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Trump kritisiert Russland und liefert Polen Patriot-Raketen



US-Präsident Donald Trump hat in Polen seine mehrtägigen Gespräche in Europa begonnen. Einen Tag vor Trumps Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin stärkten die USA demonstrativ die Verteidigungsfähigkeit Polens gegenüber Russland.

Beim Besuch des US-Präsidenten in Warschau habe Washington der Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen zugestimmt, sagte Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz am Donnerstag. Ein entsprechendes Memorandum sei unterzeichnet worden.

Macierewicz lobte die Trump-Regierung, unter der die Verhandlungen beschleunigt worden seien. Polen fühle sich durch Russland bedroht, das in der Ostsee-Exklave Kaliningrad Iskander-Mittelstreckenraketen stationiert habe. Diese könnten durch Patriot-Raketen bekämpft werden.

Die östlichen EU- und NATO-Mitglieder Polen, Estland, Lettland und Litauen fühlen sich seit dem Beginn der Ukrainekrise verstärkt von Moskau bedroht. Das US-Waffensystem Patriot wehrt Flugzeug- und Raketenangriffen ab.

Russland ist «destabilisierend»

Trump wird am Freitag in Hamburg am Rande des G20-Gipfels erstmals mit Putin zusammentreffen. In Polen übte Trump scharfe Kritik an Russland. Er warf Moskau «destabilisierendes» Verhalten vor. Dies sagte Trump an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda.

Der US-Präsident sollte am frühen Nachmittag in der Nähe des Denkmals für den Warschauer Aufstand gegen die Nationalsozialisten eine Rede halten. Darin hinterfrage er nach Angaben des Weissen Hauses die Führungsrolle des Westens: «Die grundlegende Frage unserer Zeit ist, ob der Westen den Willen zum Überleben hat», hiess es vorab.

Gespräche über Nordkorea

Nach seiner Rede reist der US-Präsident nach Deutschland weiter, wo er sich am Abend in Hamburg mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen soll, um ein Vorgespräch zum G20-Gipfel zu führen. Nach dem Treffen mit Merkel will Trump mit Japans Premierminister Shinzo Abe und mit Südkoreas Präsident Moon Jae-In über Nordkorea beraten.

«Wir müssen öffentlich demonstrieren, dass ihr sehr schlechtes Verhalten zu Konsequenzen führen wird», sagte Trump vor den Medien in Warschau. Die Frage, ob er bereit sei, in Nordkorea militärisch einzugreifen, beantwortete Trump nicht.

Nordkorea hatte erst zwei Tage zuvor nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinental-Rakete getestet. Bereits in den Wochen und Monaten zuvor hatte es eine Reihe von Raketentests gegeben, die der Westen scharf verurteilte und als Verstoss gegen UNO-Resolutionen ansieht. (sda/afp/dpa)

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