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Emmanuel Macron bei einer Wahlveranstaltung am Freitag, 5. Mai 2017.
Emmanuel Macron bei einer Wahlveranstaltung am Freitag, 5. Mai 2017.
Bild: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA/KEYSTONE

Hacker veröffentlichen Macrons Mails und Dokumente – und das kurz vor der Wahl

06.05.2017, 03:0006.05.2017, 15:18

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron ist Opfer eines grossangelegten Hackerangriffs geworden. Zehntausende interne Dokumente wie E-Mails und Abrechnungen seiner Bewegung «En Marche!» wurden in der Nacht auf Samstag im Internet veröffentlicht.

Es handle sich um eine «massive und koordinierte Attacke», um «Zweifel und Desinformation zu säen», erklärte «En Marche!». Neben echten Unterlagen seien auch zahlreiche gefälschte Dokumente ins Internet gestellt worden.

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Die am Freitag kurz vor Mitternacht im Netz verbreiteten Dokumente seien vor einigen Wochen bei Attacken auf persönliche und berufliche E-Mail-Postfächer von Mitarbeitern erbeutet worden, erklärte die Macron-Bewegung.

Wahlkommission warnt Medien

Dass dies ausgerechnet in den letzten Stunden des Wahlkampfs vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag geschehen sei, deute darauf hin, dass es sich um eine Aktion der «demokratischen Destabilisierung handelt, wie man dies schon beim jüngsten Präsidentschaftswahlkampf in den USA gesehen hat».

Ziel der Aktion sei ganz offensichtlich, wenige Stunden vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl Macron und seiner Bewegung zu schaden, hiess es aus dem Umfeld des Kandidaten.

Die französische Wahlkommission warnte die Medien vor einer Veröffentlichung der gehackten Unterlagen. Die Weiterverbreitung von Falschinformationen sei strafbar, erklärte die Wahlkommission. Ein Teil der im Internet aufgetauchten Unterlagen sei möglicherweise gefälscht. Das Gremium wollte bei einer Sitzung am Samstag über den Hackerangriff beraten.

Insgesamt neun Gigabyte

Laut der Online-Enthüllungsplattform WikiLeaks handelt es sich bei den ins Internet gestellten Dokumenten um zehntausende E-Mails, Fotos und Dateianhänge wie Rechnungen und Verträge. Die Daten haben demnach einen Umfang von neun Gigabyte.

WikiLeaks betonte, selbst nicht Quelle der Veröffentlichung zu sein.* Die Dokumente waren von einem Nutzer namens EMLEAKS ins Netz gestellt worden.

Die jüngsten Dokumente datierten laut WikiLeaks vom 24. April, dem Tag nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl, aus der Macron als Sieger hervorgegangen war. In der Stichwahl am Sonntag tritt er als Favorit gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen an.

Anzeige gegen Unbekannt

«En Marche» betonte, bei den veröffentlichten Dokumenten handle es sich um vollkommen legale Unterlagen, die den normalen Ablauf eines Präsidentschaftswahlkampfes widerspiegelten. Der Vize-Chef von Le Pens Partei Front National, Florian Philippot, stellte dagegen auf Twitter die Frage: «Werden die #Macronleaks uns etwas verraten, was der Investigativjournalismus absichtlich verschwiegen hat?»

Le Pen hatte beim TV-Duell mit Macron am Mittwochabend angedeutet, ihr Rivale könnte ein heimliches Auslandskonto besitzen: «Ich hoffe, dass man nicht herausfinden wird, dass Sie ein Offshore-Konto auf den Bahamas haben.»

Macron warf ihr Verleumdung vor und erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Verbreitung von Falschnachrichten. Nach Angaben aus Macrons Umfeld war die «Fake News» über das angebliche Geheimkonto von einem anonymen Nutzer im Internet verbreitet worden.

Verbindungen zu russischen Geheimdiensten?

Bereits in den vergangenen Monaten war «En Marche!» nach eigenen Angaben Ziel tausender Hackerangriffe gewesen. Vor wenigen Tagen hatten Experten einen russischen Hackerangriff der Gruppe Pawn Storm auf die Bewegung gemeldet. Pawn Storm wird verdächtigt, Verbindungen zu den russischen Geheimdiensten zu unterhalten.

Die französische Regierung hatte wiederholt vor einer russischen Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich gewarnt. Sie verdächtigte Moskau, die Wahl zugunsten der Rechtspopulistin Marine Le Pen beeinflussen zu wollen, die als russlandfreundlich gilt.

*Update: In einer früheren Version hiess es, dass Wikileaks für den Hack verantwortlich zeichnet. Die Enthüllungsplattform betont jedoch, dass dies nicht der Fall sei.

(viw/sda/reu/afp/dpa)

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