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Bild: keystone

Der Länder-Vergleich – diese Grafiken zeigen, wie hocheffektiv die Impfungen sind

Nur gerade 2 Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind geimpft – jetzt warnen Ärzte vor einer «humanitären Katastrophe», denn ohne Impfungen hat Delta in seiner Ausbreitung leichtes Spiel.
21.07.2021, 09:1722.07.2021, 09:57
Lea Senn
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«Die dritte Welle legt an Geschwindigkeit zu, schlägt härter zu und droht, die bisher tödlichste Welle in Afrika zu werden», sagte Matshidiso Moeti, Afrika-Direktorin der Weltgesundheitsorganisation, vor knapp einem Monat. Und das in einer Zeit, in der die reichen Länder der Welt den Versuch wagen, in den bisherigen Alltag zurückzukehren.

Matshidiso Moeti von der Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer dritten, verheerenden Corona-Welle in Afrika.
Matshidiso Moeti von der Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer dritten, verheerenden Corona-Welle in Afrika.
Bild: EPA/KEYSTONE

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Der gesamte Kontinent Afrika hat im vergangenen Monat eine Million neue Infektionen registriert, so viele wie noch nie zuvor. Oftmals steckt die Delta-Variante dahinter: Die Mutation wurde schon in über zwei Dutzend afrikanischen Ländern nachgewiesen, in Südafrika macht sie bereits 95 Prozent aller Neuansteckungen aus. Dabei hat Delta leichtes Spiel: Weniger als 3 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung sind vollständig gegen Covid-19 geimpft.

«Die Welt denkt, die Epidemie ist vorbei.»
Fatima Hassan, Gründerin der Südafrikanischen Health Justice Initiative

Ein vergleichbares Bild zeigt sich auch in Ländern mit tiefen Impfquoten aus anderen Kontinenten. Indonesien meldet Fallzahlen, die die bisherigen Höchstwerte vom Februar um ein Vierfaches übertreffen – erst rund 6 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft.

Die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die Todesfälle

Vergleicht man die Neuinfektionen (in der Grafik pro 100'000 Einwohner, in magenta oben) mit den täglichen Todesfällen (pro 2 Millionen Einwohner, in schwarz unten), erkennt man ein gewisses Muster bei den ersten beiden Wellen: Mit Verspätung einiger Wochen folgte einem Infektions-Peak ein Todesfälle-Peak.

Die Impfkampagne hat dieses Muster gebrochen: Obwohl die Fallzahlen in der Schweiz im April nochmals deutlich anstiegen, blieben die Todesfälle auf tiefem Niveau. Zu verdanken haben wir diesen Erfolg dem Impfschutz, insbesondere bei der stark gefährdeten Risikogruppe.

Die Fallzahlen pro 100'000 Einwohner (magenta, oben) und die Todesfälle pro 2 Millionen Einwohner (schwarz, unten) im zeitlichen Vergleich.
Die Fallzahlen pro 100'000 Einwohner (magenta, oben) und die Todesfälle pro 2 Millionen Einwohner (schwarz, unten) im zeitlichen Vergleich.
Bild: watson, darstellung inspiriert von einem artikel der financial times

Anders sieht es in Ländern aus, in denen erst ein kleiner Teil der Bevölkerung geimpft ist. In Kolumbien ist immerhin jede fünfte Person vollständig geimpft – doch um den Grossteil der Todesfälle verhindern zu können, scheint dies nicht auszureichen.

Bild: watson

Das gleiche Muster zeigt sich bei den folgenden 12 Ländern. Zwar befinden sich darunter europäische Länder mit exponentiell ansteigenden Fallzahlen (zum Beispiel das Vereinigte Königreich oder die Niederlande), doch auf die Todesfälle hat sich dieser Anstieg bisher kaum ausgewirkt. Bei Ländern mit extrem niedrigen Impfquoten gleicht das Muster den früheren Wellen.

Natürlich steigen die Fallzahlen vielerorts erst seit einigen Wochen – mit dem üblichen Verzug ist zu vermuten, dass die Todesfälle in den kommenden Wochen auch in Europa wieder ansteigen werden. Die Chancen, dass die hohe Impfquote aber trotzdem eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindert, stehen aber deutlich besser als in den restlichen Ländern.

Bild: watson

Nebst den tiefen Impfquoten beschleunigen auch andere Faktoren die Verbreitung des Virus: Im Süden Afrikas und Amerikas herrscht Winter, was dem Coronavirus die Übertragung in geschlossenen Innenräumen erleichtert. Ausserdem scheint die Disziplin laut WHO in Sachen Händewaschen und Maskentragen mit der Dauer der Pandemie nachzulassen.

Die Verantwortlichen appellieren nun an andere Länder, mit Vakzinen auszuhelfen: «Afrika kann den Effekt der ansteigenden Infektionen noch abschwächen, aber das Zeitfenster dafür schliesst sich», sagte Matshidiso Moeti von der WHO.

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quelle: keystone / peter schneider
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