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Wollte die Nachfolgerin von Steve Jobs werden: Elizabeth Holmes. bild: shutterstock.

Schlechtes Blut – oder der grösste Betrug im Silicon Valley

Die junge Frau Elizabeth Holmes hat reihenweise alte Männer wie Rupert Murdoch, Henry Kissinger und Jim Mattis getäuscht. Eine Geschichte über Gier, Technogläubigkeit und Naivität – und mit einer Moral.



«Fake it until you make it» (Täusch etwas vor, bis es funktioniert) ist ein beliebtes Motto in der Start-up-Szene des Silicon Valley. Viele technische Sensationen werden mit üblen Kinderkrankheiten und grossspurigen Versprechen auf den Markt geworfen. Meist verschwinden diese Heilsbringer jedoch genau so schnell, wie sie aufgetaucht sind.

Nicht so bei Elizabeth Holmes. Sie beherrschte das Täuschungsspiel perfekt. Die Gründerin eines Unternehmens namens Theranos steht im Mittelpunkt der viellicht unglaublichsten Geschichte des Silicon Valley. Erzählt wird sie vom «Wall Street Journal»-Reporter John Carreyrou.

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Die unglaubliche Geschichte der Elizabeth Holmes als Video. Video: YouTube/ReasonTV

Holmes wurde über Nacht mehrfache Milliardärin. Sie hatte Männer wie die beiden ehemaligen US-Aussenminister Henry Kissinger und George Shultz im Verwaltungsrat, ebenso den späteren Verteidigungsminister Jim Mattis.

Sie hatte Channing Robertson, einen Star an der Eliteuniversität Stanford, als Götti, und sie hatte Leute wie den Medienmogul Rupert Murdoch oder die aktuelle Bildungsministerin Betsy DeVos als Investoren.

Holmes hatte vor allem eine Story zu erzählen: Sie wollte das iPhone der Medizin erfunden haben, einen Minicomputer, der mittels eines einzigen Blutstropfens mehr als 200 Krankheiten innert Minuten diagnostizieren konnte.

Die Gründerin

Elizabeth Holmes’ Grossvater war einst ein erfolgreicher Unternehmer. Seine Nachkommen verschleuderten jedoch sein Erbe. Die junge Elizabeth war eine ausgezeichnete Schülerin mit einem klaren Ziel vor Augen: «Was möchtest du werden, wenn du gross bist?», schreibt Carreyrou. «Ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken antwortete Elizabeth: «Milliardärin.»

SAN FRANCISCO, CA - JANUARY 9: Apple CEO Steve Jobs holds up the new iPhone that was introduced at Macworld on January 9, 2007 in San Francisco, California. During the keynote Jobs introduced the new iPhone which will combine a mobile phone, a widescreen iPod with touch controls and a internet communications device with the ability to use email, web browsing, maps and searching. The iPhone will start shipping in the US in June 2007. (Photo by David Paul Morris/Getty Images)

Steve Jobs war das grosse Vorbild von Elizabeth Holmes. Bild: Getty Images North America

Im Frühjahr 2002 wurde Holmes in die Stanford University aufgenommen. Sie studierte Chemietechnik und erregte sofort die Aufmerksamkeit des renommierten Professors Channing Robertson. Nach nur zwei Semestern brach sie ihr Studium ab und gründete ihr Unternehmen, das sie Theranos nannte.

Die Story

Holmes wollte das iPhone der Medizin entwickeln. Ein einziger Blutstropfen sollte genügen, um alle langwierigen Laboruntersuchungen zu ersetzen. Das Verfahren an sich war nicht neu. Jeder Diabetiker misst den Zuckergehalt in seinem Blut, indem er sich kurz in den Finger sticht.

Das medizinische iPhone hingegen versprach weit mehr: Ein Minicomputer – Edison genannt – sollte den in einer Kapsel aufgefangenen Blutstropfen in Windeseile analysieren und dabei mehr als 200 Krankheiten diagnostizieren können.

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Hat nie funktioniert: Edison, das Mini-Lab von Theranos.

Aufwändige und teure Laboranalysen würden so überflüssig, ebenso die regelmässigen und schmerzhaften Blutentnahmen in der Armbeuge, die viele chronisch kranke Patienten über sich ergehen lassen müssen. Ärzte wären in der Lage, den Krankheitsverlauf ihrer Patienten in Echtzeit zu überwachen.

Holmes war die ideale Person für diese Story. Sie war nicht nur intelligent und tüchtig. Sie opferte sich für Theranos auf und war felsenfest von ihrer Mission überzeugt. Immer wieder erzählte sie die Geschichte ihres geliebten Onkels, der vorzeitig an Krebs verstorben war. Mit Edison wäre diese Krankheit entdeckt und sein Tod verhindert worden, so Holmes. Niemand müsse künftig frühzeitig abtreten, lautete ihr Versprechen.

Das Versprechen klang glaubwürdig, genauso wie das Auftreten von Holmes. Die glühende Verehrerin von Steve Jobs kleidete sich wie ihr Vorbild und trug ausschliesslich einen schwarzen Rollkragen-Pullover. Sie heuerte Avie Tevanian, einen von Jobs’ ältesten und engsten Freunden, als Software-Entwickler an. (Er verliess Theranos allerdings bald wieder.) Und sie sprach mit einer künstlich tiefen Stimme, die sie älter erscheinen liess, als sie war. Zudem: Weder Jobs noch Bill Gates oder Mark Zuckerberg hatten – was ihre akademischen Leistungen betrifft – etwas vorzuweisen. Es gab also keinen Grund, Holmes zu misstrauen.

Der Aufstieg

Theranos und Holmes passten perfekt in ihre Zeit. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner haben keine oder eine schlechte Krankenversicherung und müssen die hohen Kosten für Bluttests selbst berappen. Gesund alt zu werden ist gerade im Silicon Valley sehr beliebt. Ein weiblicher Steve Jobs war zudem genau das, was sich die Tech-Szene schon lange gewünscht hatte.

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Die Titelgeschichte im Fortune machte Elizabeth Holmes zum Star.

Mit ihrem Charisma und dank ihrer guten Verbindungen gelang es Holmes, zwei wichtige Partner an Land zu ziehen: Walgreen, die grösste Drogeriekette der USA, und den Detaillisten Safeway. Beide Unternehmen schlossen mit Theranos dreistellige Millionenverträge ab.

Der eigentliche Durchbruch erfolgte jedoch, als Holmes von «Fortune» entdeckt wurde. Das Business-Magazin veröffentlichte eine euphorische Titelgeschichte. Jetzt gab es kein Halten mehr: Auch das renommierte Magazin «New Yorker» berichtete mehrheitlich positiv über Theranos. Elizabeth Holmes konnte sich bald vor Interviewanfragen kaum mehr retten.

Vize-Präsident Joe Biden reiste eigens nach Palo Alto, um Theranos mit einem Besuch zu beehren. Präsident Barack Obama zeichnete Holmes als vorbildliche Unternehmerin aus. Der Wert von Theranos explodierte. Es wurde das wertvollste «Einhorn» im Valley mit einem geschätzten Wert von rund acht Milliarden Dollar. Als Mehrheitsaktionärin stieg Holmes so in den erlauchten Milliardärs-Club auf.

Die Sekte

Holmes’ iPhone der Medizin hat nie funktioniert. Ausser bei ein paar wenigen simplen Tests hat das Mini-Lab stets versagt und teils idiotische Resultate geliefert. Theranos hat sich damit beholfen, die Tests auf herkömmlichen Geräten – etwa von Siemens – heimlich durchzuführen. Zudem hat man die Aufsichtsbehörde mit einem gefälschten Test ausgetrickst.

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Lebenspartner und Unternehmens-Ekel Sunny Balwani.

Das Charisma von Holmes hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Betrug so lange unbemerkt geblieben ist. Interne Kritiker wurden zudem rasch abgefertigt. Bei Theranos herrschte eine Angstkultur. Verantwortlich dafür war Holmes’ damaliger Lebenspartner Sunny Balwani. Die beiden legten ihre Beziehung allerdings nie offen.

Sunny war ein Software-Ingenieur aus Pakistan, der im Dotcom-Boom der Neunzigerjahre sehr reich geworden war. Er war rund 20 Jahre älter als Holmes. Sie machte ihn zur Nummer 2 bei Theranos. In dieser Funktion tyrannisierte er die Belegschaft, überwachte Arbeitszeiten und E-Mails und stauchte Mitarbeiter, die ihm nicht passten, erbarmungslos zusammen oder entliess sie gar fristlos.

Holmes’ missionarischer Eifer und Sunnys Terror hatten Theranos in eine Sekte verwandelt. «[…] Elizabeth [erklärte] der Versammlung, dass sie hier im Begriff sei, eine neue Religion zu begründen», schreibt Carreyrou. «Wenn unter den Mitarbeitern Leute seien, die nicht daran glaubten, sollten sie jetzt gehen. Sunny formulierte es natürlich noch drastischer. Wer nicht zu uneingeschränkter Aufopferung und Treue gegenüber der Firma bereit sei, solle sich auf der Stelle ‹verpissen›.»

Der Absturz

Tyler Shultz, ein Enkel des Verwaltungsrates Shultz, hatte ebenfalls in Stanford Maschinentechnik studiert. Sein Grossvater hatte ihn mit Holmes bekannt gemacht, und er wurde zunächst ein Fan. Bald erkannte er jedoch die Tricksereien und verliess das Unternehmen desillusioniert, nicht ohne belastende E-Mails mitzunehmen. Andere wie der ehemalige Laborchef Alan Beam oder die Laborantin Erika Cheung taten es ihm gleich.

Gleichzeitig hatte sich Holmes mit Richard Fuiz, einem ehemaligen Freund der Familie und zwielichtigen Unternehmer, in einen Patentstreit verwickelt. Holmes gewann mithilfe des Staranwaltes David Boies, doch sie bezahlte dafür einen hohen Preis: Fuiz wandte sich an John Carreyrou, den investigativen Reporter des «Wall Street Journal».

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Liess Theranos auffliegen: John Carreyrou, Reporter beim «Wall Street Journal».

Nach langer und harter Recherchierarbeit und einem harten Kampf gegen die Anwälte gelang es Carreyrou, die ehemaligen Theranos-Mitarbeiter dazu zu bewegen, auszupacken und ihm die Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Kein leichtes Unterfangen, inzwischen hatte Rupert Murdoch, der Verleger des «Wall Street Journal», 125 Millionen Dollar in Theranos investiert. Zu Murdochs Ehre sei erwähnt: Er hat nie versucht, Carreyrou an seiner Arbeit zu hindern.

Nach der Veröffentlichung von Carreyrous Story brach das Theranos-Kartenhaus sehr schnell zusammen: Die Geschäftspartner stiegen aus, die Behörden verboten, dass der Minicomputer Edison weiter eingesetzt werden durfte. Theranos musste die meisten seiner einst 800 Mitarbeiter entlassen und schliesslich den Betrieb einstellen.

Heute müssen sich Elizabeth Holmes und ihr ehemaliger Freund – inzwischen haben sie sich getrennt – vor den Richtern und den Börsenaufsichtsbehörden verantworten. Ihnen drohen hohe Bussen und lange Gefängnisstrafen.

Die Moral von der Geschichte

Aufstieg und Fall von Theranos sind eine exemplarische Geschichte für die aktuellen Zustände im Silicon Valley. Missionarischer Eifer, die Welt zu retten, vermischt sich mit grenzenloser Gier; naiver Glaube an die Technologie mit dem Wunsch nach ewiger Jugend, ja ewigem Leben.

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Mit dem Mächtigen auf Du und Du: Elizabeth Holmes im Gespräch mit Bill Clinton.

In diesem Umfeld konnte Elizabeth Holmes ihren Betrug durchziehen. Wie weit sie selbst an ihre Mission geglaubt hat, oder immer noch glaubt, weiss sie vielleicht nicht einmal selbst. Tatsache ist, dass höchste Vertreter aus Wirtschaft und Politik ihr auf den Leim gekrochen sind. Sie alle glaubten, weil sie glauben wollten.

Die Wunder der Digitalisierung sind jedoch nicht unendlich. Was für Facebook und Google gilt, gilt nicht, wenn es um unseren Körper geht. «Im Fall von Theranos darf man nicht vergessen, dass es kein Technologieunternehmen im klassischen Sinne war», stellt Carreyrou fest. «Es war in erster Linie ein Unternehmen, das im Gesundheitswesen agierte.»

Haben die Milliardär-Bosse ein schlechtes Gewissen?

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
66Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hupendes Pony 23.04.2019 17:05
    Highlight Highlight Sieht man immer wieder.... was willst du werden Milliardär / Milliardärin...

    Falsche Motivation
  • Asmodeus 23.04.2019 07:35
    Highlight Highlight Hübsches Mädel mit reichem Familienhintergrund und einer tränenreichen Story die die Medien gerne verbreiten.

    Betrügen kann so einfach sein.
  • Midnight 23.04.2019 07:29
    Highlight Highlight Uff... Traue niemals einem Menschen, der einzig und allein das Ziel verfolgt, reich zu werden.
    Reich werden ist weder ein erstrebenswertes Ziel noch eine Berufung oder gar visionär.
  • Triple A 23.04.2019 06:50
    Highlight Highlight Hier den Opfern einen Vorwurf zu machen ist verfehlt. Bertüger(innen) heissen so, weil sie ungeheuer geschickt im Manipulieren der Opfer sind. Deshalb ist schwerer Betrug auch eine schwere Straftat!
  • Ichwillauchwassagenbitte 23.04.2019 06:10
    Highlight Highlight Schlechtes Blut? Wer hat denn das übersetzt.

    Abgesehen davon: irgendwie eine rattenscharfe Geschichte - dass der böse Betrüger eine schöne Frau ist anstatt des üblichen raffgierigen Kerls, finde ich zur Abwechslung ganz nett.
    • Xonco aka. The Muffin Man - Eingebünzelt 23.04.2019 15:08
      Highlight Highlight Einigen wir uns auf Frau, das mit dem schön ist Geschmackssache.
    • Ichwillauchwassagenbitte 23.04.2019 17:19
      Highlight Highlight Ja, das sag ich halt jetzt als Frau ☺️ 😇
  • Chrigu BE 22.04.2019 23:48
    Highlight Highlight Spannender Beitrag, vielen Dank.
    Übrigens: DAS war mehr Analyse, als das, was sonst vorsichtshalber seit Kurzem so genannt wird.
  • Dan Rifter 22.04.2019 22:37
    Highlight Highlight Old News, oder?

    Dass die alles geblufft hat, kam doch scho vor 2 Jahre aus
  • Bangarang 22.04.2019 22:21
    Highlight Highlight Nun ich arbeite in der IVD Branche, hab eine Firma mit 20 Mio Umsatz.
    Was Sie wollte, war der Gral der Diagnostik: Breitenanalyse mit Mikrolitern.
    War klar das es nicht klappt. Schön wäre es trotzdem.
  • Beggride 22.04.2019 19:55
    Highlight Highlight Anhand dieser Geschichte respektive dieser Person ist ein gutes Video entstanden, um solche Lügenpersonen ausfindig machen zu können...
    Play Icon
  • Gulasch 22.04.2019 19:42
    Highlight Highlight Henry Kissinger zu versecklen ist voll ok!
    • Basti Spiesser 22.04.2019 19:59
      Highlight Highlight Würde ihr sogar ein Orden dafür geben.
    • TheDoctor 23.04.2019 13:27
      Highlight Highlight Noch mehr für News Corp. Murdoch
  • Nordmann 22.04.2019 18:57
    Highlight Highlight «Ohne auch nur eine Sekunde nachzudenken antwortete Elizabeth: «Milliardärin.»

    Ich denke das sagt eigentlich schon alles.
    Die wirklich grossen Leute hatten nie als oberstes Ziel Geld zu verdienen, sondern mit ihrer Vision die Welt zu verändern - das Geld war ein schöner Nebeneffekt.
    • Ichwillauchwassagenbitte 23.04.2019 06:13
      Highlight Highlight Voll ins Schwarze und sehr schön ausgedrückt
  • najaundso 22.04.2019 18:43
    Highlight Highlight Der Edison scheint das Equivalent zu 100 in 1 Gameboy Cartridges zu sein nicht nur von der Erscheinung.

    Hier wundert mich doch arg warum die Walgreens überhaupt einen solchen Deal abgeschlossen hat. Bei Gerätebeschaffungen für medizinische Systeme müssen diese nach GLP Kriterien evaluiert werden spätestens da müsste man den Fisch doch gerochen haben.
    • Butschina 22.04.2019 19:15
      Highlight Highlight Das habe ich auch gedacht... Oder hatte wirklich lange Zeit keiner ein Gewissen??? Das muss etlichen aufgefallen sein. Vielleicht ist die Technik irgendwann soweit, dahin dauert es aber noch lange. Viele Tests brauchen Zusätze oder müssen erst zentrifugiert werden. Das kann mit einem Tropfen Blut zumindest momentan noch nicht funktionnieren.
    • Asmodeus 23.04.2019 07:37
      Highlight Highlight Ich habe in der Pharma gearbeitet. GMP und GLP-Richtlinien sind schön und gut.

      Aber wenn ein Abteilungsleiter oder jemand der Chefetage will, dass etwas gekauft wird, dann werden in der URS halt einfach die Anforderungen entsprechend an die Hardware/Software angepasst,

      In diesem Fall... wenige Anforderungen (sehr wenige).
  • Muselbert Qrate 22.04.2019 18:35
    Highlight Highlight Das ist ja nicht wirklich etwas neues...

    Was mir in Bericht fehlt, ist die Begründung, warum auch in diesem Fall der weisse alte Mann Schuld am ganzen hat. Könnte man das evtl noch nachreichen bitte?
    • Gähn on the rocks 22.04.2019 19:26
      Highlight Highlight bitte, hier: der alte weisse mann hat den betrug erst möglich gemacht, indem er in die fake-idee der dame investiert und sich mit deren ruhm geschmückt hat.
  • Magnum 22.04.2019 18:28
    Highlight Highlight Zur ganzen Theranos-Geschichte und der Chefin fällt mir nur dieser Satz ein: All appearance, zero substance. Erzähl den Leuten eine fesselnde Geschichte, docke dabei an einige Grundfesten ihrer Überzeugung an (Logarithmen sind viel besser als Mediziner!) und zieh sie über den Tisch bzw ihnen das Geld aus der Tasche.

    Auch der aktuelle US-Präsident funktioniert ganz nach dem Prinzip "all appearance, zero substance". Nur: Irgendwann fliegt die Blenderei auf, irgendwann wird Substanz verlangt. Und dann ist der Traum vom einfach verdienten Geld (anderer) zu Ende.
    • Ichwillauchwassagenbitte 23.04.2019 06:14
      Highlight Highlight Und er ist auch nicht so hübsch anzusehen...
  • Couleur 22.04.2019 18:27
    Highlight Highlight Schlussendlich geht es doch immer um Macht und Gier. Das macht weder vor einem Geschlecht noch einer Rasse halt. Gehört zum Menschen wie auch sämtliche gute Eigenschaften.
  • Oh Dae-su 22.04.2019 18:17
    Highlight Highlight Ich fand's immer amüsant, dass man ihr die Story überhaupt abgekauft hat. Zu glauben, dass man nach 2 Semestern Chemiestudium bereits die medizinische Diagnostik revolutionieren kann, ist doch etwas speziell..
    Die Vergleiche mit Mark Zuckerberg und co. lass ich hierbei auch nicht gelten. Die haben nämlich alle Softwareentwicklung betrieben. Dort kann man mit einer guten Idee als Autodidakt schon enorm viel erreichen. Die eigentliche Machbarkeit ist hierbei, im Gegensatz zur Medizinaltechnik, kaum das Problem.
  • Leider Geil 22.04.2019 18:06
    Highlight Highlight Henry Kissinger im VR... sagt ja schon alles?
    • Richu 23.04.2019 12:43
      Highlight Highlight Übrigens Henry Kissinger wird im Mai 2019 96 Jahre alt!
  • Ludwig van 22.04.2019 17:58
    Highlight Highlight Amerikaner sind weniger risikoavers als Europäer. Da kann es auch mal einen Absturz geben. Aber Ameikaner haben einen weniger verkrampften Umgang mit dem Thema Scheitern, viele stehen wieder auf. Europäer sind von Grund auf ängstlich und misstrauisch. Einen vergleichbaren Technologiesektor gibt es in Europa gar nicht, das könnte langfristig zu einem Problem werden wenn China und die USA weiter Aufsteigen.
    • Butschina 23.04.2019 02:56
      Highlight Highlight Mit Scheitern hat das nichts mehr zu tun. Hätte man reagiert als klar war, dass es nicht funktionniert, wäre es ein Scheitern gewesen. So ist es nichts anderes als kriminell.
    • Hierundjetzt 23.04.2019 15:28
      Highlight Highlight Ludwig, dass ist mir viiiiiel zu viel heisse Luft 😏 Was meinst Du mit Risikoavers? Dass man nicht jedem 25 jährigen Clown 100 Mio rüberschiebt?

      Das man bei uns die Schulden begleicht?

      Das es in Amerika kein nationales Betreibungsregister und keinen Niederlassungsausweis gibt (Einwohnerregister) und man mit Milionenschulden einfach untertauchen kann?

      So wäre ich auch viel risikobereiter
  • dä dingsbums 22.04.2019 17:58
    Highlight Highlight Haben wir das nicht schon alles vor fast drei Jahren erfahren?

    Mehrmals, auch auf Watson:

    https://www.watson.ch/!148410372

    https://www.watson.ch/!759069660
    • ströfzgi 22.04.2019 19:26
      Highlight Highlight Alter Wein in neuen Schläuchen 😃
    • Basti Spiesser 22.04.2019 20:00
      Highlight Highlight @ströfzgi Maurer wollte schon kommentieren... jetzt hast du ihn verscheucht.
    • Bowell 22.04.2019 20:17
      Highlight Highlight Habe mich dasselbe auch gefragt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • wolge 22.04.2019 17:57
    Highlight Highlight Ich empfehle allen das herausragende Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux zu lesen. Unternehmen, Wirtschaft, Politik und Schulen müssen sich neu erfinden. Wir müssen aufhören uns in seelenlosen, technokratisierten Systemen sinnlosen Tätigkeiten zu widmen und uns rein auf Macht, Gewinn und das Einkommen zu konzentrieren. Wir sollten einem Sinn nachstreben der es sich zum Ziel macht der Gesellschaft/Natur zu dienen. Wir sollten die Masken die wir tragen ablegen, wieder ganz Mensch sein dürfen und auf unser Innerstes, auf unsere Mitmenschen und die Natur hören lernen.
    • swisskiss 22.04.2019 18:26
      Highlight Highlight wolge: Zum Glück gibt es rund 5 Milliarden Menschen, die keine Mühe haben, den feuchten Traum der "Erstweltler" nach sinnvoller und nachhaltiger Lebensweise durch ihre sklavenähnlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu finanzieren. Wenn dann das T-Shirt Made in Bangladesh für 2 Franken, durch das ökologisch produzierte, sozial verträglich verarbeitete und umweltschonend gelieferte T-Shirt Made in Nirwana für 100 Franken ersetzt wird, merkt vielleicht auch der letzte Zeitgenosse, was die Realität bedeutet, in der es kein Leben im abgeschlossenen Raum der eigenen Selbstverwirklichung gibt.

    • wolge 22.04.2019 19:52
      Highlight Highlight @swisskiss: Lies erst das empfohlene Buch und melde dich danach bitte wieder...
    • Peaches 22.04.2019 23:33
      Highlight Highlight Laloux for president 🤘
    Weitere Antworten anzeigen
  • oliversum 22.04.2019 17:49
    Highlight Highlight Ach, der wahre Schuldige ist also ein Mann. Und auch noch ein Ausländer
  • pun 22.04.2019 17:47
    Highlight Highlight "Rupert Murdochs Ehre"
    .
    .
    .
    Error 404: Page not found.
    • karl_e 22.04.2019 17:57
      Highlight Highlight You made my day.
  • Gipfeligeist 22.04.2019 17:35
    Highlight Highlight Bei der Finanzierung von Innovationem geht vieles falsch, wenn man mit tief gestellter Stimme und ein paar hübschen Fachbegriffen Geld zugeworfen bekommt...

    Aber auf der anderen Seite; in der Schweiz liegt viel zu wenig Kapital locker, um tatsächliche Meilensteine zu unterstützen...
    • Adumdum 23.04.2019 06:25
      Highlight Highlight Naja, sie hatte ja noch ein bisschen mehr zu bieten - Glaubwürdigkeit durch Netzwerk, Familie, Leistungen am der Uni (bis sie dann abbrach). Sie hatte damit also auch einiges zu verlieren, war wahrscheinlich ihre Glaubwürdigkeit unterstrichen hat. Und nun hat sie's verloren...
  • Peter von der Flue 22.04.2019 17:35
    Highlight Highlight Nein. So was würde eine Frau nie tun. Das machen nur alte weisse Männer. Frauen sind fürsorglich. Das ist eine Lüge
    • Arthur Philip Dent 22.04.2019 17:54
      Highlight Highlight Falls du damit auf die Gleichberechtigungs- und Genderdiskussion aufspringen willst und Aussagen möchtest, dass die Armen alten Männer zu unrecht so schlecht dastehen muss ich dir leider sagen, das funktioniert nicht. Ich schätze auch die von dir beschriebene Sichtweise der alten Männer hat zum Erfolg beigetragen.

      Falls du was anderes meinst: Hä?!

      Falls ich die Ironie verkannt habe: Sorry und Word! 😉
    • SomeoneElse 22.04.2019 18:55
      Highlight Highlight Häh?! Sie versuchte ja einen alten weissen Mann zu imitieren. Das sagt glaube ich genug.
    • Firefly 22.04.2019 18:59
      Highlight Highlight Und so ein whataboutismus steht zuoberst? Echt jetzt?

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  • Bert der Geologe 22.04.2019 17:25
    Highlight Highlight Solange es Leute gibt, die Märchen hören wollen, gibt es auch Märchenerzähler. Nur doof, dass sie nicht sehen, dass die Märchenbühne einen Vorhang hat, der die Vorführung beendet.
    • Chrigu BE 22.04.2019 23:49
      Highlight Highlight Absolut treffend, danke
    • Regas 23.04.2019 08:56
      Highlight Highlight Die Dollar Zeichen in den Augen lassen die Realität oft verblassen.
  • Zauggovia 22.04.2019 17:17
    Highlight Highlight Eine Glanzleistung des investigativen Journalismus, wie er leider in Europa und der Schweiz kaum zu finden ist.
    • redeye70 22.04.2019 18:09
      Highlight Highlight Investigative Journalisten brauchen aber auch Informationen. Die fliessen nicht weil die folgen für Whistleblower massiv sind. Man denke an die zwei Sozialarbeiterinnen unter Monika Stocker.
    • Lord_ICO 22.04.2019 18:11
      Highlight Highlight Ehm...Panama Papers, Football Leaks, Cum-Cum Cum-Ex Betrug usw. sind alle federführend von europäischen Journalisten recherchiert worden. Aber was man nicht sehen will, kann man nicht sehen ;)
    • dä dingsbums 22.04.2019 18:11
      Highlight Highlight Investigativ-Journalismus so wie die Panama Papers der SZ meinst Du? Oder der Fall Ján Kuciak?
      Oder der Fall Daphne Caruana Galizia?
      Oder der Fall Bárcenas?
      Oder Nawalnys Enthüllungen?
      Oder um in der Schweiz zu bleiben, der Fall Stocker/Sozialamt oder die Enthüllung der P-26?

      Mir scheint Du unterschätzt die Medien in Europa.
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Wie man jedes Einfamilienhaus in eine Wasserstoff-Tankstelle verwandeln kann

EPFL-Professor Andreas Züttel hat eine Art «Wasserstoff»-Batterie entwickelt. Er will damit unsere Energieversorgung revolutionieren.

Ein geläufiges Bonmot über Brasilien lautet: «Es ist das Land der Zukunft – und wird es immer bleiben.» Ältere Wirtschafts- und Wissenschaftsjournalisten haben gegenüber Wasserstoff eine ähnlich zynische Haltung entwickelt. Seit Jahrzehnten werden sie periodisch zu Anlässen eingeladen, in denen Wasserstoff als das Wunder beschrieben wird, das sämtliche Probleme der Menschheit lösen wird – ausser vielleicht Liebeskummer. Stets sind diese Versprechungen danach irgendwie versandet.

Andreas Züttel …

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