DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Internationaler Strafgerichtshof: Bei Maidan-Protesten wurden Menschenrechte verletzt

13.11.2015, 04:38
Staats- und Regierungschef aus Europa gedenken im vergangenen Februar den Maidan-Protesten, die zum Umsturz der Regierung in der Ukraine geführt haben.<br data-editable="remove">
Staats- und Regierungschef aus Europa gedenken im vergangenen Februar den Maidan-Protesten, die zum Umsturz der Regierung in der Ukraine geführt haben.
Bild: EPA/PAP

In der konfliktgeladenen Zeit um den Sturz des damaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ist es auf dem Maidan-Platz in der Hauptstadt Kiew zwar zu schweren Menschenrechtsverletzungen gekommen, nicht aber Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu diesem Schluss kommt die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC), Fatou Bensouda, in einem am Donnerstag vorgelegten Bericht.

Die auf dem Maidan angewandte Gewalt habe sich «gegen die Zivilbevölkerung» gerichtet, es gebe aber keine ausreichende Belege dafür, dass dies «weitreichend oder systematisch» der Fall gewesen sei, sagte Bensouda.

Die Ukraine ist keine Vertragspartei des Internationalen Strafgerichtshofs. Das Parlament in Kiew hat sich jedoch der Rechtsprechung des Gerichts für Ereignisse ab November 2013 unterworfen. Die schweren Auseinandersetzungen auf dem Maidan begannen, als Janukowitsch am 21. November 2013 eine politische Vereinbarung mit der Europäischen Union aufgab, um sich stärker an Russland anzulehnen.

MH17-Absturz ausgeklammert

In den Wochen bis zum Sturz Janukowitschs im Februar 2014 gab es in Kiew gewalttätige Auseinandersetzungen, bei denen rund hundert Menschen getötet wurden.

Der Bericht Bensoudas klammert den Absturz von Flug MH17 über dem Osten der Ukraine vom 17. Juli 2014 weitgehend aus. Bei dem Absturz der malaysischen Maschine auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur waren alle 298 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Niederländer.

Nach Erkenntnissen niederländischer Ermittler wurde MH17 durch eine Boden-Luft-Rakete zum Absturz gebracht, die im Osten der Ukraine abgefeuert wurde. (trs/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommt es zur Eskalation in der Ostukraine? 5 Fragen und Antworten

Die Lage an der Grenze zur Ostukraine spitzt sich zu. Ist das alles nur ein Test von Joe Bidens politischer Stärke?

Wladimir Putin lässt seine Armee an der Grenze zur Ukraine und auf der Krim aufmarschieren. Kommt es zur Eskalation? Und was macht der Westen? Fünf Fragen und Antworten.

Seit Ende März hat Russlands Präsident Wladimir Putin Kampftruppen und schweres Gerät an die Grenze zur Ostukraine und auf die besetzte Krim-Halbinsel verlegt. Der ukrainische Verteidigungsminister Andrij Taran sagte am Mittwoch, Russland habe entlang der gemeinsamen Grenze «insgesamt 110000 Soldaten» zusammengezogen. In den …

Artikel lesen
Link zum Artikel