Grossbritannien
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Skripal-Angriff: Britische Polizei soll Nowitschok-Täter identifiziert haben



War es Russland? Nach dem Angriff auf die Skripals mit dem Nervengift Nowitschok haben EU und USA dutzende russische Diplomaten ausgewiesen. Der Kreml zog nach. Nun wollen Ermittler Beweise gefunden haben.

Yulia Skripal poses for the media during an interview in n London, Wednesday May 23, 2018. Yulia Skripal says recovery has been slow and painful, in first interview since nerve agent poisoning. (Dylan Martinez/Pool via AP)

Julia Skripal und ihr Vater Sergej wurden mit Nowitschok angegriffen.  Bild: AP/Reuters Pool

Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmassliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

«Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben», zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Grossbritannien abgeglichen worden. «Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind», zitiert PA weiter.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal (67) und seine Tochter (33) vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.

Putin streitet Vorwürfe ab

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert.

Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Am Montag doppelte Putin nach: London habe keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass Russland für die Vergiftung Skripals verantwortlich sei, sagte er im US-Sender Fox News. 

Russian President Vladimir Putin listens to U.S. President Donald Trump during a press conference after the meeting of U.S. President Donald Trump and Russian President Vladimir Putin at the Presidential Palace in Helsinki, Finland, Monday, July 16, 2018. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

«Wir sehen nur diese gegenstandslosen Vorwürfe.»: Wladimir Putin. Bild: AP/AP

«Wir hätten gerne schriftliche Beweise. Aber niemand liefert sie uns», sagte Putin. Hinter dem Fall könnten innenpolitischen Fragen in Grossbritannien stecken: «Aber niemand will sie prüfen», sagte Putin weiter.

«Wir sehen nur diese gegenstandslosen Vorwürfe. Warum wird das so gemacht? Warum soll unsere Beziehung dadurch verschlechtert werden?», führte der russische Staatschef aus. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 19.07.2018 13:37
    Highlight Highlight Kaum anzunehmen, dass das britische, drogensüchtige Paar, und somit die Frau die an Novitschok starb, ebenfalls das Interesse russischer Geheimdienstleute erweckt haben, von diesen getötet wurden. Man soll sogar ein Fläschchen mit diesem Gift bei ihnen gefunden haben.

    Was natürlich auch Fragen im Hinblick auf die Skripals offen lässt, zumal sich die Betroffenen ja nicht kannten.

    Und so ist der Schluss falsch, dass nur russische Staatsstellen dieses Gift hergestellt oder verbreitet haben können 🙄.

    Um das zu kaschieren und das Gesicht zu wahren, entdeckt nun May plötzlich angebliche Täter 🤮
    • Dirk Leinher 19.07.2018 21:35
      Highlight Highlight Nein, es kann nur Russland sein, das wurde doch direkt nach dem Attentat klar und deutlich von der britischen Regierung ausgesagt. Wem glauben Sie mehr, der britischen Regierung oder der dem gesunden Menschenverstand?
  • Watcher 19.07.2018 10:36
    Highlight Highlight Seien, glauben, soll, wollen gefunden haben, wahrscheinlich. Auf diesen Grundlagen wird heute Politik betrieben.
    • Nevermind 19.07.2018 13:49
      Highlight Highlight Nö. Auf diesen Grundlagen schreibst du deine Kommentare.
      Die britische Polizei begründet ihren Verdacht auf Ermittlungen, was auch oben im Artikel steht.
    • Watcher 19.07.2018 16:11
      Highlight Highlight @Nevermind: Verdacht...wovon? Eindeutige Beweise?
      Das ähnliche in Syrien, warum sollte Assad in seiner misslichen Situation seine Landsleute vergiften? Weil er gestürzt werden will? Oder damit die Angreifer einen Grund haben?
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 17:46
      Highlight Highlight Nevermind: Im Artikel steht:

      "berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen"

      Dabei ist zu beachten:

      • "PA is the UK's leading provider of multimedia content and services. We enable companies to tell their own stories by providing products such as the newswire" (Eigenwerbung PA).

      • Eine namentlich nicht genannte einzige Quelle im Umfeld der Ermittlungen. Keine offizielle Information der Polizei.

      Es sind im Grunde genommen nur Gerüchte, die sich gerade fürs Storytelling von PA anbieten.
  • Lowend 19.07.2018 09:36
    Highlight Highlight Es scheint für die Freunde von totalitären Systemen immens wichtig zu sein, nach solchen Meldungen sofort Zweifel zu säen und auf alternative Wahrheiten und Möglichkeiten zu verweisen, bis die Allgemeinheit gar nicht mehr weiss, wem sie Glauben schenken soll.

    Solches streuen von Zweifeln gehörte in der Sowietunion zum täglichen Geschäft der Agitation und Desinformation und da scheint sich wenig geändert zu haben.
    • walsi 19.07.2018 13:08
      Highlight Highlight @Lowend: Solches streuen von Zweifeln findet hüben und drüben statt. Zu glauben Propaganda gäbe es nur bei den Russen und bei uns nicht, ist ein durch westliche Propaganda entstandener Irrglauben.

      Das Problem in der heutigen Zeit ist, dass die Presse ihren Auftrag als vierte Gewalt unzureichend erfüllt und Verlautbarungen von den Regierungen vorbehaltslos übernehmen.
    • Ueli der Knecht 19.07.2018 13:59
      Highlight Highlight Nicht nur in der Sowjetunion ist Zersetzung beliebt.

      Es ist aber ideologisch und ziemlich einseitig, stets die Sowjetunion und deren Nachfolger für alles Böse in der Welt verantwortlich zu machen, und gleicherlei aggressives Verhalten deren Gegnern kategorisch abzusprechen. Was nicht sein darf...

      Bezüglich Zweifel Streuen hier ein Wikipedia-Artikel zu deiner Information, Lowend:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_Uncertainty_and_Doubt

      Demnach ist Zersetzung vielmehr eine amerikanische Propaganda-Technik, zB. der Tabak- oder Softwaremafie. CIA oder MI6 haben das bestimmt auch gut drauf.
    • Lowend 19.07.2018 16:09
      Highlight Highlight Wie zu erwarten war kommt jetzt das übliche Mimimi, die anderen aber auch Gegacker.

      Hier im Artikel geht es aber um die Russen, die wieder mal alles abstreiten, auch wenn die Indizien anscheinend auf sie deuten.

      Es geht mir hier einzig darum, dass gewisse einschlägig bekannte Schreiber sofort mit ihrer Desinformationsarbeit beginnen und nicht um die Desinformation irgend eines anderen Staates, einer anderen Organisation oder irgend einer Partei.

      Was ihr hier betreibt ist reine Ablenkung und dieses wilde „Die anderen aber auch“ Mimimi beweist eigentlich eher, das da Fleisch am Knochen ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Z&Z 19.07.2018 08:44
    Highlight Highlight Glauben identifiziert zu haben reicht bei so einem Fall mit derart weitreichenden diplomatischen Konsequenzen bei Weitem nicht aus. Und die Fragen von Putin klingen zumindest nachvollziehbar, wann werden sie beantwortet? Vielleicht ist Putin ein skrupelloser Killer, vielleicht auch nicht. Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, wenn er auf der Politischen Weltbühne auftritt, sind seine Aussagen die Logischsten und Nachvollziehbarsten und das gibt mir zu Denken.
    • FrancoL 19.07.2018 10:26
      Highlight Highlight Ich kenne Trump auch nicht, halte mich aber an eine Regel die mir einer der besten Strafverteidiger einmal erläutert hat. Die die am meisten Dreck am Stecken haben und dazu noch intelligent sind, stellen immer mit einfachen und logischen Fragen die Situation in Frage. Und Putin ist sicherlich vieles aber alles andere als dumm.
      Darum ist es nicht von der Hand zu weisen, dass seine Fragen und Aussagen klar nachvollziehbar sind, weil er eventuell tatsächlich für diesen Anschlag zuständig ist.
    • Hierundjetzt 19.07.2018 11:49
      Highlight Highlight Im Englischen meint man mit dem Wort "glauben" etwas anderes als im Deutschen. Das ist einer unzutreffenden Übersetzung geschuldet.

      Die Ermittlungsbehörden sind zudem nicht Richter. Daher diese Wortwahl.

      Als Replik zur Glaubwürdigkeit:
      Russland besetzt 3 Nachbarländer, schiesst ein Zivilflugzeug ab und annektiert fremdes Staatsgebiet. Bei allen 3 Sachverhalten, stand Putin hin und teilte der Welt treuherzig mit, dass er bzw. Russland das nicht wären.

      Millionen und Abermillionen fielen auf diese Argumente rein. Jede seiner Verlautbarungen waren rückblickend schlicht eiskalte Lügen.
    • Baba 19.07.2018 12:12
      Highlight Highlight Als KGB-Mann hat Putin den Aufbau alternativer Fakten (buchstäblich Jahrzehnte bevor Kellyanne Conway den Begriff prägte) von der Pike auf gelernt - ironischerweise hat er das an der PK in Helsinki (ja, die mit Nr 45) auch in einem Nebensatz erwähnt. Daher sind seine Aussagen stets "logisch" und "nachvollziehbar". Er ist ein Profi, durch und durch.
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