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ARCHIV - Der Dorfpfarrer von Buerglen, Wendelin Bucheli, anlaesslich der traditionellen Sennen und Aelpler Chilbi am Sonntag, 12. Oktober 2014 in Buerglen im Kanton Uri. Wie am Sonntag, dem 8. Februar 2015 bekannt gegeben wurde, muss in Buerglen UR Wendelin Bucheli auf Geheiss des Bistums Chur den Dienst quittieren, weil er ein lesbisches Paar gesegnet hat. Ein Seelsorger, der sich gegen Diskriminierung und Stigmatisierung durch die Kirche ausgesprochen habe, werde strafversetzt, schrieb die Allianz

Pfarrer Wendelin Bucheli: Er darf bleiben. Bild: KEYSTONE

Lesbensegner Wendelin Bucheli darf zwar Pfarrer in Bürglen bleiben – aber nie mehr Homo-Paare segnen

Mit der Segnung eines lesbischen Paares hat Pfarrer Wendelin Bucheli für Aufruhr in der katholischen Kirche gesorgt. Jetzt hat sich Bucheli mit dem Bischof Vitus Huonder geeinigt: Wenn er keine homosexuellen Paare mehr segnet, darf er bleiben. 



Einigung im Fall Bürglen: Wie die katholische Kirche und die Kirchgemeinde Bürglen am Dienstag bekannt gaben, darf der Lesbensegner Wendelin Bucheli Pfarrer in Bürglen bleiben. Bucheli hatte im Oktober 2014 in der Pfarrkirche ein lesbisches Paar gesegnet und sich den Unmut des Churer Bischofs Vitus Huonder zugezogen. 

Huonder verlangte danach zusammen mit dem Lausanner Bischof Charles Morerod, dass Bucheli sein Amt aufgebe und in das Westschweizer Bistum zurückkehre, wo er geweiht worden war. Der Pfarrer und die Kirchgemeinde widersetzten sich dieser Aufforderung. Schützenhilfe erhielt Bucheli aus der Bevölkerung – das ganze Dorf stellte sich hinter den Pfarrer, weit über die Dorfgrenzen hinaus unterschrieben Menschen die Petition «Wendelin Bucheli muss in Bürglen bleiben!».

Keine «heimlichen» Segnungen mehr

Nun ist die bischöfliche Forderung vom Tisch. In Übereinstimmung mit der Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz vom Oktober 2002 über deren Haltung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare erkläre Pfarrer Bucheli, dass er «zukünftig weder öffentlich noch heimlich die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paars durchführen» werde. 

Aufgrund dieses Versprechens hält der Churer Bischof laut Mitteilung «nicht länger an seiner Bitte an Pfarrer Bucheli fest, die Demission als Pfarrer von Bürglen einzureichen». In der Mitteilung wird betont, dass Bucheli «der Kirche sowie dem ihn sendenden Bischof gegenüber loyal ist und sich an die kirchliche Lehre hält».

«Christliche Konfliktbewältigung»

Bischof Huonder hatte Generalvikar Martin Grichting beauftragt, im Fall der Tellgemeinde Bürglen nach einer Lösung zu suchen. Grichting teilte nach der Einigung mit, er freue sich über dieses positive Zeichen. Man könne zur Versöhnung finden, «wenn alle gemeinsam auf dem Boden der katholischen Glaubenslehre stehen». 

Freude herrschte am Dienstag in der katholischen Kirchgemeinde von Bürglen, wo Bucheli seit gut zehn Jahren als Pfarrer tätig ist. Bucheli selber sei sehr froh über die Einigung, sagte Kirchenrat Peter Vorwerk auf Anfrage. Der Fall zeige – so Vorwerk – wie christliche Konfliktbewältigung funktioniere, wenn man miteinander rede. (dwi/sda)

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