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Ramush Haradinaj, candidate for Prime Minister, casts his ballot during the early parliamentary elections Pristina, Kosovo, Sunday, June 11, 2017. Voters in Kosovo have started to cast their ballots in an early general election for the new 120-seat parliament. (AP Photo/Visar Kryeziu)

Ramush Haradinaj, designierter Ministerpräsident der Rebellen-Koalition.  Bild: Visar Kryeziu/AP/KEYSTONE

Extremisten gewinnen Wahlen im Kosovo



Die vorgezogene Parlamentswahl im fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo haben radikale Parteien für sich entschieden. Das berichtete die staatliche Wahlkommission nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen.

Das Bündnis von drei ehemaligen Rebellenführern im Bürgerkrieg Ende der 1990er Jahre (PDK, AAK, Nisma) erreichte danach mit 34,7 Prozent den ersten Platz. Die nationalistische Vetevendosje (Selbstbestimmung) kam mit 26,8 Prozent auf den zweiten, die konservative LDK des bisherigen Regierungschefs Isa Mustafa mit 25,8 Prozent auf den dritten Platz.

Die Serbische Liste als Vertretung der serbischen Minderheit schaffte 5,6 Prozent. Die Wahl stiess wie vor drei Jahren auf sehr geringes Interesse. Nur 41,5 Prozent der über 1,8 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab - ein historischer Negativrekord.

Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Die zweitplatzierte Vetevendosje lehnt eine Koalition mit dem Wahlsieger ab, weil sie dessen Spitzenpolitiker für tief korrupt und kriminell hält und sie hinter Gittern sehen will. Die LDK auf dem dritten Platz dürfte eine neue Regierung mit dem Dreierbündnis scheuen, weil die PDK gerade die Koalition mit der LDK aufgelöst und damit die Neuwahl herbeigeführt hatte.

Video: srf/SDA SRF

Korruption und Arbeitslosigkeit Problem

Der Wahlsieg der Extremisten könnte die ohnehin zahlreichen nationalen Konflikte in der Region noch verschärfen. Die Wahlsieger wollen gegenüber dem Nachbarland Serbien viel härter auftreten. Der Kosovo ist seit 2008 von Serbien unabhängig und inzwischen von mehr als 110 Staaten anerkannt worden. Belgrad will seine frühere Provinz aber wieder zurückhaben.

Die neue Regierung steht vor grossen Herausforderungen. Sie wird die schwierige Beziehung zu Serbien weiterführen müssen, die Korruption und hohe Arbeitslosigkeit bekämpfen und sich mit möglichen Verurteilungen vor dem Tribunal in Den Haag auseinandersetzen müssen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Janos Camorino 12.06.2017 09:45
    Highlight Highlight So wird es dem Kosovo und seinen Bewohnern nie besser gehen. Und ja es sind kriminelle Extremisten. Die UCK waren nicht nur einfach Freiheitskämpfer sondern viele davon auch kriminelle und Mörder. Sogar gemässigte Kosovaren sprechen das hinter vorgehaltener Hand aus.
    Die Politiker sind korrupt und kriminell bis ins Mark. Bleibt zu hoffen das es irgendwann besser wird..
  • Nonqi 12.06.2017 08:56
    Highlight Highlight Extremisten in wie fern? Sie sind für die Trennung von Staat und Religion. Für das Vermummungsverbot und gegen die Verschleierung von Frauen. Sie streben einen EU-Beitritt an, aber nicht mehr um jeden Preis. Und deshalb sind die nun Extremisten? Die zweitplatzierte VV ist in allen Belangen um einiges extremer.
  • pamayer 12.06.2017 06:45
    Highlight Highlight Verheisst kaum Deeskalation...
  • Gamble 12.06.2017 05:48
    Highlight Highlight Bei der PDK/AAK/Nisma handelt es sich eigentlich eher um mitte-rechts Parteien. Bin ein bisschen irritiert, warum diese als Extremisten betitelt werden...

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