Interview
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Bhaskar Sunkara im watson-Interview an der Zürcher Europaallee. bild: watson

«Die Amerikaner können sehr wohl ausblenden, dass ein Idiot im Weissen Haus sitzt»

Bhaskar Sunkara ist eine der interessantesten Figuren in der politischen Sphäre in den USA. Der 29-Jährige hat sich mit seinem «Jacobin»-Magazin zum publizistischen Wortführer einer dezidiert linken Politik hochgeschwungen. 

26.09.18, 09:30 27.09.18, 08:42


Dann ist er plötzlich verschwunden. Seine Pressebeauftragte ist ratlos. Fünf Minuten später steht er im Eingang des Kulturcafés an der Zürcher Europaallee. Sein Blick ist fahrig, das Hemd gewechselt, auf seiner Stirn glänzen noch Wassertropfen. Es ist abends um halb 7 und Bhaskar Sunkara sieht ziemlich erschöpft aus.

Sunkara, Gründer und Chefredaktor des sozialistischen «Jacobin»-Magazins, absolviert gerade eine Grand Tour der speziellen Art, er reist durch halb Europa, trifft sich mit linken Politikern, Journalisten, Wissenschaftlern, hält Vorträge und versucht, die Idee des demokratischen Sozialismus unter die Leute zu bringen. Daneben hat er das serbelnde britische Traditionsblatt «Tribune» gekauft und in Deutschland einen Ableger des «Jacobin», das «Ada Magazin», auf den Markt gebracht.

Sunkara ist so etwas wie die Geheimwaffe der progressiven Linken in den USA, mit seinem Magazin «Jacobin» schiesst er scharf gegen alles, was aus der neoliberalen Ecke kommt – mit Witz, Intellekt und Radikalität. Daneben ist er im Vorstand der Democratic Socialists of America (DSA), einer politischen Organisation am äusseren linken Rand.

«Jacobin»-Magazin. Bild: wikimedia commons

Der «Jacobin» ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie in den USA der Post-Obama-Ära immer häufiger vorkommt: junge linke Bewegungen, Medien, Podcasts usw., die die politische Landschaft der USA über kurz oder lang umpflügen wollen. Und Sunkara ist der Posterboy der Bewegung: jung, gebildet, gutaussehend, und als Sohn von mittellosen Einwanderern aus Trinidad mit der perfekten Biografie ausgestattet. 

Interview mit US-Sozialist Sunkara

Die progressiven Demokraten sorgen seit einiger Zeit für Furore, die Abo-Zahlen Ihres Magazins sind beeindruckend. Was macht sozialistische Positionen in den USA plötzlich so attraktiv?
Bhaskar Sunkara: Die Menschen haben die Nase voll vom Status quo, also schauen sie sich nach Alternativen um. Und die DSA hat sich als die Nummer-1-Alternative positioniert links der Demokraten. Aber wir sollten ehrlich sein: Die Erfolge halten sich bislang in Grenzen. Die DSA hat zwar ihre Mitgliederzahl von 5000 auf 50'000 vergrössern können. Aber in einem Land mit 325 Millionen Einwohnern ist das ein sehr relatives Wachstum.

Trotzdem, Sozialismus galt in den USA als Schimpfwort, Kommunisten waren jahrelang in allen Hollywood-Filmen das Feindbild Nr. 1, in der McCarthy-Ära wurden Kommunisten verfolgt. Was hat sich geändert?
Den Leuten wird bewusst, dass das System des Neoliberalismus nicht länger tragfähig ist. Sie spüren es am eigenen Leib. Die Finanzkrise 2008 hat das in aller Brutalität gezeigt. Natürlich bezeichnen die Republikaner noch immer auch nur die geringste Reform Richtung Wohlfahrtsstaat als «sozialistisch». Aber wenn ein funktionierendes Gesundheitssystem den Unterschied zwischen Leben und Tod, zwischen Sterben mit 55 oder mit 73, bedeutet, pfeift man irgendwann auf das Stigma des Begriffs Sozialismus.

Sie sind 29 Jahre alt, das ist auch ungefähr das Durchschnittsalter der DSA-Mitglieder. Hilft es, dass Ihre Generation den real existierenden Sozialismus nicht mehr kennengelernt hat?
Ja, wir sind frei von diesem historischen Stigma, von dem ewigen Antagonismus zwischen Sozialismus und liberaler Demokratie. Wir verstehen die Geschichte des Begriffs, die guten wie die schlechten Seiten. Und wir versuchen, einen neuen Sozialismus für die Zukunft zu schaffen.

In zwei Monaten sind die Midterm-Wahlen. Was erwarten Sie?
Eines ist klar: Es wird verdammt hart für die Demokraten. Sie müssen mehr Sitze verteidigen im Senat als die Republikaner. Dennoch glaube ich, dass es ihnen gelingen wird, den Republikanern Sitze abzujagen. Die Frage ist einfach, ob die Demokraten nicht viel besser abschneiden könnten, wenn sie sich auf sozialistische oder sozialdemokratische Kernthemen fokussieren würden: Gesundheitssystem, Kindererziehung, College-Gelder, usw.

Wird das denn nicht gemacht?
Nein, die Establishment-Demokraten reden vor allem über Russland, Russland, Russland, über die Einmischungen im Präsidentschaftswahlkampf 2016, über all die Skandale von Donald Trump. Das aber spielt den Republikanern in die Hände.

«Besiegen wir bloss Trump, oder besiegen wir den Trumpismus?»

Wieso? 
Weil die Republikaner dann sagen: Na ja, Trump ist halt Trump, aber schaut mal, wie die Wirtschaft brummt!

Trump, so lautet eine These, gewann die Wahlen 2016 auch, weil er die Arbeiterklasse viel besser erreichte als die abgehobene Establishment-Demokratin Hillary Clinton. Wie soll das der DSA gelingen?
Ich glaube, unsere Themen sind für die meisten Amerikaner hoch relevant. Die meisten Amerikaner können die Tatsache, dass sie verschuldet sind oder keine Gesundheitsversicherung haben, nicht ausblenden. Aber sie können sehr wohl ausblenden, dass ein Idiot im Weissen Haus sitzt.  

«Es ist eine sozialliberale Partei, die gar nie sozialdemokratisch war.»

Was blüht Trump bei den Präsidentschaftswahlen 2020?
Ich glaube, er wird sowohl bei den Midterms als auch bei der Wahl 2020 verlieren. Er ist jetzt schon historisch unpopulär. Aber die Frage ist: Besiegen wir ihn, oder fegen wir ihn weg? Und die viel wichtigere Frage ist: Besiegen wir bloss Trump, oder besiegen wir den Trumpismus? Beides zusammen geht nicht. 

Der Trumpismus überlebt Trump also?
Ja, definitiv. Brauchen wir die DSA, um Trump zu besiegen? Um ehrlich zu sein, nein. Aber wir brauchen eine Art von demokratischem Sozialismus, um diesen breiten Trend des Rechtspopulismus zu bekämpfen.

Sie plädieren für eine Abspaltung des sozialistischen Flügels vom demokratischen Establishment. Ausgerechnet jetzt, da die Rechtspopulisten einen Siegeszug nach dem anderen feiern?
Ja, aber was hält uns im Innersten zusammen? Der Hass auf Trump? Das reicht einfach nicht, um all die Differenzen zu kaschieren. Natürlich gibt es auch progressive Demokraten, Elizabeth Warren zum Beispiel. Aber ich würde sie nicht wählen in einer Präsidentschaftskampagne, wenn zum Beispiel Bernie Sanders auch antreten würde. Die Demokratische Partei wird dominiert von Leuten wie Hillary Clinton, Chuck Schumer, Joe Biden, Leute, die derart hemmungslos mit dem Kapital flirten.  

Und doch sind Sozialdemokraten und Sozialisten in vielen Punkten wesensverwandt. 
Schauen Sie, man kann die Sozialdemokraten in Europa kritisieren. Gerade in Ländern wie Deutschland oder Grossbritannien, wo der reformorientierte Flügel viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Aber die Demokraten in den USA haben wortwörtlich eine Koalition geformt mit Elementen des Kapitals. Sie sind zu eigentlichen politischen Vertretern der FIRE-Industrie mutiert.

FIRE?
Finance, insurance, real estate (Finanzen, Versicherungen, Immobilien, die Red.). Die Demokraten in den USA sind keine sozialdemokratische Partei, die vom Weg abgekommen ist. Das ist ein Etikettenschwindel. Es ist eine sozialliberale Partei, die gar nie sozialdemokratisch war. Wir nennen sie die zweitkapitalenthusiastischste Partei der Welt – nach den Republikanern. Aber um auf Ihre Frage zurückzukommen: Wir sollten vorsichtig sein, Allianzen zu schmieden mit Leuten, die eine völlig andere Weltsicht haben als wir, nur um gemeinsam etwas noch Schlimmeres zu bekämpfen. 

Sie haben vorhin die Finanzkrise erwähnt. War auch die Niederlage von Sanders gegen Hillary Clinton in den Primaries eine Art Wendepunkt für die demokratischen Sozialisten? 
Nein, ich glaube nicht, dass die Niederlage entscheidend war. Die ganze Bewegung war es, der Wahlkampf in den Primaries. Dieses Gefühl, das System tatsächlich überwinden zu können.

Wie haben Sie die Präsidentschaft von Barack Obama in Erinnerung?
Obama war ein guter Präsident für den US-Kapitalismus. Er hat gröbere Skandale verhindert, er hat die Wirtschaft wieder auf Kurs gebracht nach der Finanzkrise, und er hat das Image der USA im Ausland verbessert nach dem Debakel des Irak-Kriegs, er hat den internationalen Freihandel gestärkt.

«Obama verkörperte für viele seiner Wähler eine bestimmte Geisteshaltung, das war, glaube ich, sein Erfolgsgeheimnis. Weniger seine politische Agenda.»

Sie sind kein grosser Fan des ehemaligen US-Präsidenten.
Er hat das Schiff auf Kurs gehalten. Das ist besser als ein erratischer Präsident, der sinnlose Handelskriege vom Zaun bricht. Aber das ist dann auch das Beste, was man über ihn sagen kann. 

Für viele Menschen in den USA war Obama eine Projektionsfläche.
Ja, und das ist nicht sein Fehler. Viele Leute konnten ihre Hoffnungen und Wünsche auf ihn projizieren. Was seine Politik anbelangte, war er immer ziemlich ehrlich, da kann man ihm nicht viel vorwerfen. Aber sein Vermächtnis ist nicht zuletzt, dass es ihm nicht gelungen ist, die Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Sogar seine grosse Errungenschaft, die Gesundheitsreform, ist schlussendlich viel zu teuer und wurde an Versicherungsunternehmen verkauft. Trotz all der Kritik: Ich glaube, es lohnt sich nur schon aus strategischer Sicht nicht, auf den Verfehlungen Obamas rumzureiten. Immerhin zielt auch die DSA auf ehemalige Obama-Wähler. 

Sozialismus funktioniere nur an Ost- und Westküste, sagen Kritiker. Die Leute im Hinterland, im fly-over country, erreiche man so nicht. 
Gut, dank dem Internet können wir natürlich mit all diesen Leuten in Kontakt treten. Aber ich verstehe Ihren Punkt. Die Frage ist, wie entwickeln wir uns als Bewegung, die zwar historisch in der Arbeiterschaft verwurzelt ist, aber in der aktuell vor allem hochqualifizierte Arbeiter vertreten sind?

Und?
Wir müssen schauen, in welchen Bereichen wir schon stark sind. Bei den Gewerkschaften etwa. Wir müssen in regelmässigen Kontakt mit der Arbeiterklasse treten und das Linken-Ghetto verlassen. Wenn uns das gelingt, dann können wir auch problemlos im Hinterland punkten. Und auf der anderen Seite steht da die Kampagne von Bernie Sanders 2020. Wir haben nicht Zugang zu Zehntausenden von Personen wie Sanders. Aber unsere Agenda stimmt in vielem überein mit der von Sanders. Wir müssen nicht nur Antworten geben, wir müssen den Leuten auch Fragen stellen. Es ist eine historische Gelegenheit für die Linke in den USA.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sanders und den Demokratischen Sozialisten (DSA)?
Demokratischer Sozialismus ist ein breiter Begriff, aber man kann sagen, dass Sanders in erster Linie sozialdemokratische Reformen erreichen will, und zwar durch eine Politik, die man im Entferntesten als Klassenkampf bezeichnen könnte. Sanders setzt nicht auf Kompromisse oder Ausgleich, sondern auf Kampf.

Und die DSA?
Unser mittelfristiges Ziel ist das gleiche. Aber unser Fernziel ist der Aufstieg von Sozialismus jenseits von Sozialdemokratie. Eine Gesellschaft, in der Eigentum gemeinschaftlich organisiert ist, in der Unternehmen kollektiv verwaltet werden, und in der Wohnen ein Grundrecht ist. Das wäre für uns die Verwirklichung einer wahren radikalen Demokratie.

Mit der Sozialdemokratie kann man also keine «wahre radikale Demokratie» verwirklichen?
Nein, Sozialdemokratie ist anfällig für Rückfälle und für den unnachgiebigen Druck des Kapitals. Die Sozialdemokratie lässt sich erpressen, weil sie im Kern eben nach den Regeln des kapitalistischen Systems spielt. Die Frage ist: Wie nimmt man dem Kapital diese Erpressungsmöglichkeiten weg? Indem man die Produktionsmittel sozialisiert. 

Denken Sie dabei an Skandinavien?
Jein. In Finnland und Norwegen ist der Wohlfahrtsstaat
weitgehend erhalten und unbestritten. In Schweden sieht das ein bisschen anders aus, da ist der Zerfall augenfällig. Aber es ist wichtig, zu verstehen, dass der rechte Backlash eben gerade wegen dem Abbau des Sozialstaates erfolgt. Ohne den Kontext der Austerität wäre der Aufstieg der Rechten in Europa so gar nicht möglich. Langfristig wird aber der stabilste sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat überall in ein Dilemma kommen. 

Was für ein Dilemma?
Ein strukturelles Dilemma. Wenn man die Arbeiterklasse empowert, wird diese mit der Zeit Lohnforderungen stellen und auf eine gerechtere, sozialere Verteilung des Wohlstands pochen. Auf der anderen Seite sind private Unternehmen dafür verantwortlich, dass überhaupt Wohlstand geschaffen wird. Am Anfang wird dieses Arrangement – Arbeiterfriede für einen stabilen Wohlfahrtsstaat – noch funktionieren. Über kurz oder lang aber wird das Kapital den Eingriff in ihre Wirtschaftsfreiheit nicht mehr tolerieren. Die sozialdemokratische Regierung wird sich daraufhin beugen müssen, da sonst die Steuereinnahmen rapide sinken und der Wohlfahrtsstaat nicht mehr unterhalten werden kann. Wir wollen eine Alternative schaffen zu diesem Dilemma.

Kritiker werfen dem «Jacobin» vor, dass Sie sogenannte identity politics ausblenden, also Themen wie Rassismus, Sexismus, LGBT zu wenig Platz einräumen.
Der Begriff identity politics wird oftmals von den Rechten fälschlich verwendet, um unsere Anliegen zu torpedieren. Der Kampf gegen Unterdrückung ist eines der Hauptelemente der Linken. Der Kampf für Migrantenrechte, der Kampf um Familienplanung, der Kampf gegen Diskriminierung von Schwarzen, der Kampf gegen Sexismus. Anstatt uns aber zu verzetteln in unzähligen kleinen Bewegungen, sollten wir diese Forderungen in eine breitere Arbeiterklasse-Bewegung inkorporieren. Die Logik vieler Bewegungen basiert auf der Betonung von Unterschieden. Dabei wollen eigentlich alle das gleiche: Sicherheit, und keine Diskriminierung. Wir haben alle die gleiche DNA, wir sind alles Menschen. Was uns eint, ist die Klasse. Wir sollten nicht den Kampf gegen Diskriminierungen herunterspielen. Aber wir müssen es in das Framework des Klassenkampfes bringen.

Star der Linken: Alexandria Ocasio-Cortez

Aber drohen diese Anliegen dann nicht unterzugehen?
Ich glaube, es bringt nichts, einfach nur die Aufmerksamkeit für Diskriminierungen wie Rassismus zu erhöhen, wie es heute oft geschieht. So projizieren Aktivisten bloss ihre moralische Sensibilisierung auf andere Leute. Eine wirklich antirassistische Bewegung würde versuchen, Macht von den mächtigen Gruppen hin zu den marginalisierten Gruppen zu verschieben. Und dann ist man eben wieder beim Klassenkampf. 

Die französische Philosophin Chantal Mouffe forderte in einem Interview mit der «Republik» einen linken Populismus. Ihnen sagt man auch ein gewisses Faible für den Linkspopulismus nach.
Es ist ein Risiko, aber im besten Fall eine Taktik, die uns viele Chancen ermöglicht. Sie ziehen Kräfte von den traditionellen linken Parteien und Institutionen ab, die sowieso im Niedergang sind, das sieht man vor allem in Frankreich bei La France insoumise. Aber auch in Deutschland mit der Bewegung «Aufstehen». Die Frage ist: Wie erreicht man die Basis der Linken und Leute, die zwar AfD wählen, aber nicht mit dem ganzen Programm dieser Partei übereinstimmen? Wie erreicht man Leute, die die Nase voll haben von Politik? Ich glaube, «Aufstehen» hat gerade bei diesen Leuten ein grosses Potential. Es braucht Bewegungen ausserhalb der etablierten Parteien.

Die Botschaften von «Aufstehen» ähneln – gerade wenn es um Migration und Asyl geht – denjenigen von rechten Gruppen.
Nein, das sehe ich anders. Sie bedienen sich vielleicht manchmal eines ähnlichen Tons, aber im Allgemeinen sind es deutlich unterschiedliche Bewegungen mit unterschiedlichen Zielen. Die Kritiker übertreiben hier – und sie schaden mit diesen zugespitzten Berichten in den Medien der gesamten Linken. 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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29
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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 26.09.2018 22:08
    Highlight Glücklich die Bürger einer Nation, die ihren Präsidenten Idiot nennen dürfen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

    Es lebe der freie Westen!
    0 0 Melden
  • Paedu87 26.09.2018 16:37
    Highlight "Wahre radikale Demokratie". "Alle macht der Arbeiterschicht" Wieso? Wieso dermassen übertrieben?
    Ich hab keinen Bock zu arbeiten wenn ich dafür nichts erhalte. Arbeit muss sich immer lohnen.
    Die grosse Mehrheit braucht diesen Anreiz einfach. Diese Anreize zu streichen heisst gleichzeitig die Freiheit der Menschen einzuschränken. Man wird sie dann nämlich zwingen müssen zu arbeiten. Das möchte ich nicht erleben und wenn ich nicht der einzige bin, sind wir schon sehr bald wieder bei einer Mauer.
    Es gibt keine einfachen Lösungen und keine perfekten Systeme. Es gibt nur den aktuelle Weg.
    13 22 Melden
    • Der_Andere 27.09.2018 02:45
      Highlight "Ich hab keinen Bock zu arbeiten wenn ich dafür nichts erhalte."

      Genau das ist der Punkt. Frag mal einen einfachen Arbeiter, wie zufrieden er mit seinem Lohn ist. Ich kenne einfache Arbeiter, in einer ziemlich bekannten Schweizer Firma mit ein paar tausend Angestellten, denen wird seit Jahren dieselbe Leier aufgetischt. Man könne ihr mickriger Lohn nicht erhöhen. Es sei kein Geld vorhanden. Während gleichzeitig die Mercedes Firmenflotte für die Teppichetage erneuert wird.

      Die Lohnschere muss irgendwann angepasst werden. Sie kann sich nicht immer weiter öffnen.
      14 0 Melden
  • Roland Strauss 26.09.2018 14:16
    Highlight Wenn er den Sozialismus so mag, warum wandert er denn nicht in Arbeiterparadiese wie Kuba und Venezuela aus?
    21 64 Melden
    • äti 26.09.2018 21:28
      Highlight .. die Antwort ist klar: du hast weder gelesen noch verstanden. Eben, Vogel Strauss.
      1 1 Melden
  • DemonCore 26.09.2018 13:43
    Highlight Was ich gut finde, ist dass er sich mit seiner Bewegung um alle Menschen kümmern will und sich nicht auf lächerliche Grabenkämpfe der Identity-Politics einlässt. Die Selbstzerfleischung der Linken entlang eng definierter Gruppenidentitäten (sexuell, Herkunft, Behinderung) nimmt ihr jede Glaubwürdigkeit und politische Schlagkraft.
    33 2 Melden
  • franzfifty 26.09.2018 12:37
    Highlight So interessant das Interview auch wirklich ist, wieso wurde das Thema der Hauptunterstuetzer von Trump nicht angesprochen? Die Rednecks sprechen eine andere Sprache und die kennt Trump halt am besten.
    7 25 Melden
    • Adrian Eng 26.09.2018 13:31
      Highlight Hat er: «Sozialismus funktioniere nur an Ost- und Westküste, sagen Kritiker. Die Leute im Hinterland, im fly-over country, erreiche man so nicht.»
      33 4 Melden
    • franzfifty 26.09.2018 14:12
      Highlight Vorweg: das ist nicht Kritik an Watson, im Gegenteil.
      Aber wirklich angesprochen hat er es nicht. Einfach nur gesagt, dass man mit seiner "Idee" die Leute nicht erreicht..wie dann? Das ist genau das Problem. Nur Trump spricht diese Sprache...
      14 3 Melden
  • BYOKN 26.09.2018 12:05
    Highlight eine Softball Frage nach der Anderen. Hat ein Fan oder ein Journalist das Interview geführt, man kann es nicht sagen...

    Wieso einer sein Heft nach einem der brutalsten Regime der Französischen Geschichte bennent (Terreur), wäre doch z.b. Interessant...
    21 24 Melden
    • Liselote Meier 26.09.2018 14:25
      Highlight Ist ja auch nicht nach den französischen Jakobiner bennant sondern den "Schwarzen Jakobiner von Haiti" auf Grundlage dieses Buches.

      https://en.wikipedia.org/wiki/The_Black_Jacobins
      23 0 Melden
    • peeti 26.09.2018 17:00
      Highlight @BYOKN: Autsch...

      von wegen softball, gerade im zweiten Teil kommen kritische Fragen vor.
      10 4 Melden
  • Gawayn 26.09.2018 11:49
    Highlight Dieser junge Mann stellt die richtigen Fragen und wie man liest, hat er auch einen sehr guten Einblick und Verständnis in Regierung sowie Bevölkerung.

    Aber Hand aufs Herz.
    Wann hat die amerikanische Regierung und die Wählerschaft, schon je auf vernünftige Argumente gehört?

    In den USA funktionieren nur Parolen und Schlagworte.

    Es ist auch nicht so, das die Amis nur 2 Parteien kennen würden.
    Sie haben Andere. Aber die sind derart untervertreten, das sie überhaupt nichts zur Sache tun.

    Ergo
    Entweder Rep oder Dem
    Sonst out...
    18 4 Melden
    • meine senf 26.09.2018 20:20
      Highlight Stimmt sicher, aber vielleicht ist es jetzt auch eine spezielle Situation.

      Momentan gibt es ja sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten deutlich verschiedene Flügel.

      Früher wäre es ja einfach so gewesen, dass entweder die Demokraten oder die Republikaner sich gespalten hätten und dann im Nachteil gewesen wären.

      Wenn es aber eher so ist, dass beide an den Rand rücken, kann es Platz in der Mitte für neue Parteien geben.

      Etwa gemässigte Republikaner und Wall Street-nahe Demokraten zusammen als dritte Partei oder beide spalten sich, so dass es vier Parteien gäbe.
      1 0 Melden
    • Gawayn 27.09.2018 17:23
      Highlight @meine Senf
      Ja und Schildkröten könnten Tango tanzen lernen.

      Scherz bei Seite.
      Ja es wäre schön, sinnvoll und schon ziemlich nötig, nach über 250 Jahren, etwas Bewegung in diese starre antiquierte Parteilandschaft zu bringen.
      Fossilien gehören bekanntlich ins Museum, nicht ins Parlament.

      Aber viel Hoffnung hab ich nicht...
      0 0 Melden
  • Staatsgebeutelter 26.09.2018 11:38
    Highlight «Die Amerikaner können sehr wohl ausblenden, dass ein Idiot im Weissen Haus sitzt».... als was muss man dann die Millionen Amis bezeichnen die diesen "Idioten" gewählt haben????
    10 24 Melden
  • sowhat 26.09.2018 11:27
    Highlight Das Dilemma, wie er ea hier beschrieben hat ist das wir hier grade sehen. In Deutschland ebenso wit in der Schweiz. KTrotzdem glaube ich, dass gena diese Sozialdemokratie die mit diesem Dilemma zu kämpfen haben wird, in den USA wesentlich mehr Chancen hat gelebt zu werden als die neue Art Sozialismus, von der er täumt.
    Und uns täte es gut, uns wieder darauf zu besinnen.
    7 4 Melden
  • Edwin Schaltegger 26.09.2018 11:19
    Highlight Baskhar Sunkara's Ideen einer kollektiven Verwaltung von Unternehmen und Landeigentum stammen von Karl Marx. Zu welchem Desaster diese Politik führte, hat Die Geschichte gezeigt. Alle sozialistischen Regierungssyteme sind allesamt gescheitert. Ich danke, dass ein soziales marktwirtschaftliches demokratisches System, so wie es in der CH und in skandinavischen Ländern praktiziert wird eines der aktuell besten Gesellschaftssysteme darstellt.
    Damit solche sozialistische, kollektive Gesellschafts-systeme funktionieren muss die menschliche Evolution sich noch Jahrtausende entwickeln.
    27 24 Melden
    • meine senf 26.09.2018 14:54
      Highlight Für US-Verhältnisse ist Skandinavien "sozialistisch".

      Und in vielen Sprachen meint "Sozialismus" eher "Sozialdemokratie" (nicht im Blair/Schröder-Sinne gemeint) als "Kommunismus".

      So heisst etwa unsere SP in der Romandie auch "Parti socialiste".
      24 0 Melden
    • Liselote Meier 26.09.2018 14:57
      Highlight Wo gab es den kollektive Verwaltungen?
      War stets Politbüro => Planungsbüro => Betriebsleiter => Belegschaft. Das ist keine kollektive Verwaltung sondern eine Kommandowirtschaft. Typisch bei Staaten die sich in einem Krieg befinden (die Deutsche Wirtschaft während des 1 WK, war ähnlich organsiert). Zu Beginn nannte man es ehrlicherweise noch "Kriegskommunismus". Lenins Ansätze via NöP um da wieder rauszukommen wurden von Stalin dann sistiert und es blieb beim "Kriegskommunismus", sprich einer Kommandowirtschaft.

      Eine kollektive Verwaltung organisiert sich von unten nach oben=>Sozialismus
      27 5 Melden
    • Petrarca 26.09.2018 15:45
      Highlight Schaltegger: „Ich danke, dass ein soziales marktwirtschaftliches demokratisches System, so wie es in der CH und in skandinavischen Ländern praktiziert wird eines der aktuell besten Gesellschaftssysteme darstellt.“

      Ob das die Leute in Senegal, deren Meer wir leergefischt haben, oder die verstrahlten Leute, die für unseren „sauberen Strom“ im Niger Uran abbauen dürfen, das auch so sehen? Was nützt es einem afrikanischen Bauern, wenn er seine Tomaten auf dem Dorfmarkt nicht verkaufen kann, weil die (von der EU) subventionierten spanischen Tomaten günstiger sind?

      24 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • kafifertig 26.09.2018 11:07
    Highlight Wenn nichts weiter gegen Trump spricht, als das kleine Trüppchen hier ...


    ... dann kann sich Trump lässig zurücklehnen und die Zeit für sich Arbeiten lassen.
    9 19 Melden
  • Swisslord 26.09.2018 10:39
    Highlight Wow. Vielen Dank für das tolle Interview. Ich habe ihn leider verpasst letzten Mittwoch in Zürich aber toll, dass ihr in interviewt habt. Genau das habe ich mir gewünscht von watson nach Trumps Wahl. Einen genauen Blick auf die USA, welche besser ist als Gut=Demokrat, Bös=Republikaner.
    107 13 Melden
  • Tomtom64 26.09.2018 10:38
    Highlight Ein sehr interessantes Interview und ich hoffe es öffnet endlich vielen hier die Augen, dass die US-Demokraten nicht das sind, als was sie hier häufig wahrgenommen werden.
    Eine richtige, breit aufgestellte sozialdemokratische Bewegung täte den USA sehr gut, denn die Einkommens- und Vermögensverteilung dort ist ein noch viel grösseres Drama als bei uns.
    141 23 Melden
    • Norbert Riedi 26.09.2018 12:05
      Highlight @ Tomtom64 : wo bei uns sehen sie einkommens- und vermögensdramen?
      5 25 Melden
    • DemonCore 26.09.2018 13:41
      Highlight Die wird auch automatisch kommen, keine Sorge. Irgendwann ist die Korruptions- und Reichenparty vorbei.
      11 0 Melden
    • Tomtom64 26.09.2018 13:44
      Highlight @Norbert Riedi

      570'000 Personen sind in der Schweiz von Armut betroffen, Davon waren knapp 145'000 Personen erwerbstätig. 1,18 Millionen Menschen sind von Armut bedroht. Überdurchschnittlich betroffen sind Alleinerziehende, Personen ohne nachobligatorische Bildung und Erwerbslose.

      Wie eine Studie der BHF zeigt, besitzt das reichste Prozent der Menschen in der Schweiz 41 Prozent des Vermögens. Jenen, die weniger als 50'000 Franken besitzen, gehören aber nur 1.6 Prozent des Gesamtvermögens – obwohl mehr als jeder Zweite zu dieser Gruppe gehört, nämlich 55.9 Prozent der Bevölkerung.
      27 1 Melden
  • Gawayn 26.09.2018 10:01
    Highlight Schade um die viele Mühe, die man sich gibt, die amerikanische Bevölkerung auf zu rütteln.

    Es ist leider zum scheitern verurteilt.
    Denn nicht die Wähler bestimmen in diesem Land.
    Sondern ein paar Dutzend Wahlmänner.

    Das war schon bei der Wahl Buschs und bei seiner Wiederwahl so.
    Niemand wollte ihn.
    Man hat aber eine schlechtere Alternative aufgeboten und bei der Wiederwahl, waren es die Wahlmänner, die ihn zum Präsi gewählt hatten.

    Das Selbe mit Trump und ja, damit könnte er wieder gewählt werden...
    30 44 Melden

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