Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Argentina's Diego Maradona runs across the soccer field in jubilation after he had scored his second goal against England in the World Cup quarter final, in Mexico City, Mexico, on June 22, 1986. England's Terry Butcher sits on the floor. (AP Photo)

Bild: AP NY

Der argentinische Nationalheld

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

22. Juni 1986: Kein anderer Spieler hat je eine WM so dominiert wie Diego Maradona 1986. Die beiden Treffer gegen England machen ihn zum Fussballgott.

Diego Maradonas Augen war noch glasig, sagen diejenigen, die ihn an diesem 22. Juni 1986 in der Kabine haben sitzen sehen. Sein Lächeln sei steinern gewesen. Er war sich bewusst, dass er mit seinem Tor zum 2:0 gegen England einen Akt sublimer Kunst vollbracht hatte. Sublime Kunst bedeutet, etwas Grosses, Überwältigendes, das nur mit dem Gespür für das Aussergewöhnliche überhaupt verstanden und nicht wiederholt werden kann. 

Das war sein sublimes Kunststück: Er startete in der eigenen Platzhälfte zu einem Solo, liess in einem genau abgestimmten Rhythmus von Körpertäuschungen und Drehungen sechs Engländer plus Torhüter Peter Shilton stehen und traf zum 2:0. Ein himmlisches Solo eines Fussballgottes. Eine einzigartige Komposition aus Brillanz, Dynamik, Geschmeidigkeit und Technik. 

Play Icon

Das Tor des Jahrhunderts aus neuer Perspektive. Video: YouTube/Boca Juniors +HD

Maradona der Alleinunterhalter

Jahre später sollte die FIFA dieses diabolische Solo zum Tor des Jahrhunderts küren. Wohl nie ist eine Mannschaft an einer WM stärker im Schatten eines einzigen Spielers gestanden als die Komparsen Maradonas bei der WM 1986 in Mexiko. Sein Mitspieler Claudio Borghi sagte einmal: «Maradona war in einer derart aussergewöhnlichen Form, dass fast jede Mannschaft der Welt mit ihm die WM gewonnen hätte». 

Aber nicht dieses Jahrhundert-Tor hat Sport-Weltgeschichte geschrieben. Sondern Diego Maradonas Treffer zum 1:0 im gleichen Spiel. Nur drei Minuten vorher im gleichen Spiel. Die 51. Minute läuft. Nach einem misslungenem Doppelpassversuch zwischen Diego Maradona und Jorge Valdano kann Steve Hodge die Situation nicht klären und kickt den Ball hoch in die Luft. Torhüter Peter Shilton eilt aus dem Tor, um den hohen Ball aufzunehmen. 

ZUR FIFA FUSSBALL WELTMEISTERSCHAFT 2014 IN BRASILIEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZU DEN WELTMEISERSCHAFTEN 1986 IN MEXIKO UND 1990 IN ITALIEN ZUR VERFUEGUNG - Eine beruehmte und vieldiskutierte Szene der Fussball-WM-Geschichte vom 22. Juni 1986 mit Tatort Aztekenstadion in Mexiko-Stadt: Die argentinische Fussball-Legende Diego Maradona (M) boxt in der 51. Minute des Viertelfinalspiels gegen England im Springen den Flankenball ueber den herausstuerzenden englischen Torhueter Peter Shilton (r) zum 1:0 ins Netz - ein Handspiel und ein Betrugstor par excellence. Die blitzschnell ausgefuehrte Tat entgeht dem tunesischen Schiedsrichter Ali Bennaceur, und es steht 1:0 fuer Argentinien. Am Ende sind die Suedamerikaner dank eines weiteren, dann aber regelkonformen und phantastischen Maradona-Tors 2:1-Sieger und gewinnen spaeter zum zweitenmal nach 1978 den WM-Titel. Maradona begruendet seinen irregulaeren 1:0-Treffer mit der

Bild: EPA

Aber auch Diego Maradona, mit nur 1,65 Metern Körpergrösse 20 Zentimeter kleiner als Shilton, springt zum Ball – und lenkt diesen mit seiner linken Hand über den Goalie hinweg ins Tor. Die Fernsehbilder belegen, dass Maradona den Ball mit der Hand gespielt hat. Die Proteste der englischen Spieler beim tunesischen Schiedsrichter Ali Ben Naceur nützen nichts. 

Maradona nimmt Stellung

Die Hand Gottes (La mano de Dios). Er wird nach dem Spiel gefragt: War es die Hand, Diego? Er will die Frage nicht verstehen und erzählt stattdessen immer wieder von seinem zweiten Treffer, dem Jahrhundertsolo. Bis schliesslich ein italienischer Reporter fragt: «War es die Hand Diegos oder die Hand Gottes?» 

Play Icon

«Die Hand Gottes». Video: YouTube/bh11222's channel

Diego Maradona antwortet: «Also, der Ball kam geflogen, Shilton und ich sind hochgesprungen. Da habe ich nur noch meine Augen zugemacht…es war ein bisschen Gottes Hand und ein bisschen Maradonas Kopf». Das weltberühmte Zitat ist also Maradona in den Mund gelegt worden. Erst 2005 gab er zu, den Ball mit der Hand gespielt zu haben. 2008 entschuldigte er sich dafür. 

Argentina's Diego Maradona (10), left, seen in the controversial action in which he knocked the ball with his left hand into the net of England Goalie Peter Shilton, right, to score 1:0. Argentina beat England 2:1 in the World Cup quarterfinal in the Mexico City Aztec stadium Sunday June 22, 1986. (KEYSTONE/AP/El Grafico, Buenos Aires)    ===  ===

Bild: AP/EL GRAFICO

Die Engländer verlieren dieses Viertelfinale 1:2. Der Anschlusstreffer von Gary Lineker (80.) kommt zu spät. Argentinien wird nach einem 3:2-Finalsieg gegen Deutschland Weltmeister. 

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

15. November 2009: Die Schweiz, Fussball-Weltmeister? Das ist bis zu diesem Tag maximal ein Bubentraum. Doch er wird Wirklichkeit. In Nigeria werden die Schweizer U17-Fussballer die besten der Welt.

Es ist ein Abend für die Geschichtsbücher des Schweizer Sports. Bis zu 1,32 Millionen Zuschauer sind vor dem Fernseher live mit dabei, als die U17-Nati in Nigeria gegen den Gastgeber den WM-Final bestreitet. Es ist der Höhepunkt eines Turniers, das von A bis Z fantastisch verläuft.

Die Schweiz startet am 24. Oktober mit einem 2:0-Sieg gegen Mexiko. Mittelfeldspieler Pajtim Kasami haut einen Freistoss zum 1:0 ins Tor, den zweiten Treffer faustet sich der mexikanische Goalie nach einem Freistoss …

Artikel lesen
Link to Article