DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Funda Yilmaz hats geschafft: Buchser Einwohnerrat sagt Ja zu ihrer Einbürgerung

Im zweiten Anlauf ist eine 25-jährige Türkin in der Gemeinde Buchs bei Aarau eingebürgert worden. Das Parlament hiess das Gesuch klar gut. Zuvor hatte auch der Gemeinderat eine Kehrtwende gemacht. Der Fall erregte viel Aufsehen.



Der Einwohnerrat beschloss am Mittwochabend mit 27 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der in der Schweiz geborenen Türkin das Gemeindebürgerrecht zuzusichern. Das Parlament diskutierte zuvor nicht.

Nach dem positiven Entscheid sagte die Frau, sie sei erleichtert und froh, dass es endlich geklappt habe: «Ich hatte ein wenig Zweifel.» Dank des roten Passes könne sie nun mitentscheiden. Auch der Gemeindeammann Urs Affolter (FDP) gab sich erleichtert. Er sei erfreut, dass der Einwohnerrat dem Antrag des Gemeinderats gefolgt sei.

Bild

Im zweiten Anlauf hat's für Funda Yilmaz geklappt.

Im Juni hatte das gleiche Parlament das Gesuch nämlich mit 20 zu 12 Stimmen bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Es war wie der Gemeinderat dem negativen Antrag der rein bürgerlich zusammengesetzten Einbürgerungskommission gefolgt. Diese war zum Schluss gekommen, die Frau erfülle «die Voraussetzung der erfolgreichen Integration nicht».

Die Nichteinbürgerung löste in den Medien ein grosses Echo aus. Die Tiefbauzeichnerin hatte vor der Kommission viele kleinliche Fragen beantworten müssen. Bei den 92 Fragen ging es unter anderem darum, ob sie bei einem Grossverteiler oder im Dorflädeli einkaufe.

Im schriftlichen Staatskundetest hatte die Frau alle Fragen richtig beantwortet. Bei beiden Einbürgerungsgesprächen hatte sie jedoch gepatzt. Die Türkin reichte beim Regierungsrat eine Beschwerde gegen die Ablehnung ihres Gesuchs ein.

Gemeinderat macht Kehrtwende

Nachdem die Gemeinde mit rund 8000 Einwohnern wegen des Falls negativ in die Schlagzeilen geraten war, unternahm der Gemeinderat einen Anlauf, um aus der verfahrenen Situation herauszukommen. Er beschloss einstimmig, das Gesuch mit Antrag zur Zustimmung dem Parlament erneut vorzulegen.

Als Grund für den Meinungsumschwung gab der Gemeinderat an, bei weiteren Gesprächen sei der «Eindruck entstanden», dass sich die Gesuchstellerin besser in die Schweiz integriert habe, als sie dies zunächst aufzuzeigen vermochte habe.

Kommission nicht gesetzeskonform

Klar ist, dass die heute Einbürgerungskommission aufgelöst werden muss. Ihr gehören einzig Parlamentsmitglieder und ein Gemeinderat an. Der Einwohnerrat wählte die Mitglieder. Dies widerspricht dem Gesetz.

Das seit 2014 geltende Kantons- und Gemeindebürgerrechtsgesetz des Aargaus legt fest, dass der Gemeinderat für die Prüfung der Integration eine Kommission einsetzen kann. Die Kommission kann dem Parlament jedoch keinen Antrag stellen. (sda)

«Gopferdamminomal!» – So habe ich als Kanadierin Deutsch gelernt

Video: watson

Die nützlichsten Reisepässe der Welt

1 / 16
Die nützlichsten Reisepässe der Welt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Warum Flusschwimmen und «Böötlen» weiterhin zu gefährlich ist

Die Behörden warnen derzeit vor dem Gang in die verschmutzten und unberechenbaren Flüsse. So herrscht in Aarau und den umliegenden Regionen derzeit praktisch ein Bade- und «Böötle»-Verbot. Wie lange noch? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Experte gibt Tipps.

War das Wasser in den letzten Tagen primär eine Bedrohung, so lassen die aktuell hohen Temperaturen die Lust am kühlen Nass schnell wieder aufflammen. Im Strandbad in Beinwil am See etwa reiht sich Badetuch an Badetuch, tummeln sich Profis und Anfänger gleichermassen. Doch während hier ein Stück Normalität zurückkehrt, sieht das bei fliessenden Gewässern anders aus. Bereits am Sonntag warnte die Kantonspolizei Aargau auf Facebook: «Der Wasserspiegel ist trotz des schönen Wetters noch …

Artikel lesen
Link zum Artikel