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Die zweite Nacht nach dem umstrittenen Urteil war bedeutend ruhiger in Ferguson. Dennoch kam es zu Verhaftungen. 
Die zweite Nacht nach dem umstrittenen Urteil war bedeutend ruhiger in Ferguson. Dennoch kam es zu Verhaftungen. Bild: LARRY W. SMITH/EPA/KEYSTONE
Die zweite Nacht nach dem Ferguson-Urteil

«Schickt den rassistischen Polizisten ins Gefängnis»: New York, Los Angeles und Washington D.C. demonstrieren gegen Ferguson-Urteil

26.11.2014, 05:0326.11.2014, 08:16

Nach den schweren Unruhen in der Nacht zum Dienstag in Ferguson ist es am Dienstagabend in mehreren US-Städten zu Demonstrationen gekommen. In New York protestierten Hunderte auf dem Times Square. «Schickt den rassistischen Polizisten ins Gefängnis», riefen die Menschen.

Auch in Los Angeles gab es Proteste. Nach Angaben lokaler TV-Sender wurden drei Menschen festgenommen. In der Kleinstadt Ferguson selbst versammelten sich erneut zwischen 200 und 300 Menschen vor der Polizeistation. Als die Polizei die Menge aufforderte, die Strasse zu räumen, kam es nach Angaben eines DPA-Reporters zu zwei oder drei Festnahmen.

In Washington D.C. gingen Tausende auf die Strasse um gegen das Urteil zu Demonstrieren.
In Washington D.C. gingen Tausende auf die Strasse um gegen das Urteil zu Demonstrieren.Bild: Getty Images North America

Drei Monate nach dem Tod des unbewaffneten schwarzen Teenagers Michael Brown durch Schüsse des Polizisten Darren Wilson waren in der Nacht auf Dienstag in Ferguson schwere Unruhen ausgebrochen. Auslöser war die Entscheidung einer Geschworenenjury, dass keine Anklage gegen den weissen Polizisten Darren Wilson erhoben wird.

Obamas Kritik und Verständnis

US-Präsident Barack Obama verurteilte die gewaltsamen Proteste in der Kleinstadt Ferguson. Gebäude und Autos in Brand zu setzen und Menschenleben zu gefährden, sei keine konstruktive Antwort, sagte Obama am Dienstag nach den Ausschreitungen im Bundesstaat Missouri. «Dafür gibt es keine Entschuldigung.» Solche Taten müssten bestraft werden.

Er habe aber noch nie erlebt, dass ein Gesetz Realität wurde, «nur weil ein Auto angezündet wurde». Obama äusserte zugleich Verständnis für das Gefühl vieler Menschen, dass Gesetze «nicht immer einheitlich oder gerecht» angewandt würden. Er habe aber kein Verständnis für Menschen, die «ihre eigenen Gemeinden zerstören».

In Ferguson blieben die Schulen und Einrichtungen der Stadt geschlossen. Um erneute Randalen und Plünderungen zu vermeiden, hat der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, die Zahl der Nationalgardisten in der Kleinstadt vorsorglich auf rund 2200 verdreifacht. «Diese Gemeinde verdient den Frieden», sagte er.

Juristisches Nachspiel

Der Bürgermeister von Ferguson, James Knowles, warf Gouverneur Nixon derweil vor, die Reserveeinheiten der Nationalgarde in der vorangegangenen Nacht viel zu zögerlich eingesetzt zu haben. Dies sei «sehr beunruhigend», sagte er, und rief Nixon auf, «alle verfügbaren Ressourcen zu mobilisieren».

Knowles sagte zudem, es sei noch keine Entscheidung zur beruflichen Zukunft des Polizisten gefällt worden. Der 28-jährige Wilson ist seit August beurlaubt, wird aber weiterhin bezahlt. Er hat ausgesagt, sich von dem 18-jährigen Brown bedroht gefühlt und daher aus Notwehr gehandelt zu haben.

Das juristische Nachspiel zu den Todesschüssen ist derweil noch nicht beendet. Justizminister Eric Holder sagte am Dienstag, zwei laufende Ermittlungen auf Bundesebene gingen weiter. Sie sollten zügig beendet werden. Bei den Bundes-Ermittlungen geht es um den Tod Michael Browns sowie um die Reaktion der Polizei bei Unruhen, die kurz danach ausgebrochen waren. (feb/sda/dpa/afp/reu)

Ferguson – eine Chronik der Wut

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Ferguson – eine Chronik der Wut
quelle: getty images north america / scott olson
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