Afghanischer Präsident ruft Taliban zur Umkehr auf

23.08.17, 10:56

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat die neuen US-Pläne für Afghanistan am Mittwoch zum Anlass genommen, die Taliban zum Frieden aufzurufen. Gleichentags wurden bei einem Taliban-Anschlag im Süden des Landes mindestens fünf Personen getötet.

«Unser Feind versteht nun, dass die Unterstützung unserer internationalen Partner keine zeitliche Grenze hat», sagte Ghani am Mittwoch in einer Rede an die Nation. Die Taliban müssten ihre Hoffnung auf einen Sieg aufgeben. Sie sollten ihren bewaffneten Widerstand beenden und sich an Friedensgesprächen beteiligen.

Ghani berief sich auf die Aussagen von US-Präsident Donald Trump vom Montagabend. Dabei kündigte Trump an, dass die USA ihr militärisches Engagement in Afghanistan verstärken wollten.

Ausländische Truppen sind dort als Ausbilder und Berater der afghanischen Sicherheitskräfte im Einsatz; daneben greifen die USA auch direkt in Kämpfe ein. Eine Aufstockung der Truppen zeichnet sich ab, wobei Trump keine Zahlen nennen wollte.

Globale Sicherheit

Die neue US-Strategie gegen die Taliban sei gut für beide Länder, sagte Ghani in der direkt übertragenen Ansprache. Afghanistan sei eine Front im Kampf für die globale Sicherheit. Er begrüsste, dass Trump keine Frist für einen Truppenabzug gesetzt habe.

An das Nachbarland Pakistan gerichtet sagte Ghani, ein instabiles Afghanistan begünstige niemanden. Islamabad solle die Gelegenheit ergreifen und seine Haltung zu Afghanistan ändern.

Afghanistan und die USA werfen Pakistan seit langem vor, den afghanischen Taliban und anderen Extremisten in den Stammesregionen im Grenzgebiet zu Afghanistan Unterschlupf zu gewähren.

Anschlag in Süd-Afghanistan

In der an Pakistan grenzenden afghanischen Provinz Helmand wurden am Mittwoch bei einem Selbstmordanschlag mindestens fünf Menschen getötet. Der Attentäter habe sein mit Sprengstoff beladenes Auto in der Nähe der Polizeizentrale in Laschkar Gah in die Luft gesprengt.

25 Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gouverneurs in der Provinz Helmand. Der Direktor des örtlichen Spitals sprach von 38 Verletzten, unter ihnen zahlreiche Kinder.

Die radikalislamischen Taliban nahmen den Anschlag für sich in Anspruch. Die Extremisten kontrollieren weite Teile Helmands. Anfang Juli wurden bei einem Einsatz gegen die Taliban in der Unruheprovinz ein US-Soldat getötet und zwei weitere verletzt. (sda/dpa/afp)

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Brikne, 20.7.2017
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