Abschied genommen vom Ende April im Himalaya verstorbenen Schweizer Alpinisten Ueli Steck.

Die Trauergemeinde versammelte sich gegen 16 Uhr im Kursaal. Der abgedunkelte, feierliche Raum wurde von einer grossen schwarz-weiss Fotoprojektion dominiert. Das Bild zeigte Ueli Steck als kleinen, aber gut sichtbaren Menschen in einer grossartigen Bergwelt.

Mit Ueli Steck verlor die Schweizer Bergsport-Szene einen ihrer bekanntesten Exponenten. Der 40-jährige Ausnahmekönner stellte etliche Kletterrekorde auf, so bezwang er 2015 alle 82 Viertausender des Alpenkamms.

Bekannt wurde Steck für seine superschnellen Durchsteigungen der Eigernordwand in lediglich etwas mehr als zwei Stunden. Auch andere Geschwindigkeitsrekorde stellte Steck auf, etwa am Matterhorn. Seine Erfahrungen teilte Steck mit einer weltweiten Fangemeinde im Internet. Er hielt auch Vorträge und veröffentlichte Bücher.

Seinen ersten Achttausender bestieg der gebürtige Emmentaler 2009 mit dem Gasherbrum II in Pakistan. Den Gipfel des Mount Everest erreichte er 2012 - ohne Hilfe einer Stauerstoffflasche.

Höhen und Tiefen

Doch Stecks Leben kannte nicht nur Höhen. Seine Rekorde wurden mitunter kontrovers diskutiert. Einen Tiefpunkt erreichte der Extremalpinist 2013 als es am Fuss des Everest zu einer hässlichen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe Bergsteigern, darunter auch Steck, und rund hundert Sherpas kam.

Diese warfen Steck und seinem Team vor, einen Eisschlag ausgelöst und die Sherpas in Gefahr gebracht zu haben. Der «Krieg am Everest» sorgte international für Schlagzeilen.

In Nepal eingeäschert

Ende April verunglückte Steck auf einer Akklimationsationstour am Nuptse im Himalaya tödlich. Er war allein unterwegs. Sein Tod löste weltweit Bestürzung aus.

Stecks Leiche wurde nach nepalesischer Tradition im Kloster Tengboche nahe Kathmandus eingeäschert. Seine Familie nahm dort bereits von ihm Abschied. Steck war verheiratet und lebte in Ringgenberg bei Interlaken. Kinder hatte das Paar keine. (sda)

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