Gesellschaft & Politik
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Rubin

Rubin Carter posiert 1999 mit Denzel Washington in Los Angels anlässlich der Premiere des Films «The Hurricane». Bild: X00224

Der letzte Freispruch

Rubin «Hurricane» Carter ist tot

Sein Fall ging in die US-Geschichte ein, Bob Dylan schrieb einen Song daüber: Der US-Boxer Rubin «Hurricane» Carter sass 19 Jahre zu Unrecht im Gefängnis, verurteilt von einer rassistischen Justiz. Jetzt ist er im Alter von 76 Jahren gestorben.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Der US-amerikanische Boxer Rubin «Hurricane» Carter ist tot. Er starb im Alter von 76 Jahren, teilte sein Freund John Artis mit, der ihn zuletzt gepflegt hat. Carter hatte an Prostatakrebs gelitten.

Weltberühmt machte den Boxer Carter ein Dreifachmord, den er nicht begangen hatte. 19 Jahre sass er deswegen im Gefängnis, verurteilt von einer rassistischen US-Justiz im Jahre 1967. Der spektakuläre Kriminalfall ging in die amerikanische Rechtsgeschichte ein.

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Rubin Carter zeigt 2004 anlässlich einer Pressekonferenz in Sacramento, Kalifornien, seine Entlassungspapiere. Er hatte bis 1985 unschuldig im Gefängnis gesessen.  Bild: AP/AP

Seit dem Urteilsspruch hatten sich Richter und Journalisten mit dem Fall beschäftigt. Bob Dylan schrieb das Lied «Hurricane», Muhammad Ali widmete seinem Kollegen einen Titelkampf, im Jahr 2000 kam der Film «Hurricane» von Norman Jewison in die Kinos.

1976 wurde der Fall ein zweites Mal verhandelt. Denn die zwei Belastungszeugen, zwei stadtbekannte Kriminelle, hatten dem «New York Times»-Reporters Selwyn Raab gestanden, gelogen zu haben. Vor Gericht allerdings zogen sie ihre Aussagen zurück. Das Revisionsverfahren scheiterte.

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Rubin Carter kämpft am 23. Februar 1965 in Paris gegen den Italiener Fabio Bettini und gewinnt in der 10. Runde durch K.O. Bild: AP/AP

Jahre später ermunterten kanadische Bürgerrechtler Carters Anwalt, den Fall noch mal aufrollen zu lassen, neue Indizien sprachen für Carters Unschuld. 1985 wurde er dann freigesprochen.

Nach seinem Freispruch setzte Carter sich lange Jahre für Menschen ein, die zu Unrecht verurteilt wurden. Im Februar hatte er noch einen Essay für die «New York Daily News» geschrieben, darin erwähnte er kurz auch seinen Gesundheitszustand.

(fln/AP)



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