Gesellschaft & Politik
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Das Logo eines Produkts des CBD-Produzenten Pure Production im Bundesratszimmer.  bild: Pure Production Ag/Keystone; Bearbeitet: watson

Wenn der Bundesrat über farbige Einhörner spricht, dann geht es um CBD-Gras

Werden Jugendliche durch das knallbunte Verpackungsmaterial zum Konsum von CBD-Gras ermuntert? Der Bundesrat erwägt eine Gesetzesanpassung.

23.02.18, 09:18 23.02.18, 10:14


Ein überdrehtes Einhorn sorgt im Bundeshaus für Gesprächsstoff. Natürlich nicht ein lebendiges, sondern jenes Geschöpf, das auf den knallbunten Verpackungen der Firma Pure Production AG abgebildet ist. Wenn das Aargauer Unternehmen Lollipops oder Schokolade produzieren würde, dann wäre das Interesse am Einhorn gering. Doch in den kleinen Schachteln hat es keine Süssigkeiten, sondern CBD-Gras und daher fragen sich einige Politiker besorgt: Lockt das bunte, fröhliche Einhorn unsere Kinder und Jugendliche auf den falschen Weg?

Zu bunt? Zu attraktiv? Über diese Produkte wird debattiert

Bild: Pure Production ag

Davon überzeugt ist SVP-Nationalrätin Verena Herzog. Nachdem der «Blick» über die knallbunten Schachteln berichtet hatte, lancierte sie einen Vorstoss und wollte vom Bundesrat wissen: Ob er von der Verpackung Kenntnis hat und was er dagegen unternehmen will. Denn durch die attraktive Werbung mit Fabelfiguren und farbigen Verpackungen würden bereits Kinder und Jugendliche für Suchtmittel angeworben, schreibt Herzog in ihrem Vorstoss.

CBD-Cannabis

Cannabisprodukte mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent fallen in der Schweiz nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und dürfen produziert, wie verkauft werden. Darunter fallen auch Cannabidiole, bekannter als CBD-Gras. Dieses hat keine berauschende, sondern es wird ihm eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Verkauft werden darf das legale Gras, aber nur an Personen, die älter als 18 Jahre sind.

Man wisse von den Packungen mit Fabelfiguren, antwortet der Bundesrat in seiner Stellungnahme vom Mittwoch. «Da diese jedoch nicht gegen geltendes Recht verstossen, werden diese toleriert.» Strafbar wären solche Verpackungen erst, wenn diese ausschliesslich Kinder und Jugendliche ansprechen würden. 

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, wie der Bundesrat in der Stellungnahme andeutet. Im Rahmen der laufenden Vernehmlassung zum Tabakproduktegesetz werde sich zeigen, «inwiefern für Tabakprodukte oder für Tabakersatzprodukte die kritisierten Fabelwesen auf der Packung strenger zu regeln sind.»

Für Thomas Beutler, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, liegt die Lösung auf der Hand. Er fordert einheitliche Verpackungen für Tabak- und Tabakersatzprodukte. Als Farbe schlägt er ein schlammiges Braun vor. «So dass auf den ersten Blick erkennbar ist, dass die Produkte in der Schachtel für die Gesundheit schädlich sind.» Australien kennt solche standardisierte Verpackungen seit Ende 2012 und ist damit als erstes Land der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO gefolgt. Weitere schlossen sich an (siehe Box).

Acht Länder haben die Einheitsverpackung bereits beschlossen

- Australien (seit 2012)
- Frankreich (seit 1. Januar 2017)
- Vereinigtes Königreich (seit 21. Mai 2017)
- Neuseeland (seit 6. Juni 2018)
- Norwegen (seit 1. Juli 2018)
- Irland (ab 30. September 2018)
- Ungarn (ab 20. Mai 2019)
- Slowenien (ab 2020)

Beutler glaubt aber nicht daran, dass der Name der Schweiz auch bald auf dieser Liste stehen wird. «Das Schweizer Parlament hat sich in der Vergangenheit, nicht als sehr präventionsfreundlich erwiesen.»

Würde es die Einheitsverpackung dennoch ins neue Gesetz schaffen, wäre dies das Ende des Einhorn auf der farbigen Verpackung. Als CBD-Produzent sei man sich bewusst, dass man sich inmitten einer heiklen Debatte befinde, sagt Stevens Senn, CEO von Pure Production. Dass nun aber selbst der Bundesrat über seine Verpackung diskutiert, überrasche ihn schon. «Wir halten uns mit unseren Produkten genau an die Richtlinien und die geltenden Jugendschutzbestimmungen.» Und er betont: «Wir wollen mit unseren Verpackungen nicht gezielt bei Jugendlichen für unsere Produkte werben.»

Doch man nehme sich die Kritik zu Herzen. Senn: «Wir werden die Produktgestaltung überarbeiten, dies war im Rahmen der Produktevaluation auch schon so vorgesehen.»

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Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

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38
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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • B-Arche 23.02.2018 20:37
    Highlight "sondern es wird ihm eine beruhigende Wirkung nachgesagt."

    Das ist natürlich nichts für die SVP, denn dann kann man ja diese Menschen nicht mehr aufstacheln gegenüber einem vermeintlichen "Feind" (EU, Ausländer, liberale Politiker, ...).
    3 0 Melden
  • 〰️ empty 23.02.2018 18:29
    Highlight Im Artikel steht das CBD ab 18 Jahren legal ist. Dürfen erwachsene keine farbigen Produkte kaufen?
    3 0 Melden
  • the devil's advocat 23.02.2018 15:47
    Highlight Die werden davon höchstens auf faboulouse Gedanken gebracht! Einhörner sind FABOULOUS!!!
    2 0 Melden
  • Hugo Wottaupott 23.02.2018 13:19
    Highlight Welcher Teil vom Einhorn wird denn geraucht?
    14 0 Melden
    • Alan Smithee 23.02.2018 17:29
      Highlight Einhorn Shit im Einhornhoernchen!
      Oder einfach alles von A bis CBD!
      1 0 Melden
    • Watson=Propagandahuren 23.02.2018 23:40
      Highlight Das Horn natürlich.
      1 0 Melden
  • Mr.Peanutbutter 23.02.2018 12:46
    Highlight Kinder und Jugendliche wollen grundsätzlich das was sie nicht dürfe.
    Kommt es da wirklich auf die verpackung an?

    Wie ja andere hier auch schon erwähnt haben gibt es viele Alkohol sorten mit farbenfroher Aufmachung und da beklagt sich auch niemand.

    Diese Frage wird doch nur diskutiert weil es um Cannabis geht.

    Und übrigens super das der Bundesrat über eine solche Banalität diskutiert (Ironie). Ich finde jetzt die hätten wichtigere Themen.
    25 0 Melden
  • Emanzipator 23.02.2018 12:43
    Highlight Naja... als CBD-Freund UND Papa kann ich den Gedanken durchaus nachvollziehen. Meine 8-Jährige könnte durchaus ohne mein Beisein und in erwartung Süssigkeiten zu kriegen ihr Taschengeld in so eine Tüte (hihi) investieren...

    Aber ich glaube kaum, dass sie a) irgendwo an einer Theke aus ihrem Lebensbereich so einen Beutel antrifft, noch b) es ihr verkauft würde....

    Ich erinnere mich aber noch gut an den Aufschrei der Rechtskonservisten als das Rauchverbot kam, was meine Kinder viel besser schützt als eine Einheitspackung...
    26 0 Melden
  • leu84 23.02.2018 12:36
    Highlight Das Verkaufpersonal muss halt nach Alter fragen. Aber das Paffen oder Kiffen wird so oder so im geheimen, wenn keine Erwachsenen da sind, zelebriert. Man kann es eh nicht ändern.
    12 0 Melden
  • Die verwirrte Dame 23.02.2018 12:30
    Highlight Was in den Köpfen der Bundesräte vorgeht: "Mist, wir können die richtigen Probleme nicht lösen! Lasst uns einfach irgendwelche neue schaffen, das lenkt ab!"
    18 3 Melden
    • Makatitom 23.02.2018 16:13
      Highlight Das geht nicht, oder auf alle Fälle nicht nur, in den Köpfen der Bundesräte vor. Schau mal, wer solche Anfragen stellt. Es sind IMMER Leute von der Einthemen-Problembewirtschafterpartei
      7 0 Melden
  • pedrinho 23.02.2018 12:12
    Highlight nun, anstelle des jungen sexy einhorns, wuerde ich ein etwas gesetzten charakter einsetzen. (da kann auch kein sexismus vorwurf gemacht werden).
    16 1 Melden
  • w'ever 23.02.2018 11:49
    Highlight dann konsumieren die kids halt die bunten tide-pods
    14 0 Melden
  • DonChaote 23.02.2018 11:34
    Highlight „Denn durch die attraktive Werbung mit Fabelfiguren und farbigen Verpackungen würden bereits Kinder und Jugendliche für Suchtmittel angeworben, schreibt Herzog in ihrem Vorstoss.“

    Inwiefern ist cbd-gras ein suchtmittel? Wer hat das definiert? Auf welchen studien basiert diese einteilung?
    30 1 Melden
    • Makatitom 23.02.2018 16:14
      Highlight Herrliberg und Münchenbuchsee haben das definiert (Münchenbuchsee = Andrea Ziegenhoger)
      4 0 Melden
  • Normi 23.02.2018 11:16
    Highlight Yes jetzt kann ich Regenbogen-Einhörner rauchen 😍🤩🤗
    14 0 Melden
  • ARoq 23.02.2018 11:10
    72 0 Melden
  • lily.mcbean 23.02.2018 10:44
    Highlight Dann sollte man dringends auch die farbigen Vodkas verbieten! Die haben mich nämlich als Jugendliche zum saufen animiert!
    Und bitte alle Etiketten von alkoholischen Getränken und Zigaretten nur noch im einheitlichen Schlammbraun, weil wenn man schon Ordnung machen will, dann bitte richtig.
    Diese Diskussion ist doch lächerlich, legalisiert es endlich und lasst und mal in Ruhe und kümmert euch um die Alkoholiker die sich zu Tode saufen.
    32 0 Melden
  • EvilBetty 23.02.2018 10:41
    Highlight Man könnte jl höchstens dem Produzenten vorwerfen dass man eher bunte Einhörner sieht, wenn man andere Substanzen intus hat.

    😂
    12 0 Melden
  • PaLve! 23.02.2018 10:22
    Highlight Kinder und jugendliche können ja auch auf einfachste Weise CBD kaufen...
    12 0 Melden
  • Restseele 23.02.2018 10:22
    Highlight Ja das sind jetzt im Moment die dringlichsten Probleme. Die Sünnelipartei ist natürlich wieder involviert.
    In der Packung ist nämlich gar kein Einhorn drin. Bei der Gelegenheit bitte das Sünneli im SVP-Logo auch verbieten, es erweckt einen falschen Eindruck. Dort ist weder Sonne noch Wärme zu finden.
    35 1 Melden
  • Leider Geil 23.02.2018 10:19
    Highlight - Neuseeland (seit 6. Juni 2018)
    - Norwegen (seit 1. Juli 2018)

    Oha, da hab ich wohl was verpasst oder sollte es doch eher "ab" statt "seit" heissen? 😉
    11 0 Melden
  • saukaibli 23.02.2018 10:10
    Highlight Ja genau, Jugendliche stehen ja auch kitschige Einhornbildchen, deshalb laufen auch alle 18-Jährigen Mädchen mit Einhörnern auf der Handtasche durch die Gegend. Das sind in etwa die gleichen Tröten, die behaupten, E-Liquids mit Süssigkeitengedschmack werden nur produziert um Kinder zu "verführen". Ja klar, denn Erwachsene essen bekanntlich keine Desserts.
    Dass Raucherwaren und E-Zigaretten nur an Erwachsene verkauft werden dürften, sollte ja klar sein. Viel problematischer ist, dass für Tabak immer noch Werbung gemacht werden darf.
    20 0 Melden
  • Phallumegaly 23.02.2018 10:07
    Highlight Wir duskutieren darüber, wann Cannabis jetzt endlich legalisiert wird, während die Damen und Herren im Bundeshaus über die Gefahren eines bunten CBD-Einhorns debatieren 😑
    25 0 Melden
  • Gubbe 23.02.2018 10:05
    Highlight Für die Verpackung von diesem extrem schädlichen Kraut, schlage ich eine Scene aus einem blutigen Kampfvideogame vor. Das schadet ja nur der Psyche, also doch besser, als das schlammige Braun das zum Erbrechen anstiftet. Diskussion im Bundeshaus unumgänglich.
    12 0 Melden
  • Datsyuk 23.02.2018 10:03
    Highlight Macht Frau Herzog bei alkoholfreiem Bier auch so einen Aufstand? Frau Herzog soll doch bitte endlich einmal in der Gegenwart ankommen. Ihr Kampf gegen Cannabis verfolge ich nun schon lang, überzeugende Argumente habe ich von ihr noch nicht gehört. Frau Herzog ist bestimmt auch davon überzeugt, dass Alkohol keine Droge ist.
    25 0 Melden
  • meine senf 23.02.2018 09:58
    Highlight Teilweise können bei den "Tabak-Ersatzprodukten" die Vorschriften schon jetzt etwas gar abstrus sein:

    So steht etwa auf der Verpackung des Netzteils zur E-Zigarette "Dieses Produkt enthält Nikotin". Dabei handelt es sich um ein ganz gewöhnliches USB-Netzteil.

    Jene, die sowas beschliessen, fühlen sich wohl als Helden im Kampf gegen das Rauchen. Dabei lacht sich die Tabakindustrie wohl ins Fäustchen, wenn sämtliche weniger schädliche Alternativen zu ihren Produkten behindert werden.
    9 0 Melden
  • Gzuz187ers 23.02.2018 09:55
    Highlight Ganz ehrlich diese Herzog macht mich so wütend... ich meine es gibt ja auch Einhornvodka, aber der kann weiterhin so verkauft werden ohne Diskussion.
    17 0 Melden
  • Normi 23.02.2018 09:44
    Highlight 🤔Werde heute noch Einhörner rauchen
    14 0 Melden
    • Makatitom 23.02.2018 16:18
      Highlight Ich nicht, ich mag lieber THC ;)
      3 0 Melden
  • Bruno S. 88 23.02.2018 09:42
    Highlight "Denn durch die attraktive Werbung mit Fabelfiguren und farbigen Verpackungen würden bereits Kinder und Jugendliche für Suchtmittel angeworben"
    CBD ist kein Suchtmittel. Physisch gesehen beinhaltet CBD nichts was körperlich abhängig macht. Psychisch eher schon. Aber dann kann man ja auch die Fussball-Panini Bilder als Suchtmittel sehen! Ich schlage für die Panini Bilder eine einheitliche Verpackung vor. Am besten ein Kack-Braun. Und Alle Fussballer müssen auf den Bildern ein Kack-Emoji auf dem Kopf haben! Sinn und Zweck? Keiner! genau wie der Vorschlag einer Einheitspackung bei CBD.
    21 0 Melden
  • aglio e olio 23.02.2018 09:37
    Highlight Da ist schon was dran wie ich finde.
    Knallbunte Einhornverpackungen sprechen viele Kinder klar an. Und sind lächerlich klischeehaft.

    Btw. Standart beschreibt die Weise wie man steht. ;)
    2 7 Melden
  • lilie 23.02.2018 09:30
    Highlight Es gäbe eine wahrhaft einfache Lösung für dieses Problem: Schweizweit Abgabe von Rauchwaren nur an Personen ab 18 Jahren.

    Schlägt gleich mehrere Fliegen auf einen Streich.
    92 2 Melden
    • Tsunami90 23.02.2018 09:46
      Highlight Kanton Bern schon lange so.
      2 0 Melden
    • Kaakwurst 23.02.2018 10:17
      Highlight und wann hat ein solches verkaufsverbot schon jemals wirklich funktioniert?
      3 1 Melden
  • meine senf 23.02.2018 09:29
    Highlight Komisch, bei Alkohol und Tabak und an Kinder gerichtete Süssigkeiten-Werbung ist die SVP immer gegen Werbeeinschränkungen, schliesslich sei der Bürger mündig und die Eltern verantwortlich und "kein Nanny-State" usw.

    Es gibt ja auch täglich hunderte tote CBD-Fixer, während Alkohol und Tabak völlig harmlos ist ...
    231 8 Melden
    • Gar Manarnar 23.02.2018 09:42
      Highlight Typisch SVP. Lieber mit so unnötigen Vorstössen Zeit und Geld verschwenden anstatt sich Wichtigerem zu widmen.
      14 1 Melden
    • Siebenstein 23.02.2018 10:14
      Highlight Verfehlst Du das eigentliche Thema jetzt absichtlich?
      Um da mal einen korrekten Zusammenhang herzustellen...ich finde es zum Beispiel überhaupt nicht lustig Kindern mit Rimuss das Thema Alkohol verharmlosend näherzubringen.
      5 13 Melden

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