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epa07167713 British Prime Minister Theresa May, delivers a statement during a news conference inside number 10 Downing Street in London, Britain, 15 November 2018. Reports state that  Brexit Secretary Dominic Raab resigned, May is fighting for her political life as a growing revolt from within her own party threatens to derail her Brexit plans and force Britain out of the European Union with no deal.  EPA/DAVID LEVENSON / POOL

Trotz des grossen Drucks gab sich Theresa May am Donnerstagabend überraschend locker. Bild: EPA/BLOOMBERG POOL

Trotz diversen Rücktritten – Theresa May verteidigt ihr Brexit-Abkommen 



Die britische Premierministerin Theresa May hat die Kritik an ihrem Brexit-Abkommen energisch zurückgewiesen. «Ich glaube mit jeder Faser meines Seins, dass der Kurs, den ich vorgegeben habe, der richtige für unser Land und unser ganzes Volk ist», sagte May am Donnerstagabend an einer Medienkonferenz in London im Regierungssitz 10 Downing Street.

Zuvor hatten mehrere Minister und Staatssekretäre aus Protest gegen den Deal ihr Amt niedergelegt. Darunter waren Brexit-Minister Dominic Raab und Arbeitsministerin Esther McVey.

Eine kämpferische May steht zu ihrem Plan.

Für die Regierungschefin sind die Rücktritte ein schwerer Rückschlag. Erst am Mittwochabend hatte May ihrem Kabinett nach stundenlanger Debatte die Zustimmung zu dem Entwurf abgerungen.

Auch im Parlament gibt es heftigen Widerstand. Die Abgeordneten werden voraussichtlich im Dezember über das Abkommen abstimmen. Bislang ist nicht absehbar, wie May eine Mehrheit dafür zusammenbekommen will. Zudem fordern immer mehr Abgeordnete eine Misstrauensabstimmung.

Ein zweites Referendum kommt für May nicht in Frage.

May hat keine eigene Mehrheit, und Dutzende Mitglieder ihrer eigenen Fraktion haben Widerstand angekündigt. Auch die nordirische DUP, die Mays Regierung in der Regel unterstützt, will das Abkommen ablehnen. Oppositionschef Jeremy Corbyn kündigte ebenfalls an, den Entwurf nicht zu unterstützen. 

Drohender Misstrauensantrag

May droht ein Putsch in der eigenen Fraktion. Erz-Brexiteer Jacob Rees-Mogg drohte ihr mit einem Misstrauensantrag. Gerüchten zufolge sind die dafür notwendigen 48 Briefe von Tory-Abgeordneten fast zusammen. May wollte einem Bericht zufolge im Laufe des Tages den Chef des für das Misstrauensvotum zuständigen Komitees, Graham Brady, treffen.

Dass ein Misstrauensvotum erfolgreich sein könnte, gilt jedoch als eher unwahrscheinlich. Denn es zeichnet sich kein Kandidat ab, der die zerstrittene Tory-Fraktion hinter sich vereinen könnte. Trotzdem steht May mit dem Rücken zur Wand.

Die harte Linie, die sie anfangs in den Brexit-Verhandlungen eingenommen hatte, scheint ihr nun auf die Füsse zu fallen. Austritt aus dem Binnenmarkt, Austritt aus der Zollunion, keine Rolle mehr für den EU-Gerichtshof. Von all diesen Forderungen musste sie zumindest teilweise abrücken.

Bei No-Deal droht Chaos

Noch ist nicht klar, ob Mays Taktik, auf Zeit zu spielen und ihre Gegner vor vollendete Tatsachen zu stellen, aufgehen wird. Das Risiko eines EU-Austritts ohne Abkommen ist nicht gebannt.

Doch scheitert ihr Abkommen im Parlament oder sie wird gestürzt, droht nicht nur eine schwere politische Krise, sondern das ganze Land könnte ins Chaos stürzen.

Die Brexit-Gegner hoffen, dass es dann zu einem zweiten Referendum und einer Abkehr vom EU-Austritt kommen könnte. Und die Brexiteers spekulieren darauf, dass ihr Traum von einem völlig losgelösten Grossbritannien doch noch in Erfüllung gehen könnte. (cma/sda/dpa/reu/afp/apa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Juliet Bravo 15.11.2018 21:51
    Highlight Highlight Theresa May ist die tragische Figur im ganzen Theater. Der jetztige Vertragsentwurf ist ein Spagat. Ein grosser Kompromiss zwischen Harten Austrittlern und Brexitgegnern. Ihr Problem ist es, dass sie weder die einen noch die anderen zufrieden stellen kann.
    • Kreuzritter 15.11.2018 22:34
      Highlight Highlight Es müssen auch nur die einen zufrieden gestellt werden und zwar die Brexit-Befürworter! Simple as that
    • "Sünneli" 16.11.2018 12:45
      Highlight Highlight Die Stimmberechtigten in GB haben leider nichts mehr zum Abkommen zu sagen. Das Abkommen muss durch das Parlament, und da sitzen Leute aus allen Lagern. Jeder und jede von denen kann nun dem Abkommen zustimmen oder es ablehnen. Falls das Abkommen abgelehnt wird, dann wird ohne Abkommen aus der EU ausgetreten.
  • Quacksalber 15.11.2018 21:26
    Highlight Highlight Etwas Besseres als jetzt ausgebootet zu werden kann ihr wohl nicht passieren. Die ungeniessbare Suppe Brexit sollen andere auslöffeln.

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