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Österreichische Regierung plant Mauer mit Namen der Holocaust-Opfer



Die Regierung in Wien will mit einer Namens-Gedenkmauer an die 66'000 österreichischen Opfer des Holocaust erinnern. Sie wolle im Rahmen des Gedenkjahres 80 Jahre nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland «ein bleibendes Zeichen des Erinnerns» setzen.

Wie die Regierung am Sonntag mitteilte, soll ein entsprechender Beschluss bei der Kabinettssitzung am Mittwoch gefasst werden.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte, für die jüdische Bevölkerung Österreichs habe 1938 «ein beispielloser Leidensweg» begonnen, «der uns auch heute noch beschämt und betroffen macht». «Dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte darf nie in Vergessenheit geraten.»

Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ erklärte, «das Andenken an unsere vertriebenen und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger» müsse «uns eine ständige Verpflichtung sein». Ein «derartiges beispielloses Verbrechen» dürfe nie wieder möglich werden. «Niemals dürfen wir vergessen, was diesen Menschen angetan wurde», erklärte Strache.

Die Namens-Gedenkmauer soll im Zentrum von Wien errichtet werden. Sie geht auf eine Initiative des in Kanada lebenden Österreichers Kurt Y. Tutter zurück, der nach dem sogenannten «Anschluss» Österreichs vor 80 Jahren fliehen musste, während seine Eltern deportiert und ermordet wurden.

Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA verfolgt Tutter den Plan eines derart gestalteten Erinnerungsortes in Wien bereits seit dem Jahr 2000. Eines der Vorbilder sei etwa die 2005 eröffnete Shoah-Gedenkstätte in Paris.

Österreich gedenkt am Montag mit einem Staatsakt des «Anschlusses» Österreichs an Nazi-Deutschland vor 80 Jahren. Auf Einladung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen findet eine Gedenkveranstaltung in der Wiener Hofburg statt. Am 12. März 1938 waren die deutschen Truppen in Österreich einmarschiert. (sda/afp)

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