Interview
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«Als ich krank war, wurde mir das Essen verweigert» – die «Generation Praktikum» erzählt



Nächste Woche wird im Parlament über einen Vorstoss der Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone debattiert. Sie will wissen, in welchem Ausmass Praktikanten als günstige Arbeitskräfte missbraucht werden und fordert einen Situationsbericht.

Wir haben sieben Passanten gefragt, welche Erfahrungen sie mit Praktika gemacht haben und was sich in Zukunft ändern sollte.

Stefanie, 22

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bild: watson

Stefanie, welche Praktika hast du gemacht?
Vor zwei Jahren absolvierte ich ein viermonatiges Pflegepraktikum in einem Spital.

Was hast du verdient?
Pro Monat bekam ich 1000 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich hatte keine Ausbildung im medizinischen Bereich und das war der einzige Weg, um herauszufinden, ob der Beruf zu mir passen würde.

Und, hast du es herausgefunden?
Ja, ich habe gemerkt, dass der Beruf nichts für mich ist. Das lag aber nicht am Praktikum, sondern an der Arbeit, die mir nicht gefiel.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Mir wurde von Anfang an viel zugetraut und ich durfte in kurzer Zeit vieles selbstständig erledigen. Ich weiss, dass das nicht überall so ist. Das muss sich ändern.

Tim, 26

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bild: watson

Tim, welche Praktika hast du gemacht?
Ich absolvierte zwei Praktika bei verschiedenen Versicherungen. Das erste Mal verrichtete ich einen gewöhnlichen Bürojob, beim zweiten Mal war ich in der Buchhaltung tätig.

Was hast du verdient?
Bei der ersten Anstellung 2000 Franken und bei der zweiten 2900 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich wollte so viel wie möglich lernen, damit ich schnell selbstständig arbeiten konnte.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, die Praktika haben mir wirklich Spass gemacht. Ich hatte einen Einblick in verschiedene Bereiche und ich weiss nun, in welche Richtung es nach dem Studium in etwa gehen soll.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Es sollte mehr Praktika unter einem Jahr geben, so kann man herausfinden – ohne dass man zu viel Zeit investiert – welcher Beruf am besten zu einem passt.

Aurora, 20

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bild: watson

Aurora, welche Praktika hast du gemacht?
Ich arbeitete ein Jahr lang auf einem Bauernhof als Pferdefachfrau.

Was hast du verdient?
400 Franken im Monat.

Was hast du erwartet?
Ich wollte alles, was zum Beruf Pferdefachfrau gehört, erlernen. Reiten, Pferde versorgen und pflegen.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, ich lernte sehr viel. Jedoch werde ich diesem Beruf wohl nie nachgehen. Ich hatte sehr schlechte Erfahrungen gemacht.

Wieso? Was ist passiert?
Ich wohnte bei einer Familie auf einem Hof. Ich arbeitete jeweils elf Tage am Stück und hatte dann drei Tage Wochenende. Fast jeden Tag wurde von mir verlangt, dass ich Überstunden mache – natürlich ohne Bezahlung. Als ich einmal krank war, wurde mir das Essen verweigert. Es war wirklich eine schreckliche Zeit.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Man sollte für die geleistete Arbeit auch einen anständigen Lohn erhalten. Zudem sollten Überstunden verboten, oder zumindest vergütet werden.

Josiah, 21

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bild: watson

Josiah, welche Praktika hast du gemacht?
Nach meiner Matura schnupperte ich drei Monate bei einer Informatikfirma.

Was hast du verdient?
Ich habe sehr gut verdient. Mehr darf ich wohl nicht verraten.

Was hast du erwartet?
Nicht viel eigentlich. Hauptsächlich wollte ich einen Einblick in den Berufsalltag bekommen und etwas Geld für mein Zwischenjahr verdienen. Schlussendlich war ich aber mehr als zufrieden. Ich hatte beispielsweise flexible Arbeitszeiten; konnte also selbst entscheiden wann, wo und wie ich meine Arbeit erledige.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Ich finde es wichtig, dass man auch in einem Praktikum relevante Arbeit machen darf. Putzen und Kaffee bringen gehören da nicht dazu, das kann man sich selbst beibringen.

Christian, 28

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bild: watson

Christian, welche Praktika hast du gemacht?
Ich hatte ein Jahr ein Praktikum im wissenschaftlichen Bereich absolviert.

Was hast du verdient?
Um die 4000 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich wollte etwas Praxiserfahrung sammeln und erhoffte mir, selbstständig arbeiten zu können. 

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, ich war sehr zufrieden und arbeitete dann noch eineinhalb Jahre bei diesem Arbeitgeber.

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Einen konkreten Vorschlag habe ich nicht. Jedoch kann es nicht sein, dass man heutzutage meist mindestens ein Praktikum gemacht haben muss, um eine angemessene Anstellung zu finden. 

Jennifer, 25

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bild: watson

Jennifer, welche Praktika hast du gemacht?
Ich bewarb mich für unterschiedliche Praktika. Schlussendlich entschied ich mich für eines im Bereich Marketing.

Was hast du verdient?
2000 Franken.

Was hast du erwartet?
Ich studiere Kommunikation und wollte schauen, ob ich die Theorie aus dem Studium tatsächlich auch im Berufsalltag umsetzen kann.

Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Ja, mir wurde sehr viel zugetraut. Ich durfte eigene Konzepte schreiben und wollte am liebsten, dass das Praktikum nie aufhört. Schlussendlich konnte ich es noch zwei Monate verlängern. Für eine Festanstellung hatten sie dann jedoch kein Budget. Das hat mich etwas enttäuscht. 

Was sollte sich im Praktikum-Wirrwar ändern?
Die Lohnunterschiede! Ich bewarb mich für wirklich viele Praktika und die Entschädigungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich verstehe, dass man nicht einen vollen Lohn erhält, aber mindestens 2000 Franken sollten schon drin liegen. Irgendwie muss man ja überleben (lacht).

Hast du auch ein Praktikum absolviert? Dann erzähl uns von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!

Und jetzt: Die faulsten Leute seit es Arbeit gibt

Schaff dir einfach KEINEN dieser Praktikanten-Typen an!

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Luke1879 21.09.2018 19:09
    Highlight Highlight Praktikanten werden nicht nur in der Wirtschaft ausgenutzt. In einer Sonderschule in Schaffhausen wurden sämtliche Pädagoginnen, die 55 Jahre oder älter waren entlassen und durch (billige, oft ausländische) Praktikantinnen ohne jegliche Berufserfahrung ersetzt. Nun sind die verbleibenden Lehrkräfte komplett überfordert. Leidtragende sind natürlich die Kinder, die eigentlich auf mehr statt auf weniger (ausgebildete, erfahrene) Betreupersonen angewiesen wären.
  • Padcat 21.09.2018 15:08
    Highlight Highlight Nach meiner Lehre habe ich auch noch zwei Jahre im selben Betrieb als 'praktikant' gearbeitet. Die Stelle wurde so bezeichnet damit ich nicht in den Sozialplan des geplanten Stellenabbaus integriert wurde, die Bezahlung war top:(4000.- für Ungelernte, 4300.- für mich als Gelernter). Ich konnte Berufserfahrung sammeln und Geld sparen fürs Studium. Die Bachelorarbeit hab ich im selben Betrieb als 'Diplomand' geschrieben, da war der Lohn nur 2000.- für 100%, dafür bekam ich eine Festanstellung in Aussicht (6000.-). Die habe ich aber nicht angenommen.
  • AninaS 21.09.2018 10:46
    Highlight Highlight Ich musste vor 3 Jahren ein jähriges Praktikum machen, welches zur Ausbildung gehörte. Ich tat dies in einer Immobilienfirma wo ich ein Jahr lang nichts zu tun hatte ausser Kaffetassen und Mittagsgeschirr des ganzen Teams abzuwaschen. (und andere Dinge die Niemand wollte) Ein ganzes Jahr lang nichts zu tun zu haben und keine einzige Aufgabe zugetraut zu bekommen (nicht mal standardisierte Monatsrechnungen), kratzt am Selbstbewusstsein wenn man noch nie vorher einen Job hatte.

    Solche Praktika sollten nicht existieren!
    • Jasmin_____ 21.09.2018 16:42
      Highlight Highlight Und du hast dich nicht gewehrt weil...?
  • AnnenMay 21.09.2018 07:31
    Highlight Highlight Ich bin "Werkstudent", was so ziemlich der Inbegriff von "billige Arbeitskraft" ist. Ich habe einen abgeschlossenen Bachelor und arbeite 50%. Lohn: 1800-2000 im Monat (Stundenlohn). Ich habe die Stelle einer zuvor Vollangestellten übernommen, die davor ca 6000.- verdiente. Es sagen alle: verlang mehr Lohn! Du wirst ausgenutzt! Aber wenn ich den Lohn nicht für dieses Geld mache, werden sie einen anderen Studenten finden, der dies liebendgern macht. Der Krux daran ist jedoch: eine ähnliche Stelle mit besserem Lohn würde ich kaum finden, weil keiner einen Studenten voll bezahlen will.
    • Belzebuub 21.09.2018 10:37
      Highlight Highlight Du hast einen f*ing Bachelor. Verlange mehr Lohn oder such dir etwas anderes mit angemessener Bezahlung. Später wenn du fertig bist, musst du dich auch durchsetzen.
  • giandalf the grey 20.09.2018 23:06
    Highlight Highlight Ich habe ein Praktikum in einer kleinen Schweizer Niederlassung eines riesigen internationalen Mischkonzerns im Bereich Multimedia gemacht. Das war eigentlich cool. 1500.- Brutto und flexible Arbeitszeiten. Im Endeffekt waren wir Praktikanten aber die, die das Meiste produziert haben. Die Festangestellten haben die Projekte geplant und verkauft, aber die Umsetzung lag zu 95% bei den Praktikanten und ich glaube nicht, dass das unseren Kunden so kommuniziert wurde. Das ist im nachhinein betrachtet vielleicht nicht so wirklich fair. Nicht für die Kunden und nicht für die Praktikanten.
  • Chihirovocale 20.09.2018 19:06
    Highlight Highlight Ich habe nach der Matura ein Praktikum an einer Heilpädagogischen Schule gemacht und hatte sofort Verantwortung, durfte z.B. allein mit Gruppen unterwegs sein. Musste aber auch von morgens 7:30 wenn die ersten Kinder gebracht wurden bis 17:30h (inkl Schulzimmer und Teeküche putzen) durchgehend arbeiten, da wir Praktikanten auch mit den Kindern zu Mittag assen und Pausenaufsicht hatten. Ich bekam 07/08 einen Lohn von 1650.-/Mt. es gab noch eine zweite Praktikantin, sie hatte 300.-/Mt. musste dafür aber weder putzen noch aufräumen, hatte mehr Pausen und weniger Verantwortung im Schulalltag.
  • Liselote Meier 20.09.2018 19:02
    Highlight Highlight Der Bauer wo Aurora gearbeitet hat, müsste gemeldet werden.

    Kannte einen ähnlichen Betrieb, so können Menschen kaputt gehen.
    So ein Betrieb darf keine Leute anstellen, das ist schon fast Sklaverei.

    Krankentageldversicherung, AHV Beiträge usw. wird der garantiert auch nicht eingezahlt haben.






    • sowhat 22.09.2018 07:45
      Highlight Highlight Und das weisst du woher?
      Könnte ja auch sein, dass er nebst Kost und Logis (so nennt man das glaub ich wenn ein Zimmer zur Verfügung gestellt wird und dass Essen vollständig inbegriffen Ist) die Kktg- Versischerung und die AHV ganz normal bezahlt hat.
      Es gibt übrigens Leute, die der Meinung sind, eine Krankheit geht am besten Weg, wenn man sie aushungert.

      Nicht, dass ich das alles weiss, aber es ist möglich. Darum finde ich deine künstliche Empörung schlicht unangebracht.
    • sowhat 22.09.2018 10:56
      Highlight Highlight Erstaunlich, dass es sofort Blitze hagelt, wenn man versucht, den anderen Blickwinkel zu sehen.
      Bloss nicht aus der Motzecke rausmüssen. Da ist es so schön kuschlig.
      Leute ehrlich, ich find euch traurig. 😢
  • Chihirovocale 20.09.2018 18:54
    Highlight Highlight Ich finde es sollte klar differenziert werden zu welchem Zeitpunkt ein Praktikum absolviert wird. Vor einer Ausbildung find ich es okay wenn ein Praktikant weniger verdient da er/sie womöglich öfter an die Hand genommen werden muss. Mit abgeschlossener Ausbildung allerdings ist es nicht in Ordnung als billige Arbeitskraft zu dienen. Oder zumindest nicht länger als man eingearbeitet wird.
  • Thurgauo 20.09.2018 18:25
    Highlight Highlight Ich finde es kommt auf den Fall an. Dass man nach dem Studium (Uni) ein Praktikum macht, finde ich nicht schlecht. Man kann ja kaum ohne jegliche Berufserfahrung erwarten eine Festanstellung mit gewöhnlichem Gehalt zu erhalten. Zuerst sollte man sich ein paar Monate ans Arbeitsleben gewöhnen.
    • Dä Mö 20.09.2018 18:49
      Highlight Highlight Genau wegen solchen Ansichten gibts diese Praktika. Berufseinsteiger ist man auch im Praktikum, erwartet wird vollwertige Arbeit, nur die Entlöhnung darf dann weniger sein. Not ok!
    • Garp 20.09.2018 20:58
      Highlight Highlight Viele Studien erfordern auch schon Praktika. Und so mancher ETH oder Uniabgänger ist sogleich brauchbar, mit einer Einarbeitungszeit, die auch andere brauchen die nicht studiert haben. Faule Eier gibt's immer auf allen Seiten. Ihr Jungspunde habt Euch offenbar schon ergeben, und glaubt wirklich, dass man nach der Ausbildung noch ein Praktikum braucht. Nein, braucht man nicht, nur etwa 3 Monate Zeit, um in den neuen Job zu kommen.
    • chliini_91 21.09.2018 07:57
      Highlight Highlight Für die Zulassung zu einer FH gehört in der Regel (war bei mir so) ein Jahr Praktikum, sprich gearbeitet hatte ich ja schon und dann soll man nach abgeschlossener Ausbildung nur durch ein Praktikum die Chance haben in den Arbeitsmarkt einzusteigen? Irgendwann will man schliesslich auch leben..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Adam Gretener (1) 20.09.2018 18:14
    Highlight Highlight Also ich habe 20 Jahre Erfahrung in Werbeagenturen, auch international. Mich würde interessieren, welche Konzepte Jennifer (Marketing) denn selbst schreiben durfte. Konzepte, die dann schnell hunderttausende Franken kosten. Die Praktis meiner Kunden waren eigentlich ausschliesslich Protokoll-Schreiber von Sitzungen
    • Lichtblau550 20.09.2018 21:10
      Highlight Highlight Habe gerade die Leiter weggestellt. Die hab ich gebraucht, um drei Kreuze an die Decke zu malen, weil mein Kind nach seiner aufwändigen Ausbildung und einem Praktikum einen unbefristeten Job in seiner Wunsch-Agentur hat. Der Anfangslohn ist nicht der Hammer, dafür lernt es viel und hat eine vielversprechende Weiterbildung in Aussicht. Und es ist happy.

      Und an meinem Arbeitsplatz werden Praktikanten zwar anständig bezahlt: Aber Konzepte schreiben? Das dürfte höchstens ein Naturtalent. Bisher war keines dabei.
  • Glitzermeitli 20.09.2018 18:10
    Highlight Highlight Habe vor meiner Berufslehre im 2009 ein 1 Jahr ein Praktikum in einer Kita gemacht. Lohn 650.- Fr,arbeiten wie eine normale Angestellte war normal und 7Monate am Stück keine Ferien.
    Danch noch 97 Bewerbungen im selben bereich mit Kindern, bis ich mich dann für den Behindertenbereich entschieden hatte und nur eine Bewerbung reichte. Nun seit 5Jahren ausgelernt!

    Die Praktikumslöhne und allgemein Regelungen sollten besser werden! Auch junge müssen Erfahrungen sammeln und nicht tausend Praktils machen.
    • De Hans-Ueli vom Pragel 21.09.2018 09:55
      Highlight Highlight Ist bei Kitas wirklich schlimm. Man braucht ein „Praktikum“ un eine Lehrstelle zu bekommen- was soll denn der Scheiss?!
    • Glitzermeitli 21.09.2018 10:49
      Highlight Highlight Wenn pech hesch sogar 2
    • RandyRant 21.09.2018 20:47
      Highlight Highlight Dachte Kitas wären so was voll soziales, hm?
  • Bobby_B 20.09.2018 17:43
    Highlight Highlight Überstunden sollten generell auch für Lehrlinge als "Arbeiter" verrechnet werden.
    • Garp 20.09.2018 21:13
      Highlight Highlight Ich glaub Überstunden für Lehrlinge sind nicht erlaubt.
    • Troxi 20.09.2018 23:19
      Highlight Highlight Bei mir im Lehrvertrag steht zwischen -5h und +20h. Kann aber nicht ausbezahlt werden.
    • Padcat 21.09.2018 14:56
      Highlight Highlight Überstunden als Lehrlinge sind erlaubt, aber Lehrlinge dürfen eine tägliche Gesamtarbeitszeit nicht überschreiten (9 oder 10h glaubs)
  • Osti 20.09.2018 17:38
    Highlight Highlight Ich kam aus einem ganz anderem Beruf und wollte schauen ob der soziale Beruf etwas für mich wäre.
    Bekam ein Praktika in einer Heilpädagogischen Schule.
    Mir wurde grad am Anfang sehr viel zugetraut. Das war für mich und fr die Schüler schwierig. Ich Musste ins kalte Wasser springen. Pflelgerisch etc. Vieles alleine erledigen, ohne Einführung. Habe gesagt dass kann man doch nicht machen, so ohne Erfahrung.
    „Ja aber es ging nicht anders“. Vielfach musste ich auch die “drecksarbeit“erledigen. Ungerechter Lohn dafür finde ich.
    Lohn:1000.-
  • Dewar 20.09.2018 17:34
    Highlight Highlight Habe nach dem Master ein Praktikum absolviert. Die Arbeit war mehrheitlich interessant, auch wenn ich tendenziell unterfordert war und die anfänglich steile Lernkurve schnell abflachte. Nach einem Jahr boten sie mir eine Verlängerung an - ohne Lohnerhöhung als Vertretung für einen Senior Projektmanager, der einen befristeten Vertrag vor Ablauf kündigte. Habe dann für gut 3000 Fränkli grosse Projekte geleitet und Leute eingearbeitet, die das Vierfache verdienten. Klar war's auch eine grosse Chance, aber das ist kein Grund, jemanden so hinzuhalten. Habe die Firma danach verlassen.
  • Züri80 20.09.2018 17:29
    Highlight Highlight Leider mache ich (selber arbeite ich im Personalwesen) die Erfahrungen, dass die Maturanden einen sehr grosses Selbstbewusstsein haben und entsprechende Lohnforderungen stellen. Diese "Pappenheimer" stellen wir auch nicht ein, denn aus Erfahrung hören sie nicht recht zu oder arbeiten zu ungenau. Mit den Jungen, die hingegen wissbegierig sind und ein Praktikum nicht als Ferienjob verstehen, haben wir beste Erfahrungen gemacht und freuen uns auch darüber, dass wir sie nach dem Praktikum, während den Semesterferien, als Aushilfe zu einem höheren Lohn wieder anstellen dürfen.
    • sowhat 22.09.2018 07:52
      Highlight Highlight Und wofür sind hier die 23 Blitze? Mögt ihr die Realität nicht?
  • Züri80 20.09.2018 17:23
    Highlight Highlight Naja, Praktikum ist nicht gleich Praktikum. Wenn jemand neben dem Studium seine Theorie in der Praxis bereits einsetzen kann, dann soll auch ein anständiger Lohn bezahlt werden. Banken/IT Branche um die 3000-5000/Monat brutto. Wenn jemand aber direkt nach der Matura ein Praktikum sucht (nicht einen Ferienjob), dann sind in den gleichen Branchen 1000/Monat auch genug. Schliesslich geht es um Berufspraxis (zb. für FH), um einen Job kennenzulernen oder erste Erfahrungen zu sammeln. Geben und Nehmen halten sich die Waage.
    • Ehringer 20.09.2018 18:38
      Highlight Highlight Dem stimme ich grundlegend zu. Aber: Wenn man jemandem nur 1000.- zahlt, weil er ja nur einen Einblick will, dann hat man ihn gefällgst auch so zu behandeln. Man hat ihm nicht Aufgeben zu übertragen, die normalerweise ein ausgelernter Mitarbeiter macht. Regelmässige Überstunden liegen da auch nicht drin, ausser die werden entsprechend auch vergütet.
    • sowhat 22.09.2018 07:56
      Highlight Highlight Sorry, direkt ab der Matur kann niemand die gleich Arbeit machen wie ein Erfahrener, da istvenorm viel Betreuung angesagt. Das kostet die Arbeitszeit eines Normalbeschaftigten Kollegen, der das meisten zusätzlich zu seiner Arbeit macht. Und nein, es ist für ihn keine Arbeitserleichterung. In den ersten drei Monaten ist es ein zusätzlicher Aufwand.
  • Lu-Tze 20.09.2018 17:16
    Highlight Highlight Es scheint schin sehr darauf anzukommen, ob ein Studi/ Studienabgänger, ein zBsp angehender Sozpäd (Praktikum gehört zur Ausbildung) oder ein Schulabgänger ohne Lehrstelle ein Praktikum macht. Wir vergleichen hier Chrut und Rüebli. Wer es meistens verfüdelet sind letztere: sie müssen häufig jeden Scheiss zu jedem Preis annehmen und werden oft ausgenutzt. Gerade in der Landwirtschaft/Rösselerei.
    Die Studienabgänger (gehöre dazu!), welche rumweinen von wegen Kafi machen müssen für 2'000 pro Monat könnten sich durchaus wehren. Nicht dass es ok ist. Aber eben: das eine Chrut, das andere Rüebli!
    • Tilia 21.09.2018 10:54
      Highlight Highlight Genau so seh ich das auch. Ich prangere die Praktikas für Schulabgänger an. Anstelle einer Lehrstelle wird ihnen ein jähriges Praktikum angeboten mit dem Deal evt die Lehrstelle nach diesem Jahr zu erhalten. Absolut normale Lehrstellen im Verkauf zb. Und DAS IST EINE SAUEREI!
  • Garp 20.09.2018 17:07
    Highlight Highlight Ist lang her, machte ein Praktikum auf einer geriatrischen Abteilung. 2h Einarbeitungszeit, danach musste ich voll funktionieren, aber zu einem viel tieferen Lohn. Wer mir dann die wichtigen Tricks beigebracht hat, waren Lernschwestern. Ich bin ihnen für ewig dankbar. Die Erfahrung der Arbeit da, mit den Patienten möchte ich nicht missen. Aber das ausgebildete Personal und besonders die Pflegeleitung könnt ich noch heute auf den Mond schiessen.
    • Mirjam Widmer 21.09.2018 10:51
      Highlight Highlight Ich hab eine sehr ähnliche Erfahrung gemacht.
  • G. Schmidt 20.09.2018 16:33
    Highlight Highlight Elena musste hoffentlich nicht den Picdump zusammenstellen...
  • Borki 20.09.2018 16:08
    Highlight Highlight Gerade für "Theoretiker" frisch ab Hochschule sind Praktika doch eine super Sache!
    Ich habe während und nach dem Studium insgesamt 3 Praktika à 6 Monate gemacht und bin dann bei der ersten Festanstellung dank diesen Erfahrungen und den Referenzen in einer sehr guten Anstellung mit anständigem Lohn gelandet.
    So betrachtet hat es sich schlussendlich auch finanziell gelohnt...
    • one0one 20.09.2018 17:36
      Highlight Highlight Scheinbar hast du schon waehrend den Praktika gut gearbeitet. Waere es dann nicht nur fair gewesen wenn du dann auch entsprechend entlohnt worden waerst?
    • zoink 20.09.2018 18:23
      Highlight Highlight Studium hin oder her, im Praktikum in einem Job den man vorher nie praktisch ausgeübt hat ist man halt der 1.LJ Stift. Wenn die Praxis fehlt muss man das hinnehmen, wenn man die hat, kriegt man einen Vollzeitjob, so einfach.
    • forevernewbie 20.09.2018 20:28
      Highlight Highlight nach dem studium habe ich (in meinem fall) 20 jahre ausbildung gemacht (inkl. zusatz jahr und wiederholen)..
      das ist schon verdammt lange. wieso sollte das nicht reichen für einen ersten job?
      klar praxis ist schön und recht, aber die sammle ich ja direkt bei der ersten anstellung...und wenn der betrieb spannend ist, wird es wohl kaum lange gehen bis ich eingearbeitet bin..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baccara - Team Nicole 20.09.2018 15:47
    Highlight Highlight Da wo ich arbeite haben wir eine ganze Menge Hochschulpraktikanten.

    Diese kommen meist direkt ab Studium und müssen erst lernen, was es heisst zu arbeiten: also ihre Theorie in die Praxis umsetzen. Und natürlich müssen sie vom ersten Tag an produktiv sein, auch zum Praktikantenlohn.

    Müssen aber z.B. KV-Lernende auch - und verdienen weit weniger als 2'000 Franken!
    • Rojotorino 20.09.2018 16:05
      Highlight Highlight Wenn ein Beteieb Lernende ausbildet, hat er aber auch entsprechende Mehrkosten. Berufsbildner, ÜK, Berufsfachschule etc.
      Ein Praktikant kostet den Betrieb hingegen häufig kein Rappen.
      Darum finde ich den Vergleich von Lernenden und Praktikanten nicht zu 100% treffend. Praktis sollten mehr verdienen - vor Allem wenn sie die gleiche Rolle einnehmen wie die festangestellten MitarbeiterInnen.
      Ich hoffe Lisa Mazzones Vorstoss findet Gehör.
    • Baccara - Team Nicole 20.09.2018 16:18
      Highlight Highlight Da wo ich arbeite verdienen sie sehr viel mehr als Lernende, als erstes festgehalten.
      Und doch, mein Betrieb hat einen grossen Aufwand mit Praktikanten. Wir machen regelmässige Treffen, Weiter- und Ausbildungen.
      Von daher hinkt der Vergleich.
      Ich bin nicht dagegen, wenn man einen richtigen Lohn verdient.
      Nur sollte man auch die Kehrseite der Medaille anschauen: wer stellt dann noch Praktis an?
      Ebe.
    • Rojotorino 20.09.2018 17:18
      Highlight Highlight Dann arbeitest du in einem tollen Betrieb! Chapeau, so sollte es überall gemacht werden. In meinen zwei Praktis wurde ich leider kaum betreut oder ausgebildet.
      In manchen Branchen ist ein Prakti einfach ein MUST, zb. im Journalismus oder in Kitas etc.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cytat 20.09.2018 15:44
    Highlight Highlight Ich habe Doktorarbeit am ETHZ gemacht. Lohn um 50 kCHF pro Jahr ( etwa 3000 netto im Monst x13). Was ich damit sagen will? Ja die Praktika sind in der Schweiz unterbezahlt. Aber nicht nur das. Akademiker verdienen sehr wenig wann man Aufwand für Studien mitrechnet. Ich kenne schweizer Gegenargumente: Akademiker sind nicht für alles gut. Nein weil studieren kann man für wissen oder für papierchen. Es wird heute aber mehr erwartet an Agilität und Multifunktionalität ohne dafür zu zahlen. Und ich sage Löhne sind in der Schweiz zu klein oder besser gesagt nicht Leistungsorientiert.
    • Gubbe 20.09.2018 16:59
      Highlight Highlight Was ist den für dich als Doktor ein Akademiker?
    • dommen 20.09.2018 17:23
      Highlight Highlight Von Akademiker zu Akademiker: Ich habe nicht den leisesten Schimmer, was du uns gerade sagen möchtest.
    • Adam Gretener (1) 20.09.2018 18:23
      Highlight Highlight Entfernt. Bitte formuliere deine Kritik sachlich. Danke, die Redaktion.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bijouxly 20.09.2018 15:36
    Highlight Highlight 7 Interviews, 6 positiv, 1 negativ. Ja, der Titel ist wirklich objektiv, moll.
    • dommen 20.09.2018 20:15
      Highlight Highlight Naja gut, immerhin haben wir in der Schweiz (noch) keine deutschen Zustände.
  • pascii 20.09.2018 15:12
    Highlight Highlight Früher™ nannte man Praktika noch "mein erster Job" und wurde ähnlich mies behandelt. Meist konnte man dann aber bleiben bis man kündigte und die Bezahlung war ok.

    Ich würde das auch wieder so machen und mich nicht verarschen lassen. Sind wir ehrlich - Praktikanten sind Niedrigstlohnarbeiter. 2000 Stutz im Monat und davon leben? My ass!
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    • Baccara - Team Nicole 20.09.2018 15:46
      Highlight Highlight Die Bezahlung war ok? Mein erster Job 1994 war 100% und 2'900 brutto. Ob das okay war? Egal, ich hatte einen Job und war endlos glücklich, meine Wohnung behalten zu können.
    • pascii 20.09.2018 16:15
      Highlight Highlight Ich finde einfach, man soll sich nicht verarschen lassen. Meinetwegen ein (1) Praktikum machen un mal reinzuschnuppern ist ok. Völlig ok. Aber länger als 3 Monate für einen Hungerlohn anschaffen gehen?

      Wer so was mitmacht trägt den Neokapitalismus mit imho. Das ist sowas wie ein "Kampfpreis" in Lohnverhandlungen.
    • pascii 20.09.2018 16:18
      Highlight Highlight Und zudem: Wer ein Praktikum macht um dann dann ohne "Götti" oder Führung Tag&Nacht schuftet, Deadlines knallhart einhalten muss und um Feedback betteln muss der macht _kein_ Praktikum. Das ist was anderes, aber sicher kein Praktikum.
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  • HPOfficejet3650 20.09.2018 14:15
    Highlight Highlight Als angehender Informatiker habe ich die Möglichkeit, als zweitausbildung in einem Betrieb 80% zu arbeiten und paralell an einem Tag + zwei Abenden die ZLI Informatikschule zu besuchen. Innert zwei Jahren kann ich so mit der Voraussetzung von mind 220 Praktikumstage und der zu absolvieren Schule das Fähigkeitszeugnis (EFZ) erarbeiten. Ausbildung ist anerkannt und sehr Praxisorientiert

    Für mich ist das Praktikum also eine gute Alternative zur vierjährigen Lehre und eine Möglichkeit einen neuen Beruf zu erlernen

    Lohn: ca 2100fr
    • NotWhatYouExpect 20.09.2018 17:52
      Highlight Highlight Ich hatte so in etwa meine Zweitlehre absolviert.

      Beim Praktikumslohn gab es extreme unterschied. Einige wollten einem gerade mal 600 bis 1000.- bezahlen.... zum Glück gibt es aber noch Firmen die einen richtig Bezahlen!
    • Chivay 22.09.2018 09:16
      Highlight Highlight Oohaa gibts das zli noch immer?? Haha oh man war das eine geile zeit :) obwohl die lehrer teils eine katastrophe waren 😂
    • HPOfficejet3650 22.09.2018 13:30
      Highlight Highlight Jap gibt es noch :) neuer standort (sihlcity) welche lehrer hattest du denn? 😄
  • Gubbe 20.09.2018 14:09
    Highlight Highlight Ohne Praktikum könnte es nach dem Abschluss eine Anstellung 'Auf Probe' geben. Ob das alle Abgänger wünschen, direkt ins Wasser gestossen zu werden? Ausserdem muss man dann liefern, wenn man akzeptiert werden möchte. Den Lohn muss man aushandeln, immer. Ich meine damit die stufenweise Erhöhung. Jeder Der abgeschlossen hat, kann etwas. Das rauszufinden macht der Arbeitgeber.
    • RichPurnell 20.09.2018 15:16
      Highlight Highlight Wenn jemand voll produktiv Arbeitet soll er auch volle Bezahlung für den Job erhalten und nicht 50% vom Üblichen. Fertig aus. Was ist daran so schwer zu verstehen?

      Anstellung auf Probe ist üblich, das nennt sich Probezeit.

      Jemand hat erst sein Studium abgeschlossen? Ich wiederhole: Wer voll produktiv arbeitet wird voll bezahlt. Fertig. Auch der 20+ Jahre Mitarbeiter muss eingearbeitet werden. Kürzen wir denen auch den Lohn um 50% für das erste halbe Jahr?

      Firmen sollen auch Liefern um akzeptiert zu werden, nämlich vollen Lohn für volle produktive Arbeit. Alles andere ist Ausbeutung.

    • nJuice 20.09.2018 15:21
      Highlight Highlight Das gibt es schon, nennt sich Probezeit. Liefern muss man sowieso, warum musst du das hier erwähnen?

      Arbeitgeber nutzen Praktika einfach dazu, Risiken auszulagern. Lieber stellt man einen Praktikanten ein, den man einige Monate schlecht bezahlt und dann weiterschaut, als einen "echten Mitarbeiter" zu suchen und dem von Anfang an einen adäquaten Lohn zu bezahlen.
    • hueberstoebler 20.09.2018 15:56
      Highlight Highlight @ritchpurnell
      die praktikanten arbeiten schon produktiv mit, leisten aber nie die arbeit eines gelernten angestellten. 50% finde ich dafür, dass die firmen doch teils grosse risiken eingehen und auch viel leerlauf kompensieren müssen, für ein befristetes praktika völlig in ordnung wenn nicht sogar grosszügig.
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