Mobilität
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

SBB planen ein Abo für Zug, Trottinett und E-Bike – 200 Tester sind gesucht

Ein Abo für Zug, Trottinett oder E-Bike: Die SBB und städtischen Verkehrsbetriebe lancieren das Projekt «Yumuv».

Stefan Ehrbar / ch media



Die Fahrt vom Bahnhof nach Hause ist oft mühsam: Der Bus oder das Tram ist voll oder im dümmsten Fall gerade vor der Nase weggefahren. Da bietet sich ein E-Bike oder ein E-Scooter an – doch bisher brauchte es für deren Nutzung eine separate App. Zudem gibt es viele verschiedene Firmen, die alle ihre eigenen Angebote am Start haben.

Nun soll alles einfacher werden. Dazu lancieren die städtischen Verkehrsbetriebe von Zürich, Bern und Basel sowie die SBB das Projekt «Yumuv».

E-Bike

Ob mit Zug, Trottinett oder E-Bike: Jetzt gibt es ein neues Angebot. Bild: shutterstock.com

Mit einem neuen Abo lassen sich sowohl Bahn, Bus und Tram als auch E-Bikes und E-Trottinette nutzen. Bald sollen auch Taxis, Carsharing-Angebote wie Mobility und Bikesharing-Angebote integriert werden. Für einen Test in Zürich suchen die dortigen Verkehrsbetriebe nun 200 Freiwillige. Sie können ab diesem Sommer die dazugehörige App nutzen.

Mitmachen können nur Personen, die bereits ein in der Stadt Zürich gültiges Abo oder ein GA besitzen. Kostenlos ist der Test zudem nicht: 19 Franken pro Monat kostet das Abo, das die Nutzung von E-Bikes und E-Trottinetts der Marken Bond, Tier und Voi während 60 Minuten erlaubt.

Nach Zürich folgen Bern und Basel

Die Testkunden müssen Umfragen zu ihrem Mobilitätsverhalten und ihrer Lebenssituation ausfüllen und willigen ein, während mindestens drei Monaten ihre Bewegungen aufzuzeichnen. Die Daten werden von der ETH Zürich ausgewertet.

So wollen die Forscher herausfinden, was den Nutzern bei einem solchen Angebot wichtig ist und wie es attraktiv gestaltet werden kann. Als Dankeschön erhalten die Testkunden einen 90-Franken-Gutschein von Coop, Migros oder Galaxus.

Der erste Test beginnt bald in Zürich, im Herbst sollen Bern und Basel folgen. «Ziel des Projekts ist es, ein kundenorientiertes Angebot zu schaffen, das auch wirtschaftlich rentiert», sagt Sebastian Fennes von «Yumuv». Weitere Anbieter etwa aus den Bereichen Carsharing und Taxi sollen zu einem späteren Zeitpunkt integriert werden.

Zu teuer sei das Abo nicht: «Wir operieren aus unserer Sicht zu konkurrenzfähigen Preisen», so Fennes. Im Verlauf des vorerst auf 12 Monate limitierten Forschungsprojekts würden aber auch weitere Angebote zu anderen Preisen getestet.

«Yumuv» ist nur eines von vielen Projekten der Schweizer ÖV-Branche im Bereich «Mobility as a Service». Darunter wird die Idee verstanden, dass sich Pendler in Zukunft nicht mehr für ein bestimmtes Verkehrsmittel wie ÖV, Velo oder Auto entscheiden, sondern diese flexibel kombinieren wollen und ihre Nutzung dementsprechend auch in einer einzigen App angeboten werden sollen.

Mit «Yumuv» wird vor allem analysiert, wie ein Abo preislich ausgestaltet sein sollte. Andere Projekte fokussieren auf eine App, die möglichst viele Verkehrsmittel integriert, deren Nutzung aber einzeln abgerechnet wird. Während bei «Yumuv» also innerhalb der 60 Freiminuten für 19 Franken pro Monat frei zwischen den einzelnen Anbietern gewechselt werden kann, werden Fahrten mit verschiedenen Verkehrsmitteln in anderen Apps zu den Tarifen der jeweiligen Anbieter verrechnet.

VBZ starten im August mit App

Ein Beispiel dafür ist die App SmartWay der SBB, die von der Luzerner Axon Vibe programmiert wurde. Über diese lassen sich E-Trottinette und E-Bikes direkt buchen. Die Autos von Mobility sollen laut einem SBB-Sprecher ab Herbst inte­griert werden, die Velos von Publibike im kommenden Jahr. Der Test von SmartWay dauere voraussichtlich bis Ende 2021.

Aus der Testphase hinaus ist die Mobilitätsplattform der Verkehrsbetriebe Zürich. Sie startet im August. Die Nutzung des ÖV, aber auch von Bikesharing, Taxis und Carsharing-Angeboten soll dann in der ganzen Urbanregion Zürich mit einer einzigen neuen App möglich sein. Die Entwicklung der Plattform kostete knapp 1.6 Millionen Franken. (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Agnelli Bici Milano: Wie cool ist denn dieses handgefertigte E-Bike aus Retro-Komponenten?

Die Unfälle mit E-Bikes haben sich verdreifacht

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ichweissmeinennamennichtmehr 06.07.2020 13:35
    Highlight Highlight Mir würde es reichen wenn die Züge pünktlich, zuverlässig fahren würden und wenns geht etwas mehr auf Sauberkeit achten.
  • Smile1nce 06.07.2020 13:01
    Highlight Highlight Hab meinen eigenen E-Scooter. Den Bus kann ich meiden, mein Arbeitsweg reduziert sich von 50 auf 30 min und bin auch sonst extrem mobil. Für mich die beste Entscheidung. 19.- finde ich einen fairen Preis. Neu kostet ein Scooter etwa 400.- und nach 5000km braucht es auch wieder einen Neuen. Der hält ca. 1 1/2 Jahre.
  • Rethinking 06.07.2020 12:53
    Highlight Highlight „Darunter wird die Idee verstanden, dass sich Pendler in Zukunft nicht mehr für ein bestimmtes Verkehrsmittel wie ÖV, Velo oder Auto entscheiden, sondern diese flexibel kombinieren wollen und ihre Nutzung dementsprechend auch in einer einzigen App angeboten werden sollen.“

    Soweit so gut... Nun sind aber scheinbar diverse Player dran solche Plattformen zu schaffen...

    Künftig werden wir also trotzdem unterschiedliche Apps installieren müssen... Statt für die einzelnen Fortbewegungsmittel einfach für die unterschiedlichen Plattformen...
  • Tanja_ZH 06.07.2020 11:41
    Highlight Highlight Fand ich eigentlich beim Ersten Lesen spannend und wollte mich als Testperson anmelden. Dafür braucht man aber einen Führerschein. Bei einem öv/trotti/ebike abo für mich unverständlich. Schade..
    • K1aerer 06.07.2020 15:31
      Highlight Highlight Wenn man manche Velofahrer sieht, wie sie fahren, braucht man sicher irgend eine Bestätigung, dass sie zumindest mal gelernt haben, wie die Verkehrsregeln sind. Zudem kommt ja das Mobilityangebot, also braucht man spätestens dann einen Führerschein.
    • Tanja_ZH 06.07.2020 15:49
      Highlight Highlight Man kann die Verkehrsregeln auch ohne Führerschein kennen und Verallgemeinerungen durch schlechte erfahrungen finde ich persönlich "chäschtlidenkend". Ich fahre bewusst kein Auto und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Das mobility abo ist derzeit nicht in der testphase angedacht und kann, so wie ich gelesen habe, zusätzlich später zu dem abo dazugebucht werden. Vorerst geht es aber um öv, ebikes und trottis daher für mich unverständlich wieso man einen führerschein benötigt. Vorallem wenn man die Bevölkerung immer wie mehr in die övs bringen und weg von der strasse haben möchte.
    • Klausi Mausi 06.07.2020 22:50
      Highlight Highlight @K1aerer
      Meiner Meinung nach sollten in einer Testgruppe Personen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen sein, schliesslich will man das Endprodukt an möglichst viele Kunden verkaufen. Nicht alle können oder wollen jedes Verkehrsmittel benutzen, ohne Führerschein könnte der Anbieter auch einfach die Mobility Funktion sperren.
  • EnnoConda 06.07.2020 10:58
    Highlight Highlight Velo?
  • PeteZahad 06.07.2020 09:35
    Highlight Highlight Man füllt Fragebögen aus, liefert die Bewegungsdaten ab und darf dann noch CHF 19.00/Monat abdrücken? Selber schuld wer sich freiwillig meldet ...
    • PeteZahad 07.07.2020 15:30
      Highlight Highlight Es geht mir darum, dass man normalerweise etwas als Gegenleistung dafür erhält, wenn man an einer Studie, Test, etc. mitmacht. Hier muss man noch dafür bezahlen.
  • fidget 06.07.2020 09:29
    Highlight Highlight Ob ich dieses Angebot jemals nutzen werde, kann ich nicht sagen. Grundsätzlich ist es aber zu begrüssen, wenn all diese Angebote in einem Gefäss zusammengefasst werden und so die Nutzung vereinfacht wird. Es ist schlicht nicht attraktiv für alles eine separate App zu haben und jedes Fortbewegungsmittel einzeln buchen zu müssen.

Junger Mann greift zwischen Genf und Freiburg zwei Zugpassagiere an und verletzt sie

In einem Intercity-Zug sind am Dienstag in der Westschweiz eine Frau und ein Mann von einem Mann angegriffen und mit einer zerbrochenen Flasche verletzt worden. Der mutmassliche Täter wurde festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich am Vormittag in einem Intercity-Zug zwischen Genf und Freiburg, wie die Freiburger Kantonspolizei mitteilte. Nachdem um 10.25 Uhr der Alarm eingegangen war, wurde der Zug in Chénens FR angehalten. Mehrere Polizeipatrouillen und zwei Krankenwagen wurden in das Dorf …

Artikel lesen
Link zum Artikel