Musik
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Elektro in idyllischer Umgebung: Garbicz-Besucher im Sommer 2018. Bild: facebook.com/garbiczfestival

10'000 Elektro-Fans fürchteten Absage des Garbicz-Festivals – jetzt gibts ein Happy Ending



Das Garbicz-Festival in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze hat sich seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2013 vom absoluten Geheimtipp zu einem Magnet für Fans von elektronischer Musik entwickelt: Umgeben von Kiefernwäldern tanzen 10'000 Besucherinnen – darunter viele aus der Schweiz – während jeweils fünf Tagen inmitten einer liebevoll eingerichteten Szenerie aus Holzbauten am Ufer eines Sees zu Elektro-Acts. Die Veranstalter stammen aus der Berliner Clubszene und stehen mit legendären Lokalen wie dem Kater Blau oder der Bar 25 in Verbindung.

Die Ausgabe 2019 soll am 1. August losgehen, die 10'000 Tickets sind längst ausverkauft. 300 Freiwillige befinden sich bereits vor Ort und arbeiten unter Hochdruck an Bühnen, Bars und anderen Aufbauten. Auf dem Line-up stehen Szenegrössen wie Etxrawelt, Dirty Doering oder die Schweizerin Sonja Moonear. Doch zwei Tage bevor das Festival seine Tore öffnen soll, fragt sich das Partyvolk, das auf gepackten Taschen und bezahlten Tickets sitzt, ob das Garbicz dieses Jahr ins Wasser fällt.

Wie der Berliner Tagesspiegel letzte Woche berichtete, hatte Ryszard Stanulewicz, der Bürgermeister der Stadt Torzym, auf deren Gebiet das Festivalgelände liegt, den Veranstaltern die Genehmigung verweigert. Vordergründig wurde die Absage an die Veranstalter mit Klagen über Lärm und Menschenmassen durch Bewohner des nahe gelegenen Dorfs Garbicz begründet. Ausserdem stufe die Gemeinde das Festival erstmals als «Massen-Risikoveranstaltung» ein.

Entscheid widerrufen

Die Lokalzeitung Gazeta Lubuska vermutete einen anderen Grund. Die polnischen Verteter der Festival-Organisatoren hätten im Wahlkampf einen Gegner von Bürgermeister Stanulewicz unterstützt. Das nehme ihnen Stanulewicz nun übel, weshalb er die Bewilligung verweigere.

Die Festival-Macher jedenfalls bestritten die von den Behörden genannten Mängel bei Lärm- und Sicherheitsfragen. Sie verbreiteten Optimismus und versicherten den Ticketbesitzern per Facebook-Video, das Festival werden auf jeden Fall stattfinden.

Letzte Woche reichten die Festival-Macher eine Beschwerde beim lokalen Verwaltungsgericht ein – und bekamen am Dienstag, bloss zwei Tage vor Festivalbeginn, recht. Wie Garbicz-Sprecher Dariusz Tuzimek am Dienstagnachmittag zu watson sagt, habe die Beschwerdeinstanz die Entscheidung des Bürgermeisters für nichtig erklärt und dem Festival die notwendige Bewilligung erklärt. Tuzimek, der gerade per Auto zum Festivalgelände unterwegs war, sagte am Telefon, die Macher seien «müde, aber überglücklich». Jetzt freuen sich Tuzimek und seine Mitstreiter auf die Besucher und sind glücklich, dass die vielen hundert Stunden Aufbauarbeit nicht umsonst gewesen sind. (cbe)

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • tomdance 30.07.2019 20:09
    Highlight Highlight Happy Ending! 🤣🤣🤣🤣🤣🤣
  • Arneis 30.07.2019 16:29
    Highlight Highlight Jetzt schon 10000?
    Als ich da war grüsste man sich noch freundlich auf den Wegen...
    Dennoch, allen feiernden viel Spass!
  • Snowy 30.07.2019 15:49
    Highlight Highlight War ja mehr als lächerlich diese Posse um den vermeintlichen Entzug der Bewilligung wegen Lärmklagen.

    Nachdem es letztes Jahr mit Tickets nicht geklappt hat, freu ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten auf‘s Garbicz!

    Peace out 🚀😃❤️🥳👻🕺🏼🔥☮️
  • Devante 30.07.2019 15:44
    Highlight Highlight Viel spass nun mit den schikanen bei der anreise etc :((( schade wird auf den kosten des garbicz nun politik gemacht
    • Snowy 30.07.2019 16:19
      Highlight Highlight Die Schikanen gab´s leider schon immer (was es natürlich nicht besser macht).
    • DRS 30.07.2019 18:25
      Highlight Highlight Seit 2016 erst. Just saying.
  • El Pepedente 30.07.2019 15:34
    Highlight Highlight nice! schade sind politiker immer solchee grummelzwerge... und benutzen dan noch ihre macht für solche albernde sachen^^ ich hoffe er wird nie mehr ein politisches amt ausführen

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