Schweiz
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«BotschafterInnen von 1848» feiern Gründung der modernen Schweizer



Fahnenschwinger bei der 1. August Bundesfeier auf der Ruetliwiese am Montag, 1. August 2016. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Nicht der Rütlischwur, sondern die Verfassung soll gefeiert werden. Bild: KEYSTONE

Am 12. September 1848 ist die erste Schweizer Bundesverfassung in Kraft getreten. Ein loser Zusammenschluss verschiedener Organisationen nahm diesen «Gründungstag der modernen Schweiz» am Montag zum Anlass, um für eine «offene, moderne und vernetzte Schweiz» einzutreten.

Um diesem Anliegen Nachdruck zu verschaffen, gaben die selbsternannten «BotschafterInnen von 1848» am Morgen in Bern eine Pressekonferenz. Zu den Botschaftern gehören etwa der Schweizer Musiker Greis oder alt Nationalrat Alec von Graffenried. Zudem wurde die Homepage www.ch1848.info aufgeschaltet.

Um den «Tag der Verfassung» gebührend zu würdigen, waren für Montagabend zudem in Bern, Genf, Winterthur und Zürich Konzerte und sogenannte «Dîners républicains» geplant. Die Idee der Initianten ist, dass sich die Feierabendkonzerte am 12. September «rasch etablieren».

Eingeladen zum Tag der Verfassung hatten die Zeitschrift Helvezin, Operation Libero, stark+vernetzt, die Vereinigung Die Schweiz in Europa, die Neue Helvetische Gesellschaft sowie der Verein 12. September. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • http://bit.ly/2mQDTjX 12.09.2016 21:47
    Highlight Highlight Die Schweiz wurde 1815 am Wiener Kongress und dem "Pariser Frieden" gegründet. Für die Garantie der territorialen Unverletzlichkeit verpflichtete sich die Schweiz zur bewaffneten und immerwährenden Neutralität.

    http://www.nzz.ch/meinung/debatte/legenden-um-den-wiener-kongress-1.18593932

    Im Sonderbundskrieg 1848 kämpfe Dufour für den Erhalt dieser 1815 gegründeten Schweiz und die Erfüllung dieser Verpflichtungen, die bis heute gelten und die territoriale Unversehrtheit der Schweiz sichern.

    http://www.srf.ch/sendungen/die-schweizer/der-general-der-die-schweiz-rettete-guillaume-henri-dufour
    • Fabio74 13.09.2016 12:11
      Highlight Highlight Der Bundesstaat Schweiz wurde 1848 gegründet.
      Zwischen 1815 und 1847 gabs viele Unruhen, zahlreiche Versuche das alte Regime von vor 1798 wieder auferstehen zu lassen.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 13.09.2016 12:48
      Highlight Highlight Aus internationaler Sicht des Völkerrechts wurde die Schweiz 1815 gegründet. Ihre völkerrechtliche Legitimation ergibt sich aus dem Zweiten Pariser Frieden.

      Typisch Schweizer brauchten sie offenbar etwas länger um die Lage zu begreifen. Von mir aus darf man es so sehen, dass die Schweizer ihren neuen Staat und die Vereinbarungen von 1815 erst 1848 (durch Ständemehr und neue Verfassung) anerkannten. Trotzdem geht die heutige Schweiz, ihr Territorium, ihre ("immerwährenden"!) internationalen Pflichten und die Sicherheitsgarantien der Völkergemeinschaft auf die Gründung von 1815 zurück.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 13.09.2016 13:04
      Highlight Highlight Es macht im Narrativ jedenfalls einen spürbaren Unterschied, ob wir 1848 (angeblich) aus freiem Willen und mit eigener Kraft einen Bundestaat gegründet haben (sollen), oder ob wir diesen Bundestaat tatsächlich bereits 1815 gemeinsam und mit tatkräftiger Unterstützung der Völkergemeinschaft geschaffen und verteidigt haben.

      Das 1848-Narrativ schwächt das Völkerrecht, weil es den Eindruck hinterlässt, dass sich die Schweizer ihrer "immerwährenden" Verpflichtungen von 1815 entledigen wollen. Damit würden die Schweizer aber auch ihre Ansprüche auf territoriale Unversehrtheit auf's Spiel setzen.
  • dääd 12.09.2016 20:23
    Highlight Highlight Das ist erst der Anfang. Der 1. August wurde im ausgehenden 19. Jahrhundert "erfunden" und mythologisch aufgeladen. Er bezieht sich auf einen Friedensvertrag dreier Talschaften im 13. Jahrhundert. Man wollte die damals gängigen Fehden beenden. Sinnvoll. Aber nicht aussergwöhnlich, es gab mehr solcher Verträge. Die Schweiz, so wie sie heute funktioniert, wurde in ihren Grundzügen 1848 eingerichtet. Das sollte mehr gefeiert werden als Mythen aus dem Mittelalter.
    • Roaming212 13.09.2016 01:08
      Highlight Highlight Apropos Mythen usw: Es wird auch jedes Jahr die Geburt und die Auferstehung des Sohnes eines imaginären Mannes gefeiert. Wenn der 1. August nicht mehr gefeiert werden soll weil es nur ein Märchen sei dann sollte man eher bei den grösseren Märchen anfangen zu hinterfragen.

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