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Gesundheit: Indien-Reisende kommen mit gefährlichen Keimen nach Hause

19.07.16, 11:04


Viele Personen, welche von einer Indien-Reise in die Schweiz zurückkehren, tun das mit multiresistenten Bakterien im Darm. Das hat eine neue Studie der Universität Bern ergeben.

Die Autoren untersuchten vor und nach einer Indien-Reise den Stuhlgang von 38 Schweizerinnen und Schweizern. 76 Prozent von ihnen kamen mit Bakterien im Darm zurück, welche gegen die gängigen Anitibotika resistent waren. Das teilte die Universität Bern am Dienstag mit.

39 Prozent dieser Indien-Reisenden litten nach ihrer Rückkehr an Reise-Durchfall und zusätzlichen Symptomen. Noch schwerwiegender ist allerdings, dass im Stuhlgang von elf Prozent dieser 38 Indien-Reisenden Bakterienstämme festgestellt wurden, die auch gegen das Antibiotikum Colistin resistent sind. Es ist das einzige Antibiotikum, das derzeit gegen multiresistente Bakterien eingesetzt werden kann.

Und einer dieser Colistin-resistenten Bakterienstämme trug das sogenannte mcr-1-Gen in sich, welches die Colistin-Resistenz in anderen Darmbakterien in Mensch und Tier fördern und ausbreiten kann. Molekulare Analysen ergaben, dass die Schweizer Indien-Reisenden diese lebensgefährlichen Bakterien durch die Umwelt oder durch die Nahrungskette in Indien aufgenommen hatten.

Für die Berner Mikrobiologen rund um Andrea Endimiani vom Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern ist deshalb klar, dass die Ansteckung mit Colistin-resistenten Bakterien sorgfältig beobachtet werden muss. Es gehe darum, die Ausbreitung von solch unbehandelbaren Super-Keimen in der Schweiz zu verhindern.

Die Forscher empfehlen, rasch spezifische und engmaschige Monitoringprogramme einzuführen, um unerwartete Krankheitsausbrüche wegen Darmbakterien mit dem mcr-1-Gen zu verhindern.

Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, Margaret Chan, bezeichnete die zunehmende Antibiotika-Resistenz im vergangenen November als «globale Gesundheitskrise». Weltweit sterben nach WHO-Angaben pro Jahr rund 700'000 Menschen, weil Antibiotika gegen bestimmte Bakterien nicht mehr wirken. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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