Gesellschaft & Politik
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Männer bevorzugen höhere Berufsbildung, Frauen den akademischen Weg

Die Bildungsstatistik für das Jahr 2019 zeigt Altbekanntes, deutet aber auch auf neue Trends hin: Immer mehr Frauen streben tertiäre Ausbildungen an, während Männer sich oft für berufsbegleitende Abschlüsse entscheiden.



ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS AB DEM 11. MAI AUCH BIBLIOTHEKEN WIEDER OEFFNEN DUERFEN - Students studying in the library of the faculty of law of the University Zurich, pictured on June 22, 2006. The library was designed by the architect Santiago Calatrava. (KEYSTONE/Gaetan Bally) ..Studenten beim Lernen in der Bibliothek der Rechtswissenschaftlichen Fakultaet der Universitaet Zuerich am 22. Juni 2006. Die Bibliothek wurde vom Architekten Santiago Calatrava entworfen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Von den gymnasialen Maturitätszeugnissen fielen fast 60 Prozent auf Frauen. Bild: KEYSTONE

Die Unterstufe wird meist von Lehrerinnen unterrichtet, ausländische Mitbürgerinnen und -bürger wählen selten eine höhere Berufsbildung. Frauen bevorzugen akademische Abschlüsse und die Hälfte der Uni-Professorinnen und Professoren sind aus dem Ausland. Das geht aus der Bildungsstatistik 2019 hervor.

In diese Aufstellung, welche das Bundesamt für Statistik am Donnerstag als Publikation herausgegeben hat, steht wenig Überraschendes: Erst- und Zweitklässler werden in knapp 95 Prozent der Fälle von Lehrerinnen unterrichtet.

In der obligatorischen Schule sind drei Viertel der Lehrkräfte weiblich, während sie auf Sekundarstufe II noch einen Anteil von 44 Prozent erreichen. An den Hochschulen stellen sie wiederum knapp die Hälfte des Lehrkörpers.

Frauen auf dem Vormarsch

In sogenannten zudienenden Funktionen wie beispielsweise Direktion, Administration und technische Dienste, besetzen Frauen 58 bis 62 Prozent der Stellen. Auf drei Professoren kommt dagegen nur eine Professorin.

Das könnte sich in Zukunft ändern, denn auf Sekundarstufe II machten 2019 mehr Frauen akademische Abschlüsse als Männer: Von den gymnasialen Maturitätszeugnissen fielen fast 60 Prozent auf Frauen, bei den Fachmaturitätszeugnissen fast 80 Prozent. Männer bevorzugten demgegenüber berufsbegleitende Abschlüsse: 57 Prozent der Eidgenössischen Berufsatteste wurden von Männern erworben und auch Eidgenössische Fähigkeitszeugnisse und Berufmaturitätszeugnisse gingen häufiger an Männer als an Frauen.

Überdurchschnittlich viele ausländische Studierende an den Unis

Insgesamt machten auf allen Bildungsstufen Schweizerinnen und Schweizer drei Viertel aus – ungefähr wie in der Gesamtbevölkerung. Einzig bei der höheren Berufsbildung fielen die ausländischen Staatsangehörigen deutlich unter den demografischen Ausländerschnitt von einem Viertel: Ihr Anteil machte etwa 11 bis 12 Prozent aus.

An den Hochschulen, wo sie mit 37.4 Prozent verglichen mit ihrem Anteil in der Gesamtbevölkerung 2019 übervertreten sind, belegen ausländische Staatsangehörige überdurchschnittlich oft Naturwissenschaften (41 Prozent) sowie Technische Wissenschaften (44 Prozent). (adi/sda)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
kliby
30.04.2020 20:28registriert September 2015
Finde es etwas gewagt zu sagen, dass Männer die Berufsbildung bevorzugen.
Wir wissen, dass seit bald 20 Jahren 45% der Frauen die Matur machen, aber nur ca 1/3 der Männer.
Dass das so gewollt ist, ist Behauptung. Viel wahrscheinlicher ist, dass Männer bzw Knaben schlechtere Chancen auf den Maturabschluss haben.
Stichwort Diskriminierung bzw ungleicher Zugang zu höherer Bildung.
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Helios
01.05.2020 08:43registriert June 2017
Geht man davon aus, dass Intelligenz unabhängig vom Geschlecht der Lernenden gestreut ist, muss eine Diskriminierung von Jungen stattfinden, anders ist ein Verhältnis 60 zu 40 Prozent nicht erklärbar.
Ich befürworte die Gleichstellung von Mann und Frau und habe auch Sympathie für viele Anliegen des Feminismus, habe aber den Eindruck dass die Gesellschaft und insbesondere such auch Verfechter des Feminismus Themen, wie der Disbalance der Verteilung der Geschlechter im Gymnasium und folglich auf Teritärerstufe, die die Jungen massiv benachteilen, gegenüber wenig sensibilisiert sind.
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