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Erdogan versetzt dem Passanten im blauen T-Shirt einen Schlag. Kurz zuvor wurde der Mann ziemlich unsanft am Nacken gepackt. Erdogans Umfeld sagt, die Tat sei «aus Versehen» geschehen. Screenshot: watson

Grubenunglück

Sehen Sie, wie Erdogan in Soma einen Mann schlägt – «Was rennst du weg, du israelische Brut?»

Der Besuch des Premiers Erdogan in der türkischen Bergarbeiterstadt Soma war von wütenden Protesten begleitet. Jetzt wird bekannt, wie ungehalten der Politiker reagierte: Er beleidigte einen Mann mit einem antiisraelischen Wutausbruch. Das mutmassliche Opfer spielt den Vorfall herunter.

16.05.14, 10:40 17.05.14, 17:20

Ein Artikel von

Christoph Sydow, Soma / Spiegel Online

Der Umgang mit den Hinterbliebenen des Grubenunglücks von Soma wird für die türkische Regierung zum PR-Desaster. Zuerst ging das Bild von Yusuf Yerkel um die Welt, einem Berater von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, der in Soma auf einen am Boden liegenden Demonstranten eintrat.

Quelle:YouTube

Nun sind Videos aufgetaucht, die auch das Verhalten des Regierungschefs selbst in ein schlechtes Licht rücken. Die Aufnahmen zeigen, wie Erdogan während seines Besuchs an dem Unglücksort am Mittwoch in einen Supermarkt flüchten musste. Zuvor hatte der Premier die Angehörigen der verschütteten Bergleute mit der lakonischen Aussage erbost, dass Minenunglücke seit dem 19. Jahrhundert in Grossbritannien passierten.

Erdogan flüchtet in das Shoppingcenter, wo er ziemlich unsanft wird. Allerdings scheint er auch vorher schon auf Konfrontationskurs zu sein. Quelle: YouTube

Am Eingang zum Supermarkt stellen sich mehrere Menschen Erdogan in den Weg. Unter ihnen sind eine Frau, die schnell zur Seite gezogen wird, sowie ein junger Mann in einem blauen T-Shirt. Erdogan packt den Jungen mit seiner linken Hand im Nacken und brüllt ihn an: «Warum rennst du weg, du israelische Brut?», sagt Erdogan offenbar. Anschliessend lässt der Politiker den Mann los und versetzt ihm einen leichten Schlag mit der linken Hand.

Schlagopfer fordert Entschuldigung von Erdogan

Bei dem Mann, mit dem Erdogan aneinander geriet, soll es sich um Taner Kuruca handeln. Er sagte dem Fernsehsender Kanal D, dass er gar nicht gegen den Regierungschef protestieren, sondern in dem Supermarkt einkaufen wollte. Er nimmt Erdogan in Schutz: «Ich glaube nicht, dass der Ministerpräsident das absichtlich getan hat. Ich werde ihn auch nicht verklagen, erwarte aber eine Entschuldigung.» 

Die antiisraelische Beleidigung des Premiers ist nur der jüngste Ausdruck der drastisch verschlechterten Beziehungen zwischen Ankara und Jerusalem. In den vergangenen Jahren hat sich das Verhältnis zwischen beiden Staaten deutlich abgekühlt, Erdogan warf Israel unter anderem vor, Staatsterror zu betreiben und einen Genozid an den Palästinensern zu betreiben.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Markus L 16.05.2014 11:47
    Highlight Volksnähe ist, wenn Dir der Staatschef persönlich aufs Maul gibt.
    5 0 Melden
    • Hornet 16.05.2014 22:57
      Highlight Deine Ironie ist so lustig wie traurig...
      1 0 Melden