Grossbritannien
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Britain's Prime Minister Theresa May speaks during the regular scheduled Prime Minister's Questions inside the House of Commons in London, Wednesday Dec. 12, 2018. May has confirmed there will be a vote of confidence in her leadership of the Conservative Party, later Wednesday, with the result expected to be announced soon after. (Mark Duffy/UK Parliament via AP)

Theresa May am Mittwoch bei ihrer Rede im britischen Unterhaus. Bild: AP/UK Parliament

Showdown in London: Theresa May übersteht das Misstrauensvotum



Die britische Premierministerin Theresa May hat die Misstrauensabstimmung um ihr Amt als konservative Parteichefin gewonnen - mit 200 gegen 117 Stimmen. Sie kann damit als Parteichefin und Premierministerin weitermachen.

Der Vorsitzende des zuständigen Parteikomitees, Graham Brady, teilte das Resultat am Mittwochabend nach der Abstimmung mit.

Um Punkt 22 Uhr (MEZ) wurde das Resultat verkündet.

Hinter dem Misstrauensantrag gegen May standen hauptsächlich die Brexit-Hardliner in ihrer Fraktion um den erzkonservativen Hinterbänkler Jacob Rees-Mogg. «Das Land braucht einen neuen Anführer. Es ist Zeit, dass Mrs. May zurücktritt», hatte Rees-Mogg getwittert. Er steht einer Gruppe von rund 80 Abgeordneten vor.

Pro-Brexit, Conservative lawmaker Jacob Rees-Mogg gestures as he speaks to the media outside the Houses of Parliament in London, Thursday, Nov. 15, 2018. A pro-Brexit group of Conservative lawmakers says one of its leaders, Jacob Rees-Mogg, is formally calling for a vote of no-confidence in Prime Minister Theresa May. Two British Cabinet ministers, including Brexit Secretary Dominic Raab, resigned Thursday in opposition to the divorce deal struck by Prime Minister Theresa May with the EU — a major blow to her authority and her ability to get the deal through Parliament.(AP Photo/Matt Dunham)

Jacob Rees-Mogg. Bild: AP/AP

Ausgelöst wurde die Kampfabstimmung durch den Streit über das Brexit-Abkommen, das die Unterhändler Grossbritanniens und der EU in Brüssel ausgehandelt hatten. Die Brexit-Hardliner um Rees-Mogg befürchten, dass Grossbritannien durch das Abkommen dauerhaft eng an die Europäische Union gebunden wird. In weniger als vier Monaten - am 29. März - will das Land aus der Staatengemeinschaft ausscheiden.

Noch kein neuer Termin

May hatte eine für Dienstag angesetzte Abstimmung über ihren Brexit-Deal auf Eis gelegt, weil sie auf eine sichere Niederlage zusteuerte. Das brachte das Fass zum Überlaufen. Einen neuen Termin für die Abstimmung gibt es bislang noch nicht. May kündigte lediglich an, dass sie vor dem 21. Januar stattfinden soll.

epa07225485 British Prime Minister Theresa May leaves 10 Downing street in London, Britain, 12 December 2018, to attend Prime Ministers Questions in the Houses of Parliament. Theresa May will face a challenge to her leadership on 12 December 2018 after 48 letters calling for a contest were delivered to the Chariman of the 1922 Committee. May will find out her future after Conservative Members of Parliament vote between 18:00 GMT and 20:00 GMT later in the evening.  EPA/ANDY RAIN

Theresa May gibt sich kämpferisch. Bild: EPA/EPA

Am Donnerstag beschäftigt sich der EU-Gipfel noch einmal mit den britischen Austrittsplänen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs wollen dazu beitragen, dass der fertige EU-Austrittsvertrag eine Mehrheit im britischen Parlament findet und eine chaotische Trennung Ende März vermieden wird. Wie dies ohne Nachverhandlungen geschehen soll, ist offen. (sda/dpa/reu)

Das sagen die Briten zum Brexit-Chaos

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 13.12.2018 07:34
    Highlight Highlight Eine gute Rodeo-Reiterin ist Theresa May jedenfalls!
    Dass sie sich auf diesem im hohen Alter nochmals ziemlich bockig und wild gewordenen Tory-Gaul so lange halten kann, verdient Respekt!
    Reeschpekt!
    Das wäre eine Langzeit-Aussen-Wette für "Wetten, dass", wenn es die Sendung noch gäbe:
    Wetten, dass sich Theresa May noch mindestens bis 2020 auf dem Präsidentinnen-Sattel halten kann und dass bis dahin eher der bockig und wild gewordene, alter Tory-Gaul schlapp macht, als sie?
  • Freddie Quecksilber 13.12.2018 06:38
    Highlight Highlight Grossbritannien muss austreten. Wenn sie es nicht tun wird die EU auch nicht gegen die Schweiz kompromissbereit sein. Denn wenn sie so ein grosses Land niederstrecken können, dann haben wir Schweizer keine Chance bei Verhandlungen mit der EU.
  • Gurgelhals 12.12.2018 22:08
    Highlight Highlight Gut, May bleibt und sie wird die Tatsache, dass inzwischen weniger als zwei Drittel ihrer Parlamentsfraktion noch hinter ihr stehen, natürlich als grossen Vertrauensbeweis deuten. Aber was jetzt?

    Konkret gefragt: Wo holt sie die 117 Stimmen her, die ihr bei den gegebenen Merheitsverhältnissen im Parlament fehlen werden, um ihren Brexit-Deal zu verabschieden?

    ...und die 10 Stimmen der DUP, welche ja auch gegen den Deal ist, sind da nicht einmal mitgezählt.
  • marcog 12.12.2018 20:51
    Highlight Highlight Etwas übertrieben gesagt: ein Drittel will keinen Brexit, ein drittel will den harten Brexit und ein Drittel unterstützt May. Die ersten zwei Drittel reichen um sie zu stürzen, aber folgen belgische Zustände mit Jahren ohne Regierung.
  • Markus97 12.12.2018 19:26
    Highlight Highlight Ich respektiere May sie ist zwar gescheitert, hat aber zumindest den Mut gehabt sich der Herausforderung zu stellen. Die Hinterbänkler kritisieren nur.
  • Darude Sandstorm 12.12.2018 11:01
    Highlight Highlight Right on
    Play Icon
  • Bambusbjörn aka Planet Escoria 12.12.2018 09:45
    Highlight Highlight Tja, Veni, vidi, defecit.
    Sie kochte nun mal auch nur mit Wasser.
  • Gurgelhals 12.12.2018 09:42
    Highlight Highlight Egal ob sie das Votum übersteht oder nicht: Schlecht kommt es in jedem Fall.

    Das Problem ist ja nicht einmal, dass sich May so verbissen am Amt festklammert. Das Problem sind die Tories, die immer noch dogmatisch die Partei und den Machterhalt über alles andere stellen – inkl. das Wohl des Landes. Der Brexit-Schlamassel ist ja auch das Resultat eines Jahrzehnte alten innerparteilichen Streits zwischen Pro- und Antieuropäern, welchen Cameron grobfahrlässig mit einem Volksreferendum aus der Welt schaffen wollte und stattdessen das Land an den Rand eines Abgrunds gebracht hat.
    • RETO1 12.12.2018 12:42
      Highlight Highlight Ein Referendum ist grobfahrlässig?
      Dein Ernst?
    • Gurgelhals 12.12.2018 14:19
      Highlight Highlight Ja, mein lieber Rechtstroll, das ist mein voller Ernst.

      Cameron hat das Referendum einzig und allein durchgeführt, weil er damit einen innerparteilichen(!) Streit aus der Welt zu schaffen hoffte. Und er hat das Referendum dann auch noch derart dilettantisch durchgeführt und dies in einem politischen System ohne erprobte Referendumskultur, dass er letztlich ohne Not das ganze Land ins Chaos gestürzt hat. Und das hat er wie gesagt nur deswegen gemacht, weil er damit die für ihn lästigen Euroskeptiker in der eigenen Partei kaltstellen wollte.

      Ja, das ist allerdings grobfahrlässig.
    • Füdlifingerfritz 12.12.2018 16:18
      Highlight Highlight "Das Problem sind die Tories, die immer noch dogmatisch die Partei und den Machterhalt über alles andere stellen – inkl. das Wohl des Landes" - Jo. Passt zu ziemlich jeder politischen Partei der Welt - immer, seit Menschengedenken. Es geht in der Politik nunmal primär um Machtergreifung und Machterhaltung. Egal ob links oder rechts.
    Weitere Antworten anzeigen
  • kaderschaufel 12.12.2018 09:41
    Highlight Highlight und warum wartet man nicht die Abstimmung über den Brexit-Deal ab? Die ist ja (hoffentlich) schon bald.
  • The oder ich 12.12.2018 09:06
    Highlight Highlight Nicht, dass etwas Besseres nachkäme . . .



    Poor Britannia
  • miarkei 12.12.2018 08:55
    Highlight Highlight Byebye May 👋

«Wollte ihm in den Arsch treten» – Churchills Enkel rechnet mit Boris Johnson und Co. ab

Sir Nicholas Soames ist ein in der Wolle gefärbter Konservativer. Doch weil er sich gegen Boris Johnons No-Deal-Brexit stellte, warfen ihn die Tories aus der Partei. Nun findet der Enkel des legendären Kriegspremiers Winston Churchill deutliche Worte.

Der 71-Jährige galt als graue Eminenz der Konservativen Partei: Seit 37 Jahren vertrat Nicholas Soames die Tories im britischen Unterhaus. Er hat die Eliteschule Eton absolviert, diente in der Armee und war in den neunziger Jahren Staatssekretär im Verteidigungsministerium.

Doch weil er und 20 andere Tory-Abgeordnete am vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Opposition für ein Gesetz gestimmt hatten, das Premierminister Boris Johnson einen No-Deal-Brexit verbietet, entzog ihm die Parteileitung …

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