Frankreich
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Grenoble

Selbst beim Eingang zu Grenobles Sehenswürdigkeit «Seilbahn zur Bastille» hängen riesige Plakate. Damit soll nun Schluss sien. bild: flickr/jean-louis Zimmermann

Mehr Bäume, mehr Kultur

Grenoble sagt «Adieu» zu Plakatwerbung

Bäume und Kultur statt riesige Plakatwände: Die grüne Stadtregierung von Grenoble hat die Werbeverträge gekündigt und wird damit die erste werbefreie Stadt von Europa.



Werbung hier, Werbung dort. Grenoble, die selbsternannte «Hauptstadt der Alpen», hat genug von riesigen Plakatwänden. Die Stadtverwaltung hat im letzten Jahr beschlossen, den öffentlichen Raum von kommerzieller Plakatwerbung zu befreien. Nun wird der Beschluss in die Tat umgesetzt. «Wir wollen den Raum für die breite Bevölkerung öffnen und Plakatwände durch Bäume ersetzen», so der grüne Bürgermeister Eric Piolle.

«Wir wollen nicht, dass Kinder auf dem Schulweg an animierte Werbungen vorbeikommen wie am Fernsehen.»

Stellvertretende Stadtpräsidentin Lucile Lheureux quelle: srf.ch

Grund für diesen radikalen Umbau des öffentlichen Raums sei der Umbruch in der Werbebranche. Die stellvertretende Stadtpräsidentin Lucile Lheureux sagte gegenüber SRF: «Die Anzeige-Firmen wollten die Plakat-Banner durch grosse, digitale Bildschirme ersetzen. Da sagten wir Stopp.» Sie wolle nicht, dass Kinder auf dem Schulweg an «animierte Werbungen wie am Fernsehen» vorbeikommen.

In den kommenden Monaten sollen nun insgesamt 326 Werbetafeln aus dem öffentlichen Raum entfernt werden, um Platz für Bäume und kommunale Flächen zu machen. Bis zum Frühjahr will die Stadt 50 neue Bäume pflanzen und lokalen Kulturvereinen und Sozialorganisationen die Möglichkeit geben, die leeren Plätze zu gestalten. Die Stadt schätzt, dass sie durch entgehende Werbeverträge 150'000 Euro verliert. Kompensieren will die grüne Stadtregierung dies durch Einsparungen beim Parlament: Dienstwagen sollen verkauft und die Entschädigungen für Abgeordnete gekürzt werden.

Der grüne Bürgermeister Eric Piolle will mit diesem Schritt ein Wahlversprechen umsetzen und «Grenoble zum Vorreiter in Europa» machen. In Südamerika kennt die brasilianische Stadt São Paulo seit 2006 ein Verbot von Werbung im öffentlichen Raum. 

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Dokumentation über São Paulos Werbeverbot. video: youtube/David Evan Harris

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    Alle Leser-Kommentare
  • samuelhaitz 03.01.2015 19:04
    Highlight Highlight Lege ich der Stadt Zürich ans Herz.
  • Oberon 03.01.2015 17:56
    Highlight Highlight Sehr gute Vorgabe, jetzt noch eine Schutzzone für die Pflanzen und Tierwelt und es wäre ein Zukunftsmodell zur allgemeinen Raumplanung.

  • stadtzuercher 03.01.2015 15:58
    Highlight Highlight Nicht die dümmste Sache. Würde für Zürich auch passen. In Zürich hat die APG/SGA eine monopolartige, marktbeherrschende Stellung. Mehrheitsbesitzer dieser Werbefirma sind französisch/belgische Investoren. Irgendwie pervers, wenn ich vor meiner Haustüre für ein lokales Produkt werben will, muss ich dafür teures Geld zu ausländischen Investoren abdrücken. Brauchts nicht. In dem Sinn: Grenoble, Go!
  • felixJongleur 03.01.2015 15:52
    Highlight Highlight Super Sache, grosse Klasse! Banksy bspw. hat ja seine Bilder auch mit Bezug auf die omnipräsente nicht beeinflussbare Werbung im öffentlichen Raum gemacht..der/diese wird/werden Freude haben!

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