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Im September ist es wieder so weit: Die Welt geht unter! Wie gut wir die Apokalypse bisher überstanden haben, zeigen diese 7 «verpassten» Termine



panikpanik

Hat jemand Weltuntergang gesagt? gif: giphy

«Ein Jahr ohne Vorhersage des Weltuntergangs ist kein anständiges Jahr!» So oder so ähnlich scheinen die meisten Verschwörungstheoretiker zu denken. Und so wartet auch im Jahr 2015 eine Apokalypse auf uns. Doch bevor es nun wirklich (wirklich, wirklich!!) zu Ende geht, wollen wir euch noch schnell die absurdesten Theorien präsentieren.

Nummer 1: Paul Kuhn und die Ufos

Steigen wir ein mit einem prominenten Schweizer Beispiel: Paul Kuhn, der Anführer der St.Michaelsvereinigung im thurgauischen Dozwil, sorgte in den 80er-Jahren mit seinen Untergangs-Prophezeiungen für Unruhe. Seinen Anhängern versprach er aber immerhin, ihre Kinder würden am 8. Mai 1988 von Ufos zu einem «wunderschönen Ort» gebracht. In der aufgeheizten Situation kam es in Dozwil zu üblen Ausschreitungen. Die Ufo-Landung fiel ebenso aus wie die Apokalypse.

Paul Kuhn, Gruender der St. Michaelsvereiningung, einer sektenaehnlichen christlichen Vereiningung die in Dozwil, Thurgau ansaessig ist, aufgenommen 1988. Paul Kuhn verstarb am 26. September 2002. (KEYSTONE/Str)

Irgendwie lag Paul Kuhn mit seiner Idee daneben. Bild: KEYSTONE

Nummer 2: Uriella und die Ufos

Beschäftigt man sich mit dem Thema Weltuntergang, ist auch die Schweizerin Uriella ganz vorne mit dabei. Denn die Gründerin und Anführerin der neureligiösen Bewegung «Fiat Lux» hatte die Apokalypse für den August 1998 vorhergesagt. Betrachtet man das von ihr vorhergesehene Szenario genauer, könnte man allerdings meinen, dass ihre Idee bei Paul Kuhn abgekupfert war. 

Denn für ihre Anhänger hielt Uriella folgende Lösung bereit: Diese würden von unbemannten Raumschiffen gerettet und während der «Reinigungsphase» im Weltraum zwischengelagert werden. Wie genau das ablaufen sollte, erklärt sie im folgenden Video (ab Minute 1:20 widmet sie sich der Ufo-Thematik):

Nummer 3, 4 und 5: Ups, da hab' ich mich wohl verrechnet

Der amerikanische Endzeitprediger Harold Camping hatte den Weltuntergang für den 21. Mai 2011 vorhergesagt. Denn bei diesem Datum sollte es sich um den «Tag der biblischen Entrückung» handeln. Das soll der Moment sein, in dem Jesus auf die Erde kommt, um seine Anhänger abzuholen und um die Skeptiker dem Satan zu überlassen.

Harold Camping speaks during a taping of his show Open Forum in Oakland, Calif., Monday, May 23, 2011. Camping, a radio-preacher, had predicted the end of the world this past Saturday, May 21, 2011. (AP Photo/Marcio Jose Sanchez)

Harold Camping ist am 15. Dezember 2013 gestorben. Bild: AP

Hunderte von christlichen Fundamentalisten hatten an diesem 21. Mai auf das Ende gewartet – jedoch vergeblich. Nachdem die Welt auch am Folgetag noch unversehrt geblieben war, entschuldigte sich Camping – und lieferte gleich einen neuen Termin. Er habe sich nämlich verrechnet: Am 21. Mai sei es nur zum Jüngsten Gericht gekommen, an diesem Tag habe Jesus sein Urteil über alle Menschen gefällt. Der eigentliche Weltuntergang würde erst fünf Monate später stattfinden – also am 21. Oktober 2011. Was daraus geworden ist, ist heute bekannt.

Ach ja, ein erstes Mal hatte Harold Camping die Apokalypse übrigens für den September 1994 vorhergesagt.

Nummer 6: Auch der Maya-Kalender hat sich geirrt

maya kalender

Mit dem Ende des Maya-Kalenders sollte das Ende der Welt kommen. bild: shutterstock

Das Volk der Maya kennt drei verschiedene Kalender: Während die Tzolkin-Zählung für rituelle Zwecke und der Haab-Kalender für den zivilen Gebrauch genutzt wird, gibt es noch einen dritten Kalender, der längere Zeiträume beschreibt. Der Beginn dieses längeren Zyklus ist Forschern zufolge der 11. August im Jahr 3114 vor unserer Zeit. Das «Ende» dieses Kalenders fiel auf den 21. Dezember 2012.

Doch während die Maya selbst dieses Datum keineswegs mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht hatten, sahen das zahlreiche Esoteriker etwas anders. Man war sich zwar nicht einig darüber, «wie» die Welt untergehen würde, man war sich nur sicher, «dass» es passieren würde.

Nummer 7: Die Wikinger haben umsonst gewartet

Midgardschlange

Der Kampf des Gottes Thor mit der Midgardschlange – gezeichnet von Johann Heinrich Füssli (1788).

Fans der nordischen Mythologie wurde am 22. Februar 2014 das Fürchten gelehrt, denn an diesem Tag hätte es zu Ragnarök kommen sollen – dem Endkampf zwischen Göttern, Riesen und Ungeheuern. Glaubt man den Wikingern, stürzen die furchtbaren Monster Fenriswolf und Midgardschlange an diesem Tag die Welt ins Chaos. Übrig bleiben soll lediglich ein Menschenpaar, welches den Planeten anschliessend neu bevölkert.

Das Problem an diesem Weltuntergangs-Szenario: Ein genaues Datum geht aus der Mythologie nicht hervor. Und doch waren sich die Verschwörungstheoretiker ganz sicher, dass es am 22. Februar 2014 zur Apokalypse kommen würde. Der Grund: Ein Wikingermuseum in England hatte an diesem Tag in einer grossen Schlachtaufführung den Endkampf nachspielen wollen. Seine Werbeaktion mit dem Titel «‹The world will end in 100 days›, Ragnarok – the Viking Apocalypse – predicted for 22 February 2014» hatte ausgereicht, um eine mittelschwere Panikwelle auszulösen.

Nummer 8: Die vier Mondfinsternisse als Zeichen

Ganz aktuell beschäftigen sich die Verschwörungstheoretiker mit einem Datum, das irgendwann zwischen dem 22. und dem 28. September 2015 liegen soll. Denn da soll es nun wirklich (!!!) zum oben beschriebenen «Tag der biblischen Entrückung» kommen. Sprich: Jesus kommt auf die Erde, nimmt die guten Menschen mit in den Himmel und schickt die bösen zum Teufel.

Wie sie darauf kommen? Ganz einfach: Schuld soll eine Serie von vier aufeinanderfolgenden Mondfinsternissen innerhalb von zwei Jahren sein. Weil dazwischen keine partielle Mondfinsternis stattfindet, spricht man von einer «Tetrade». Die erste Mondfinsternis dieser Serie fand am 15. April 2014 statt; die zweite am 8. Oktober 2014 (beide waren von Europa aus nicht sichtbar) und die dritte am 4. April 2015. Am 28. September 2015 wird es zu der vierten Finsternis kommen.

epa03030264 View of a total lunar eclipse as seen from Misaki city, Chiba province, Japan, 11 December 2011. The total lunar eclipse was viewed on the Japanese main island of Honshu. The phenomenon occurs when the Earth passes directly between the Sun and the Moon, casting a curved shadow that creeps slowly across its face.  EPA/EVERETT KENNEDY BROWN

Mondfinsternis: Was viele Menschen schön finden, halten andere für angsteinflössend. Bild: EPA

Die christlichen Prediger Mark Biltz und John Hagee sind der Meinung, dass dieses Phänomen auf das Ende der Welt hindeutet. Die Rede ist von einer «Blood Moon Prophecy» – einem himmlischen Zeichen. Der Name dieser Prophezeiung ist darauf zurückzuführen, dass der Mond bei einer Finsternis «blutrot» erscheint.

Nummer 9 und 10: Wenn nicht jetzt, dann eben später

Sollten wir die für den September angesagte Apokalypse überraschenderweise doch überleben, halten die Verschwörungstheoretiker natürlich schon die nächsten Termine bereit. Da wäre einerseits der 31. Juli 2017 und andererseits ein Tag Mitte April 2029 zu nennen. Denn dann soll der im Durchmesser circa 300 Meter grosse Asteroid Apophis der Erde gefährlich nahe kommen.

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