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Abseits des Radars: Die «unbekannten» Katastrophen des Jahres 2017



Konflikte, Naturkatastrophen und Hungerepidemien, die abseits des Radars der Weltöffentlichkeit stattfinden: Die Hilfsorganisation Care hat ein Ranking von zehn humanitären Krisen erstellt, die 2017 Millionen Menschen betrafen, über die aber wenig berichtet wurde.

UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi appellierte am Montag in Genf an die Medien, die öffentliche Aufmerksamkeit vermehrt auf die «vergessenen und vernachlässigten Krisen» zu lenken.

An erster Stelle der Care-Liste findet sich Nordkorea. Über das ostasiatische Land wird zwar in Zusammenhang mit Atomwaffentests und politischen Spannungen berichtet. Dass zwei von fünf Bürgern mangelernährt sind, ist weitgehend unbekannt. Im Juli 2017 wurde das Land von der schlimmsten Dürre seit 2001 heimgesucht.

Sieben der neun übrigen betroffenen Staaten beziehungsweise Regionen liegen in Afrika: Eritrea, Burundi, Sudan, Demokratische Republik Kongo, Mali, das Tschadbecken und die Zentralafrikanische Republik. Vietnam und Peru komplettieren die Liste.

Für das Ranking wurden nach Angaben von Care global mehr als 1.2 Millionen Meldungen ausgewertet. Die Hilfsorganisation will in erster Linie auf die vergessenen Katastrophen hinweisen, zugleich aber auf den direkten Zusammenhang zwischen Berichterstattung und finanzieller Unterstützung für Nothilfe aufmerksam machen.

Dass aus manchen Staaten beziehungsweise Regionen praktisch nicht berichtet wird, hat nachvollziehbare Ursachen: Der Zugang ist zu gefährlich, aus politischen Gründen nicht erwünscht oder nicht finanzierbar.

Rekordsumme benötigt

Zur Unterstützung von Menschen in Not und Schutz wegen Kriegen, Konflikten und Naturkatastrophen benötigen die Vereinten Nationen im laufenden Jahr die Rekordsumme von 22.5 Milliarden Dollar. Dies hatte die Uno im Dezember bekannt gegeben.

Für 2017 hatte das Uno-Nothilfebüro (Ocha) eine zwiespältige Bilanz gezogen. Einerseits habe die internationale Gemeinschaft mit 13 Milliarden Dollar bis Ende November so viel gegeben wie nie zuvor. Andererseits werde die Kluft zwischen Unterstützung und Bedarf angesichts der hohen Zahl von Krisen jeglicher Art immer grösser. (sda/apa)

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