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Ehemaliger französischer Präsident Jacques Chirac ist tot



Jacques Chirac ist tot

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Jacques Chirac ist tot
quelle: epa / oliver weiken
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Der ehemalige französische Präsident Jacques Chirac ist tot. Das bestätigte sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Chirac sei am Morgen im Kreis seiner Angehörigen gestorben, berichteten mehrere französische Medien übereinstimmend. Er wurde 86 Jahre alt. Vom 17. Mai 1995 bis 16. Mai 2007 war er Staatspräsident Frankreichs.

Der konservative Politiker litt seit längerer Zeit unter schweren Gedächtnisproblemen und trat kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Noch während seiner Amtszeit hatte er 2005 einen Schlaganfall.

Im Laufe seiner langen politischen Karriere war Chirac mehrfach Minister, zweimal Premierminister und zwölf Jahre lang, von 1995 bis 2007, Präsident Frankreichs. Er prägte wie kaum ein anderer Politiker über Jahrzehnte das Bild Frankreichs und war bei seinen Landsleuten wegen seiner Volksnähe populär.

«STOP IT, CHIRAC»

Spätestens am 6. September 1995 war Chirac auch den Schweizer Fussballfans ein Begriff: Während des wichtigen EM-Qualifikationsspiels in Göteborg gegen Schweden entfalten die Schweizer Nationalspieler während der Nationalhymne ein Banner mit der Aufschrift: «STOP IT CHIRAC» – auf Anregung des damaligen Stars Alain Sutter. Mit dem Spruchband wollten Sutter und Co. gegen die Nuklearversuche Frankreichs im Südpazifik protestieren.

ZUR WIEDERAUFNAHME DER FRANZOESISCHEN ATOMTESTS AUF DEM MURUROA ATOLL IN FRANZOESISCH POLYNESIEN AM SAMSTAG, 5. SEPTEMBER 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, von links, Christophe Ohrel, Ciriaco Sforza, Adrian Knup, Stephane Henchoz, Sebastien Fournier, Alain Sutter und Marc Hottiger, protestiert am 6. September 1995 in Goeteborg, vor dem Spiel Schweiz-Schweden, gegen die Atombombentests, die Frankreich auf dem Muruora-Atoll durchfuehren will. Auf dem Transparent zu lesen

Die Fussball-Nati am 6. September 1995. Bild: KEYSTONE

Harter Machtpolitiker

In Frankreich war Chirac für seine Leutseligkeit bekannt, galt zugleich aber als harter Machtpolitiker. International blieb er mit seinem Protest gegen den amerikanischen Irakkrieg in Erinnerung: An der Seite des deutschen Kanzlers Gerhard Schröder stemmte er sich gegen die Angriffspläne von US-Präsident George W. Bush.

Als erster französischer Staatschef erkannte Chirac die Mitschuld seines Landes an der Verfolgung der Juden während der deutschen Besatzungszeit an.

Front-National-Chef Jean-Marie Le Pen bescherte ihm 2002 eine Wiederwahl mit 82 Prozent der Stimmen - weil der Rechtsextreme zum Schock vieler Franzosen in die Stichwahl um das Präsidentenamt einzog, stimmten auch Linke zähneknirschend für Chirac. Zu den Tiefpunkten seiner Karriere gehörte das Nein der Franzosen im Referendum über die geplante EU-Verfassung 2005.

Wegen Veruntreuung verurteilt

Der 1932 in Paris geborene Chirac absolvierte die Elite-Hochschule ENA und kämpfte im Algerien-Krieg. Seine innenpolitische Karriere begann er an der Seite des früheren Staatspräsidenten Georges Pompidou. Später wurde er zweimal Premierminister, zudem lenkte er als Bürgermeister von Paris 18 Jahre lang die Geschicke der Hauptstadt.

Diese Zeit holte ihn nach seinen Jahren im Élyséepalast ein: Als erster französischer Ex-Präsident nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er strafrechtlich verurteilt: zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Veruntreuung und Unterschlagung öffentlicher Gelder. Vom Rathaus bezahlte Mitarbeiter hatten in Wahrheit für Chiracs Partei gearbeitet. (meg/sda/afp/dpa)

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