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Bundesrat Maurer enthüllt seine militärischen Zukunftspläne: Ein Boden-Luft-Abwehr-System. 
Bundesrat Maurer enthüllt seine militärischen Zukunftspläne: Ein Boden-Luft-Abwehr-System. Bild: KEYSTONE
Nach Gripen-Nein

Drohnen und F/A-18-Aufrüstung: Maurer präsentiert die Zukunftspläne der Armee

19.08.2014, 18:1420.08.2014, 08:53

Nach dem Nein zum Gripen-Kampfjet warnte Verteidigungsminister Ueli Maurer vor einer Lücke in der Luftsicherheit. Am Dienstag skizzierte er bei einem Kasernengespräch vor den Medien in Bern, wie es mit der Schweizer Luftwaffe weitergehen soll.

«Neue Kampfflugzeuge bleiben auch nach dem Nein zum Gripen ein Thema», betonte Maurer wie schon nach der Abstimmung. Eine neue Evaluation werde durchgeführt. Die ersten neuen Kampfjets könnten ungefähr im Jahr 2025 in den Himmel steigen. Circa 2027 oder 2028 soll die ganze neue Flotte im Einsatz stehen. Bis dahin entstehe aber eine Sicherheitslücke.

Maurer bringt die Armee in die Zukunft. 
Maurer bringt die Armee in die Zukunft. Bild: KEYSTONE

Maurer will 24-Stunden-Drohnen

Diese könne, zumindest teilweise, mit Drohnen, einer verbesserten Boden-Luft-Abwehr und den F/A-18-Kampfjets gefüllt werden, sagte Maurer. Aufklärungsdrohnen für rund 250 Millionen Franken sind bereits im Rüstungsprogramm 2015 vorgesehen. «Drohnen können während 24 Stunden in der Luft sein und damit die F/A-18 etwas entlasten», sagte Maurer. An der geplanten 24-Stunden-Interventionsbereitschaft will Maurer festhalten. Diese soll bis 2020 erreicht sein.

Die F/A-18-Flugzeuge könnten ihrerseits aufgerüstet werden und so allenfalls länger als geplant zum Einsatz kommen. «Wir prüfen im Moment, ob dies möglich ist. Ob sich Investitionen lohnen hängt unter anderem auch davon ab, wie die Carosserie sich gehalten hat», sagte Maurer. Ein Upgrade koste wohl, grob geschätzt, 500 Millionen Franken.

F/A-18 sollen aufgerüstet werden, für geschätzt 500 Millionen Franken.
F/A-18 sollen aufgerüstet werden, für geschätzt 500 Millionen Franken.Bild: KEYSTONE

Tiger-Kampfjets definitiv ausser Dienst

Von einer längeren Einsatzdauer der alten Tiger-Flotte, wie dies nun teilweise gefordert wurde, will Maurer aber wie schon früher angekündigt absehen. Die Aufrüstung der Kampfjets würde rund eine Milliarde Franken kosten. «So viel Geld darf man nicht in ein hoffnungslos veraltetes Gerät investieren», sagte Maurer.

Ausgedient: Eine Aufrüstung der Tiger würde sich nicht mehr lohnen.
Ausgedient: Eine Aufrüstung der Tiger würde sich nicht mehr lohnen.Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Des Weiteren will der Verteidigungsminister Beschaffungen in der Boden-Luft-Abwehr vorziehen. So könne der Luftraum besser verteidigt werden. Die Reichweite der neuen Geräte soll bis zu 30 Kilometer betragen, dreimal mehr als heute. Sie könnten im Ernstfall nicht nur Flugzeuge, sondern auch Raketen und Granaten treffen.

Vorlage bald im Bundesrat

Die Pläne für die Luftwaffe sind Teil der Weiterentwicklung der Armee. Der Bundesrat wird die Vorlage in ein bis zwei Wochen beraten. Maurer führte am Kasernengespräch auch aus, wo die künftigen Bedrohungen für die Schweiz liegen.

Nicht nur in der Luft, sondern auch im Cyberbereich und am Boden müsse die Schweiz gerüstet sein. Dafür brauche es ein hochgesichertes Führungsnetz, um die Kommunikation im Krisenfall sicherzustellen. Für die Bodentruppen brauche es geschützte Geländefahrzeuge, um die Soldaten besser zu schützen.

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Alles in allem rechnet Maurer mit einem Investitionsbedarf von rund 9 Milliarden Franken in den nächsten zehn Jahren – exklusive Flugzeugbeschaffung. Das Armeebudget reiche dafür aus, sofern es bei 5 Milliarden Franken belassen werde.

Piloten kündigen wegen Gripen-Nein

Das Nein zum Gripen hat bei der Armee bereits konkrete Auswirkungen, wie Maurer am Rande des Gesprächs sagte. «Es liegen bereits erste Kündigungen von Piloten auf dem Pult.» Da es in nächster Zeit keine neuen Flugzeuge gebe, suchten sie sich einen neuen Job.

Maurer befürchtet eine ähnliche Entwicklung bei weiteren Spezialisten wie etwa Flugzeugmechanikern. «Die Gefahr besteht, dass wir Potenzial verlieren.» Die Leute suchten eine langfristige Perspektive. «Wenn wir die nicht bieten können, verlieren wir Know-How.» (rar/sda)

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